BERLIN – Der Markt für kostenpflichtiges Streaming und Pay-TV in Deutschland bleibt 2025 auf hohem Niveau. Laut Vaunet lagen die Umsätze insgesamt bei 5,5 Milliarden Euro, während das laufende Jahr voraussichtlich leicht zulegt. Besonders Subscription-Video-on-Demand treibt die Entwicklung, weil die Einnahmen aus Abos weiter steigen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Streaming- und Pay-TV-Abonnements deutlich, auch wenn sich die Gesamterlöse zuletzt nicht stärker erhöht haben.

In Deutschland zeigt sich der Bezahl-Streamingmarkt weiterhin robust, obwohl die Wachstumsdynamik nicht überall gleich ausfällt. Der Verband Privater Medien (Vaunet) beziffert die Umsätze für 2025 auf insgesamt 5,5 Milliarden Euro – also auf einem Niveau, das dem Vorjahr entspricht. Für 2026 erwartet der Verband zwar kein Sprungwachstum, aber einen leichten Anstieg auf 5,6 Milliarden Euro. Damit bleibt der Markt ein wichtiger Umsatzträger für Anbieter und Infrastrukturpartner, weil sich Publikum und technische Nutzungstrends zunehmend in Abonnementmodelle verschieben.
Der zentrale Treiber liegt nach Vaunet in den kostenpflichtigen Streamingdiensten, insbesondere bei Subscription-Video-on-Demand. 2025 wurden hier rund 3,0 Milliarden Euro umgesetzt. Für 2026 rechnet der Verband mit 3,2 Milliarden Euro, was in seiner Prognose einem Plus von 5 Prozent entspricht. Im Pay-TV hingegen zeichnet sich eine andere Entwicklung ab: Dort lagen die Umsätze 2025 bei rund 2,0 Milliarden Euro, für 2026 erwartet Vaunet einen leichten Rückgang auf 1,9 Milliarden Euro. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eine Verschiebung der Erlöslogik – weg von klassischen Verbreitungsmodellen und hin zu wiederkehrenden Abos, bei denen Preis- und Angebotszuschnitt stärker darüber entscheiden, wie schnell Nutzer folgen.
Auffällig ist dabei, dass sich die Zahl der Abos weiter nach oben bewegt, obwohl die Gesamterlöse zuletzt eher stabil blieben. Die Abonnenten von Video-Streamingdiensten stiegen von 25,4 Millionen im Vorjahr auf 25,9 Millionen. Für 2026 nennt Vaunet als Erwartung 26,7 Millionen. Gleichzeitig wuchsen auch die Pay-TV-Abonnements: von 15,2 Millionen im Jahr 2024 auf 15,8 Millionen im vergangenen Jahr, mit einem weiteren Anstieg auf 16,4 Millionen für 2026. Vaunet ordnet dieses Abo-Wachstum maßgeblich einem ausdifferenzierten Pay-TV-Markt zu: Es gebe Pay-TV-Plattformen mit weniger Programmen und anderen Preispunkten. Dadurch verändert sich das Verhältnis zwischen Umsatz und Abonnent, während die Nutzung insgesamt zunimmt.
Ein weiterer Punkt ist die Frage nach der Stabilität von Kundenbeziehungen und dem Wettbewerb zwischen Anbietern. Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg erklärt, dass der Verband in seinen Daten keinen Trend zu häufigeren Wechseln zwischen Anbietern erkennen kann. Das ist für die strategische Planung bedeutsam, weil Wechselhäufigkeit typischerweise direkt mit Kosten für Marketing, Kundenakquise und Churn-Management zusammenhängt. Gerade bei Subscription-Modellen spielt also nicht nur die technische Bereitstellung eine Rolle, sondern auch die Frage, wie klar sich Inhalte, Funktionen und Preis-Leistungs-Verhältnis abgrenzen lassen. Daneben verweist Vaunet weiterhin auf viele Mehrfachabos pro Haushalt – ein Hinweis darauf, dass Nutzer Vielfalt oft über parallele Angebote organisieren, statt konsequent zu konsolidieren.
Die Entwicklung relativiert zudem die Erwartungen, die Vaunet für 2025 selbst gesetzt hatte. Für das vergangene Jahr hatte der Verband noch mit einem Anstieg der Gesamtumsätze auf 5,8 Milliarden Euro gerechnet, tatsächlich lagen sie bei 5,5 Milliarden Euro. Giersberg räumte ein, dass der Verband damit danebenlag. Als Grund nennt er, dass politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nicht vollständig vorhersehbar waren und dass ein anderes Marktumfeld als erwartet vorherrschte. Für die Branche heißt das: Prognosen bleiben ein Werkzeug, aber sie ersetzen keine Szenarioplanung. Anbieter, die stark auf Abo-Wachstum setzen, müssen daher sowohl Ausbau- als auch Kostenpfade so gestalten, dass sie auch bei flacherem Umsatzanstieg funktionieren.
Technisch und operativ zeigt sich in solchen Marktphasen häufig ein Spannungsfeld zwischen Bandbreitenbedarf, Produktgestaltung und Abrechnungslogik. Subscription-Videos on Demand profitieren von durchgängigen Nutzererlebnissen über Endgeräte hinweg, etwa durch stabile Streaming-Qualität und zuverlässige Authentifizierung. Gleichzeitig konkurrieren Pay-TV-Varianten immer stärker über Paketgrößen und Preislogiken, was die Produktentwicklung und die Pflege von Katalogen beeinflusst. Wenn die Zahl der Abonnements steigt, aber die Erlösbasis pro Nutzer nicht automatisch wächst, wird es für Betreiber wichtiger, die ökonomische Wirkung von Änderungen an Bundles, Werbefenstern und technischen Optimierungen nachzuverfolgen.
Für Akteure wie Telekommunikationsanbieter, die Breitbandzugang und Content-Zugriff in einem Ökosystem verbinden, ergibt sich daraus ein klares Signal: Das Wachstum bleibt, aber es verlagert sich. 2026 erwartet Vaunet zwar einen leichten Gesamtanstieg, doch der Mix verschiebt sich spürbar zugunsten von Subscription-Video-on-Demand. Unternehmen sollten deshalb ihre Produktportfolios so ausrichten, dass sie sowohl das kontinuierliche Abo-Wachstum adressieren als auch unterschiedliche Pay-TV-Preispunkte technologisch und kaufmännisch sauber abbilden. In der Praxis heißt das, dass Vertrieb und Plattformbetrieb enger verzahnt werden müssen, damit neue Pakete nicht nur buchbar sind, sondern auch bei Nutzung und Abrechnung verlässlich funktionieren.
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