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LONDON (IT BOLTWISE) – Der Chief Risk Officer von Strive, Jeff Walton, sieht die nächste große BTC-Nachfrage in kreditbasierten, gerateten Produkten. Das Unternehmen hat dafür bereits fast 700 Millionen US-Dollar über eine SATS-Perpetual-Preferred-Stock-Offerte eingesammelt und hält nach Käufen nun mehr als 36.800 Bitcoin. Im Fokus steht die Idee, BTC-gestützte Preferred Securities in traditionelle Rated-Credit-Märkte zu bringen. Entscheidend ist dabei, ob sich neue Strukturen an Rating-Standards anbinden lassen.

Strive-Marktchef sieht 1-Billionen-Dollar-Chance für BTC in Kreditmärkten
Strive-Marktchef sieht 1-Billionen-Dollar-Chance für BTC in Kreditmärkten (Foto: IT BOLTWISE)
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Bitcoin könnte seine nächste Größenordnung nicht primär aus dem klassischen Krypto-Ökosystem ziehen, sondern über den Umweg traditioneller Kreditmärkte: Genau dieses Bild zeichnet Strive-CR0 Jeff Walton. Seine These lautet, dass institutionelle Anleger in wachsendem Umfang BTC-gesicherte Finanzprodukte akzeptieren und dabei zunehmend nach dem gewohnten Muster vorgehen, das sie auch bei Unternehmensanleihen nutzen. Statt jede Emittentenqualität unabhängig zu bewerten, würden sie Kapital gezielt dorthin lenken, wo ein Kreditrating eine standardisierte Informationsbasis liefert.

Als operativer Ausgangspunkt nennt Walton den jüngsten Kapitalzugang von Strive. Laut Angaben aus dem Umfeld des Interviews hat das Unternehmen über sein SATS-Permanent-Preferred-Stock-Offering knapp 700 Millionen US-Dollar eingesammelt und damit das anvisierte Ziel von 500 Millionen US-Dollar überschritten. Der Deal lief über 7 Millionen Anteile zu je 90 US-Dollar; die Struktur bot eine feste jährliche Dividende von 15 US-Dollar je Aktie. Auffällig ist dabei vor allem die Nachfrage: Sie habe die ursprünglich festgelegte Endgröße des Angebots übertroffen.

Der zweite Punkt betrifft die Zusammensetzung des Publikums und damit die Signalwirkung für den Kapitalmarkt. Im Text heißt es, zwei größere SATS-Investoren hätten sich zuvor nicht an einer früheren SATA-Offerte beteiligt. Solche Muster werden in der Praxis häufig als Hinweis interpretiert, dass neue institutionelle Akteure in BTC-gestützte Wertpapiere hineinkommen und nicht nur bestehendes Krypto-Investor-Network erweitern. Parallel dazu liefert Strive als Treasury-Argument eine konkrete Bestandsgröße: Das Unternehmen hält demnach mehr als 36.800 Bitcoin, nachdem es in jüngster Zeit über 10.000 BTC gekauft hat.

Technisch und marktstrategisch liegt der Kern der Diskussion in Walton’s Fokus auf geratete Kreditprodukte. Heute, so seine Einordnung, kommen viele BTC-Treasury-Gesellschaften eher aus dem Bereich der Eigenkapitalfinanzierung oder investieren in Wertpapiere, die nicht über ein etabliertes Rating verfügen. Die Brücke zu Kreditmärkten soll über BTC-gestützte Preferred Securities führen. Der Vorteil für institutionelle Investoren läge dann weniger in der einzelnen Strukturformel, sondern im Zugang zu Rating-Mechanismen, die in vielen Portfoliorichtlinien die Auswahl vereinfachen und die Prüfung der Emittentenrisiken stärker standardisieren.

Gleichzeitig bettet Walton das Thema in ein laufendes Marktumfeld ein, das für die Wettbewerbsdynamik rund um Bitcoin-Treasuries relevant ist. Er verweist darauf, dass die Nachfrage nach dem SATS-Offering stark gewesen sei, obwohl sich die Spreads im traditionellen High-Yield-Kreditsegment ausgeweitet hätten. Aus Anlegersicht spricht das für eine Verschiebung von Risikoappetiten: Wenn Kreditspreads breiter werden, sind viele klassische Renditequellen zwar attraktiver bepreist, gleichzeitig steigen aber auch die Unsicherheiten. Dass parallel BTC-Alternative-Mechanismen gezogen wurden, stützt die Annahme, dass ein Teil des Kapitals alternative Kreditexposure sucht.

Walton verknüpft diese Kapitalströme mit einer zweiten, eher fundamentale Frage: Kann steigende Treasury-Nachfrage den Preis von Bitcoin weiter nach oben treiben? Für ihn spricht, dass sich Konkurrenz verstärken werde – getrieben durch Bitcoin-Treasury-Firmen ebenso wie durch Spot-ETFs und Kreditinvestoren. In der Darstellung wird das als „significant bid“ übersetzt: Kommt relativ viel Nachfrage auf ein begrenztes Angebot, steigt der Preis. Strive will zudem die operative Resilienz erhöhen, indem das Unternehmen 18 Monate der Dividendenzahlungen in Cash-Reserven vorhalten will, um in einem möglichen Bitcoin-Abwärtsmarkt nicht sofort in ungünstige Rebalancings gedrückt zu werden.

Abseits der Kapitalbeschaffung adressiert Walton auch regulatorisch anmutende Index- und Zugriffsregeln. Er kritisiert Einschränkungen, die sich auf Bitcoin-Treasury-Firmen beziehen, und argumentiert, dass solche Vorgaben die Möglichkeiten begrenzen könnten, Kapital über die üblichen institutionellen Kanäle zu allokieren. Im Kern bleibt seine Botschaft dennoch produktgetrieben: Der Zugang zu den Kreditmärkten kann die Bitcoin-Nachfrage erhöhen, wenn die neuen Strukturen den Standards entsprechen, nach denen traditionelle Kreditratings funktionieren. Für Unternehmen bedeutet das vor allem: Nicht nur die Treasury-Story zählt, sondern auch die „Rating-Fähigkeit“ der angebotenen Wertpapiermechanik.


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