BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Stiftung Warentest hat in Ausgabe 8/2026 insgesamt 16 Multigeschirrspülmittel (10 Tabs, 6 Caps) geprüft. In den Ergebnissen liegen besonders günstige Eigenmarken von Aldi und Rossmann vorn und erreichen jeweils die Gesamtnote „gut“ (2,1). Der Preis pro Packung fällt dabei deutlich anders aus als bei den genannten Markenprodukten. Zusätzlich bewertet die Studie Faktoren wie Klarspülen, Trocknen und die potenzielle Gewässerbelastung durch Inhaltsstoffe.

Wer im Alltag zwischen dem Versprechen „glänzendes Geschirr“ und dem Blick auf den Einkaufszettel abwägt, bekommt aus dem aktuellen Spülmitteltest der Stiftung Warentest eine ungewöhnlich klare Richtung: Nicht die teuersten Markenprodukte, sondern vor allem günstige Varianten von Discountern und Drogerien stehen in der Rangliste vorne. In Heft 8/2026 wurden dafür 16 Multigeschirrspülmittel untersucht, darunter zehn Tabs und sechs Caps. Die Tester verteilen die Noten nicht nur nach dem reinen Reinigungsergebnis, sondern betrachten mehrere technische und anwendungsnahe Kriterien, die im Maschinenbetrieb tatsächlich über Schlieren, Trocknung und Materialzustand mitentscheiden.
Bei den „guten“ Produkten zeigt sich das Muster besonders deutlich. Allen voran schneiden die Tabs „Power Force All-in-One“ von Aldi und „Domol Ultra Power All-in-One“ von Rossmann mit der Gesamtnote „gut“ (jeweils 2,1) ab. Auch die Preislogik passt ins Bild: Aldi nennt für die Packung 6,49 Euro, Rossmann 3,75 Euro. Bezogen auf den Preis pro Spülgang liegt das Aldi-Produkt dabei nur geringfügig günstiger, was zeigt, dass es nicht um eine einzelne Sonderaktion geht, sondern um eine über die Rezeptur- und Mengenabstufung relativ stabile Kostenstruktur. Auffällig ist außerdem, dass die als „gut“ bewerteten Tabs Eigenmarken der jeweiligen Handels- und Drogerieketten sind und je Tab grob etwa neun Cent kosten.
Die Bewertung berücksichtigt mehrere Wirkmechanismen, die im Multigeschirrspülmittel-Design zusammenlaufen. Zum einen geht es um die Reinigung, also darum, ob Fette und Essensreste nach dem Spülzyklus tatsächlich verschwinden. Zum anderen testen die Prüfer Klarspülen, Kalkverhinderung, Trocknen, Materialschonung sowie die Gewässerbelastung. Dabei macht der Test auch sichtbar, welche Rolle das „Trocknen“ in der Praxis spielt: Klarspüler sollen Wasser so steuern, dass es am Ende des Spülgangs schnell und gleichmäßig über das Geschirr abläuft. Passiert das nicht zuverlässig, bleiben Wassertropfen zurück; die enthaltenen Salze und Mineralien werden beim Trocknen sichtbar. Fast zwei Drittel der untersuchten Produkte schaffen das laut Test zuverlässig, was den großen Hebel für optische Qualität und gleichbleibende Ergebnisse im Küchenalltag erklärt.
Beim Blick auf Materialschonung zeigt sich allerdings, dass nicht jede Formel alle Ziele gleichzeitig optimiert. Entscheidend ist hier, wie gut die Produkte mit Beladung und Maschinenkomponenten harmonieren und was sie bei kritischeren Materialien wie Kunststoff und Silberbesteck leisten. In den Bemerkungen fallen insbesondere zwei Produkte negativ auf, weil sie Inhaltsstoffe enthalten, die die Gewässer belasten sollen. Genannt werden dabei Benzotriazole und Tenside; die übrigen Mittel kommen ohne diese Stoffe aus. Neben dieser chemischen Dimension adressiert der Test auch die Maschinenhygiene indirekt: Fettrückstände im Sieb wurden nicht bewertet, aber als Vorsorgehinweis in den Kontext eingeordnet. Konkret empfehlen die Tester, einmal im Monat ein Intensivprogramm durchlaufen zu lassen, Maschinengeschirrspülmittel zu verwenden und das Sieb am Boden regelmäßig zu reinigen.
Technisch betrachtet entscheidet nicht nur die Dosierung des Mittels, sondern vor allem die Beladungsstrategie darüber, ob Wasser alle relevanten Flächen erreicht. Damit die Spülergebnisse gleich bleiben, sollten große Teile in den unteren Korb, Teller möglichst in die vorgesehenen Halterungen und nicht zu dicht nebeneinander stehen, damit Sprüharme nicht blockiert werden. Gläser und Tassen gehören in den oberen Korb, idealerweise mit Öffnung nach unten oder leicht schräg, damit das Wasser ablaufen kann und weniger Tropfen zurückbleiben. Besteck kommt in den Besteckkorb beziehungsweise in die Besteckschublade: Messer sollten aus Sicherheitsgründen mit der Spitze nach unten zeigen, Löffel und Gabeln dürfen nicht ineinandergelegt werden, damit jede Seite vom Wasserstrom erfasst wird; stark verschmutzte Teile lassen sich am besten gemischt einordnen.
Gleichzeitig bleibt die praktische Grenze des Systems wichtig. Nicht in die Maschine gehören laut Test Holz, empfindliche Gläser, scharfe Messer sowie Gegenstände aus Kupfer oder Aluminium. Auch beschichtete Pfannen und Kunststoffteile sollten nur dann in den Geschirrspüler, wenn sie ausdrücklich spülmaschinengeeignet sind. Vor dem Start lohnt zudem ein kurzer Kontrollblick: Sind die Sprüharme frei beweglich, blockiert kein Geschirr Düsen, stehen alle Teile sicher, ist das Spülmittel richtig dosiert und ist der Filter sauber? Essensreste müssen in der Regel nicht abgespült werden, grobe Reste sollten jedoch entfernt werden, damit der Filter nicht verstopft. Im Zusammenspiel aus richtiger Beladung und einer wirksamen, aber im Test differenziert bewerteten Rezeptur entscheidet sich am Ende, ob günstige Produkte ihre „gut“-Leistung im Alltag reproduzieren.
Für Einkauf und Betrieb bedeutet das Ergebnis vor allem eines: Die Discounter- und Drogerie-Eigenmarken schneiden nicht nur im Preisvergleich, sondern auch in mehreren Qualitätsdimensionen messbar gut ab. Selbst die Tatsache, dass erstmals ein Cap in den „gut“-Bereich vorgedrungen ist, zeigt die Entwicklung weg vom reinen „Tab vs. Cap“-Marketing hin zu konkreter Leistungsfähigkeit. Ein Cap-Testsieger wird dabei mit „Somat Excellence Premium 5in1“ genannt, der allerdings mehr als doppelt so teuer ausfällt: 20 Cent statt der Größenordnung von rund neun Cent je Tab. Wer also auf Gesamtergebnis optimieren will, kann den Test als Argumentationsgrundlage nutzen, dass „günstig“ nicht zwangsläufig „schlecht“ bedeutet, solange Maschine, Beladung und Dosierung stimmen.
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