LONDON (IT BOLTWISE) – Ab Oktober 2026 treffen Verbraucher gleich mehrere Änderungen: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt stufenweise, während zugleich neue EU-Vorgaben für PFHxA in Alltagsprodukten gelten. Parallel werden im Zentralen Vorsorgeregister digitale Abschriften von Vorsorgevollmachten, Patienten- und Betreuungsverfügungen hinterlegbar. Für IT-Verantwortliche wird ebenfalls ein konkretes Datum wichtig, weil Microsoft den Support für Office LTSC 2021 am 13. Oktober 2026 beendet. Dazu kommen weitere Regeln rund um Hecken, Bahnreisen und die Zeitumstellung.

Wer im Oktober 2026 an mehreren „Fronten“ gleichzeitig planen muss, bekommt dafür jetzt zumindest klare Daten: Zum 1. Oktober soll das Autofahren an der Tankstelle spürbar günstiger werden, weil Bund und Länder ihre Verständigung zur Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um Ende 2026 bis zu 14 Cent je Liter umsetzen. Unter Einbeziehung der Umsatzsteuer ergibt sich laut Bundesregierung eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Rechnet man die Größenordnung auf die Gesamteffekte um, ist von etwa 2,5 Milliarden Euro Entlastung die Rede; die Länder tragen demnach über einen Umsatzsteuerfestbetrag 1,25 Milliarden Euro bei. Für viele Haushalte ist das weniger ein politisches Schlagwort als eine direkte Wirkung auf die laufenden Betriebskosten – besonders dann, wenn zugleich keine „Puffer“ im Budget vorhanden sind.
Technisch und organisatorisch interessant wird es wenige Wochen später aber auch in ganz anderen Bereichen: Bei Vorsorgeverfügungen schafft der Gesetzgeber einen stärker digital ausgerichteten Zugriff. Künftig sollen digitale Abschriften von Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und Betreuungsverfügungen im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer hinterlegt werden können. Das Ziel ist nicht nur, dass die Existenz einer Verfügung nachweisbar bleibt, sondern dass berechtigte Ärztinnen und Ärzte sowie Betreuungsgerichte im Bedarfsfall auch auf den Inhalt zugreifen können. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt vom „Dokument existiert“ hin zum „Dokument ist tatsächlich verfügbar“, was im Einsatzfall Zeit sparen kann und die Qualität der Entscheidungsgrundlage verbessert. Der Bundesrat hatte den Änderungen bereits im Juli zugestimmt; die Vorschriften zum Vorsorgeregister treten zum 1. Oktober in Kraft.
Gleichzeitig zieht die EU bei bestimmten per- und polyfluorierten Alkylverbindungen nach, und zwar mit Blick auf PFHxA. Ab dem 10. Oktober greift die Verordnung (EU) 2024/2462, die Undecafluorhexansäure (PFHxA), ihre Salze und verwandte Stoffe unter festgelegten Voraussetzungen stärker begrenzt. Das ist für Verbraucher weniger abstrakt, als es klingt: Betroffen sind unter anderem Verbrauchertextilien, Schuhe, Lebensmittelkontaktmaterialien und Kosmetika – also genau die Produktkategorien, die häufig im Alltag genutzt und teils sogar in Kontakt mit Lebensmitteln oder der Haut stehen. Inhaltlich wird die REACH-Verordnung über eine Änderung von Anhang XVII angepasst. Für Unternehmen in Beschaffung, Qualitätssicherung und Produktentwicklung heißt das: Produktdaten müssen so aktualisiert werden, dass die regulatorischen Anforderungen entlang der Lieferkette tatsächlich eingehalten werden können, nicht nur formal im Dokument.
Während sich Produkthersteller also auf REACH-Anhang XVII einstellen, trifft IT-Betriebe ein anderes Datum: Microsoft beendet den Support für Office LTSC 2021 am 13. Oktober 2026. Das betrifft Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Access und OneNote in den entsprechenden LTSC-2021-Versionen. Nach dem Stichtag funktioniert die Software zwar weiter, allerdings stellt Microsoft keine Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und technische Unterstützung mehr bereit. Für Unternehmen ist das ein klassischer Wartungs- und Risikoimpuls: Ohne Updates steigt das Risiko von Sicherheitslücken, und zugleich sinkt die Planbarkeit von Fehlerbehebungen im operativen Betrieb. Microsoft empfiehlt in diesem Zusammenhang den Wechsel auf eine weiterhin unterstützte Lösung. In der Praxis betrifft das nicht nur „die Office-Installation“, sondern oft auch Prozesse rund um Berechtigungen, Kompatibilität, Schulungen und die Dokumentation von Standards im Unternehmen – gerade dann, wenn LTSC in länger laufenden Umgebungen genutzt wird.
Daneben werden im Oktober auch „alltägliche“ Regeln relevanter, die in der Planung von Immobilien, Freizeit und Mobilität schnell Zeit kosten können. Für Gartenbesitzer läuft mit dem Oktober die gesetzliche Schutzfrist für zahlreiche Gehölze aus: Nach § 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz ist es in der Zeit vom 1. März bis 30. September grundsätzlich verboten, bestimmte Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; Form- und Pflegeschnitte bleiben innerhalb dieses Zeitraums zwar zulässig. Ab dem 1. Oktober greift dieses zeitliche Verbot nicht mehr, unabhängig davon bleiben jedoch weitere artenschutzrechtliche Vorgaben bestehen. Auch Reisende sollten planen: Die Deutsche Bahn weitet ein bereits im September schrittweise eingeführtes Alkoholverbot bis zum 15. Oktober auf insgesamt rund 5.400 Bahnhöfe aus. Das Verbot umfasst dabei auch Bahnsteige, wobei Bahnhofsgastronomie ausgenommen bleibt und verschlossener Alkohol weiterhin mitgeführt werden darf.
Für Bahnstrecken und Fahrzeiten kommen weitere Einschnitte hinzu. Ab dem 2. Oktober beginnen Sanierungsarbeiten auf der Strecke zwischen Lehrte und Berlin, mit abschnittsweisen Sperrungen, die voraussichtlich bis zum 11. Dezember 2027 dauern. Für Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Hannover sind von Oktober bis Dezember 2026 zudem Fahrzeitverlängerungen von bis zu 80 Minuten möglich. Solche Bandbreiten sind in der Reiseplanung entscheidend, weil Umstiege und Anschlusszeiten oft schon bei kleineren Verzögerungen kippen. Und schließlich steht am 25. Oktober die Zeitumstellung an: In der Nacht zum letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren in Deutschland um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt, sodass die Normalzeit beginnt. Für viele Organisationen ist das nicht nur Privatsache, sondern wirkt auf Prozesse, die zeitkritisch planen – etwa auf Schichtmodelle, Logistikfenster oder automatische Systeme, die Zeitzonen und Zeitstempel verarbeiten.
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