MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Viele Unternehmen entscheiden sich wegen hoher Kosten und Sicherheitsbedenken teilweise gegen die Nutzung der Cloud und verlagern Workloads zurück auf eigene IT-Systeme, wie eine Studie der International Data Corporation (IDC) zeigt.

Laut der IDC erfüllen die Erwartungen vieler Unternehmen, die ihre IT in die Cloud verlagert haben, die Anforderungen oft nicht mehr. Eine zentrale Ursache ist das Kostenproblem: Fast die Hälfte aller befragten Unternehmen gab an, mehr für Cloud-Dienste ausgegeben zu haben als geplant, wobei 59 Prozent auch im Jahr 2024 ähnliche Budgetüberschreitungen erwarten.
Das Softwareunternehmen 37signals zeigt exemplarisch, wie groß die Einsparungen durch den Rückzug aus der Cloud sein können. Durch die Umstellung von Amazon Web Services (AWS) auf eigene Hardware sollen über fünf Jahre „weit über zehn Millionen Dollar“ eingespart werden, so das Unternehmen.
Ein vollständiger Rückzug aus der Cloud ist für viele Unternehmen jedoch nicht nur aus Kostensicht interessant. Performance- und Latenzprobleme bei leistungsintensiven Anwendungen sowie Herausforderungen in der Datensicherheit und Gesetzeskonformität gehören laut IDC ebenfalls zu den entscheidenden Faktoren. Besonders Branchen wie das Finanz- und Gesundheitswesen, in denen Datenschutz oberste Priorität hat, sehen darin Risiken.
Die Verwaltung einer Multi- oder Hybrid-Cloud-Umgebung führt zudem zu erheblicher Komplexität, da Daten über verschiedene Plattformen hinweg konsistent gesichert und verwaltet werden müssen. „Diese Komplexität kann die Vorteile der Cloud teilweise zunichtemachen“, so die IDC.
Viele Unternehmen verlagern daher Teile ihrer Workloads auf eigene Systeme zurück, um eine bessere Kontrolle über Kosten, Leistung und Sicherheit zu erlangen. Der IDC-Bericht zeigt jedoch, dass nur 8 bis 9 Prozent der Unternehmen die Cloud vollständig aufgeben wollen. Besonders große Organisationen mit komplexen IT-Umgebungen und hohen Ressourcenanforderungen scheinen den Rückzug als wirtschaftlicher zu betrachten.
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