LONDON (IT BOLTWISE) – Strategy hat erneut 1.638 BTC verkauft und damit den Bestand auf 843.138 BTC reduziert. Der Verkauf brachte rund 104,7 Millionen US-Dollar ein; im Schnitt lag der Preis bei 63.957 US-Dollar pro Bitcoin. Die Erlöse flossen in die Finanzierung von Ausschüttungen für Vorzugsaktien sowie in Aktienrückkäufe, während Strategy den USD-Reserve-Puffer um 250 Millionen US-Dollar auf 4 Milliarden erhöht. Zeitgleich bleibt die Bilanz durch Bewertungsverluste bei den BTC-Kursen bei deutlich negativen „Paper Losses“.

Strategy hat seine Bitcoin-Monetization-Route erneut mit einem konkreten Sale-Schritt fortgesetzt: Laut einem 8-K-Dokument bei der US-Börsenaufsicht verkaufte die zum Umfeld von „MSTR“ bekannte Treasury-Gesellschaft 1.638 BTC innerhalb des Zeitfensters vom 27. Juli bis zum 2. August. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 63.957 US-Dollar je Bitcoin, die Transaktion entspricht einem Volumen von etwa 104,7 Millionen US-Dollar. Unmittelbar nach der Meldung fiel Bitcoin laut den im Artikel referenzierten Kursdaten auf rund 62.400 US-Dollar, während MSTR im vorbörslichen Handel um 1,7 % niedriger notierte.
Damit schrumpften die Gesamtbestände von Strategy auf 843.138 BTC. Der Bestand wird in der Quelle auch entlang zweier Blickwinkel gegliedert: einerseits als Größenordnung im Verhältnis zur maximalen Bitcoin-Versorgung (genannt werden weiterhin etwa 4 % des 21-Millionen-Supply-Caps), andererseits als Kosten- und Bewertungsproblem in der Bilanz. Strategy weist dem aktuellen Kursniveau zufolge rund 10,9 Milliarden US-Dollar an „Paper Losses“ aus – also nicht realisierte Verluste, die aus der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Einstandspreis und dem aktuellen Marktpreis entstehen. Die Rechnung dahinter wird im Dokument über den Durchschnittseinstand erklärt: Der Bestand sei bei durchschnittlich 75.419 US-Dollar pro BTC für insgesamt etwa 63,5 Milliarden US-Dollar (inklusive Gebühren und Ausgaben) erworben worden.
Interessant ist dabei weniger nur die Verkaufshöhe, sondern die interne Verwendung der Mittel, weil sie auf die aktuelle Finanzierungslogik einzahlt. Die Quelle nennt, dass die Sale-Erlöse genutzt wurden, um Zahlungen für Ausschüttungen auf Vorzugsaktien zu finanzieren und um Rückkäufe von STRC zu unterstützen. Zusätzlich wird ein Kapitalpuffer im US-Dollar-Kontext sichtbar: Strategy erhöhte seine USD Reserve um 250 Millionen US-Dollar auf 4 Milliarden US-Dollar. Der Rest der Erlöse – in der Quelle als 11,7 Millionen US-Dollar beziffert – floss in den Cash-Bestand. Parallel dazu verkaufte Strategy auch 3.011.361 MSTR-Aktien für ungefähr 290,6 Millionen US-Dollar im selben Zeitraum; davon bleiben nach Unternehmensangaben noch Wertpapiere im Umfang von 22,7 Milliarden US-Dollar für weitere Emissionen und Verkäufe im Rahmen des Programms verfügbar.
Hinter dem Zahlenwerk steht zudem die Strategiearchitektur, die Strategy in den letzten Quartalen neu zugeschnitten hat. Im Text wird das „Digital Credit Capital Framework“ genannt: Es schränkt die Rolle der USD Reserve ein, sodass sie vor allem für preferred stock dividends und Zinszahlungen vorgesehen ist. Gleichzeitig wird ein Rückkaufprogramm für digitale Kreditpapiere autorisiert, zunächst mit Priorität auf STRC; außerdem beschreibt die Quelle eine flexiblere Monats-Dividendenpolitik für STRC, in der die Ausschüttung nicht automatisch steigt, wenn STRC unter dem $100-Par-Wert handelt. Dass die variable annualisierte Dividend-Rate für STRC weiterhin mit 12 % angegeben wird, ist dabei ein wichtiger Hinweis darauf, wie Strategy seine Rendite-/Risiko-Mechanik zwischen Bitcoin-Exposure und US-Dollar-„Credit“-Komponente balanciert.
Die Wiederholung von BTC-Verkäufen fügt sich in eine breitere Gesamtbewegung ein, die auch das Aktien- und Ergebnisbild der jüngsten Berichtsperiode erklärt. Strategy berichtete demnach für das zweite Quartal einen Verlust von 8,2 Milliarden US-Dollar, im Vorjahresvergleich war dort noch ein Nettoertrag in ähnlicher Größenordnung erzielt worden. Laut Quelle lässt sich der Verlust fast vollständig auf nicht realisierte, buchhalterische Bewertungsverluste der Bitcoin-Bestände zurückführen. Gleichzeitig habe Strategy im Quartal die BTC-Bestände um 11 % gesteigert, mit einem Peak nahe 846.000 BTC, bevor man anschließend mit dem Abbau einzelner Positionen begann. Genau diese Abfolge – erst Aufstockung, dann Teilverkäufe – spiegelt die Spannung zwischen Kursrisiken und dem Bedarf, Liqudität für Ausschüttungen und Rückkäufe bereitzustellen.
Auch an der Kommunikation und am erwarteten „Auslöser“-Mechanismus orientiert sich der Markt. In der Quelle wird auf On-Chain-Beobachtungen verwiesen: Ein wallet, das mit Strategy verknüpft sein soll, habe am Sonntag 299,8 BTC bewegt, rund 18,9 Millionen US-Dollar – und damit Muster gespiegelt, die zuletzt vor früheren Verkaufsankündigungen im ersten Wochenzyklus des Julis aufgetaucht seien. Parallel dazu werden regelmäßige Sunday-Posts von Michael Saylor erwähnt, die früher häufig als Vorausindikator für Erwerbsankündigungen dienten, in den letzten Wochen aber „cryptic“ wirkten. Für Anleger ist das vor allem deswegen relevant, weil die konkreten Verkäufe und die Reaktionslogik der BTC-Preise kurzfristig oft stärker wirken als langfristige Narrativen.
Auf der Bewertungsseite bleibt es dabei nicht nur bei einer hausinternen Logik. Laut dem Text hielten Analysten von TD Cowen und Benchmark nach dem Q2-Call weiterhin Buy-Ratings für Strategy, aber mit unterschiedlicher Kursannahme. Benchmark senkte das Kursziel auf 435 US-Dollar (von 570 US-Dollar) und begründet das mit einer Sum-of-the-Parts-Analyse sowie einer Anpassung der Bitcoin-Erwartung für Ende 2026 auf 100.000 statt 125.000 US-Dollar. TD Cowen wiederum beließ es bei 260 US-Dollar – ein Wert, der selbst bereits zuvor reduziert worden war. Für Unternehmen und Finanzentscheider heißt das: Selbst wenn sich das operative Ziel (z. B. „STRC zum Par-Wert zurückführen“) im Tagesgeschäft klar definieren lässt, bleibt die Ergebnisvolatilität stark an den BTC-Kurs gekoppelt, solange Buchwert und Realisierungstempo nicht synchron laufen.
Unterm Strich zeigt der erneute Sale von 1.638 BTC weniger ein isoliertes Event als vielmehr die Fortsetzung einer aktiven Kapitalsteuerung: Strategy reduziert BTC-Bestände, um zeitnah Ausschüttungen und Rückkäufe zu ermöglichen, während es parallel den USD-Reserve-Puffer systematisch aufbaut. Genau diese Kombination aus Treasury-Disziplin und „Credit“-Finanzierungsdesign ist der Kern des aktuellen Narrativs – und sie macht den Markt zugleich sensibler für jede weitere Veränderung im Sale-Tempo. Wer die nächsten Schritte plant, sollte daher nicht nur auf die BTC-Menge blicken, sondern auf die konkrete Mittelverwendung (Reserve, Cash, Rückkäufe) und darauf, wie sich die Papierverluste bei wechselnden BTC-Kursen in Quartalszahlen übersetzen.
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