LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue psychologische Studie stellt eine verbreitete Annahme infrage: Freunde ähneln sich zwar in Persönlichkeit etwas, doch dieses Matching erklärt nicht, wie zufrieden Menschen mit ihrer Freundschaft sind. Entscheidend ist offenbar weniger die objektive Übereinstimmung im Big-Five-Profil, sondern wie stark man die Persönlichkeit des Gegenübers im eigenen Kopf als ähnlich wahrnimmt. Besonders positive Eigenschaften wie Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität steigern das Wohlbefinden in Freundschaften. Die Ergebnisse zeigen damit, wie wichtig Wahrnehmung und Projektion für Beziehungen sind – und wo frühere Befunde möglicherweise zu kurz griffen.

Viele Menschen gehen davon aus, dass Freundschaften entstehen, weil wir „auf derselben Wellenlänge“ liegen. Die Idee der sozialen Übereinstimmung (Social Matching) ist im Alltag intuitiv: Wer ähnliche Eigenschaften hat, findet leichter Zugang, fühlt sich verstanden und bleibt deshalb länger verbunden. Eine aktuelle Studie aus der Psychologie liefert jedoch ein differenzierteres Bild. Ja, Freunde zeigen messbare Persönlichkeits-Ähnlichkeiten – allerdings schwach und nicht über alle Bereiche hinweg. Der zentrale Befund lautet: Selbst wenn zwei Personen im Big-Five-Profil ähnlich sind, folgt daraus nicht automatisch eine höhere Zufriedenheit mit der jeweiligen Freundschaft.
Die Untersuchung setzt bei zwei Ebenen an, die in der Debatte um Homophilie und Beziehungsqualität oft vermischt wurden: „tatsächliche“ (objective) Ähnlichkeit versus „wahrgenommene“ Ähnlichkeit. Tatsächliche Ähnlichkeit bedeutet, dass beide Personen ihre eigenen Eigenschaften unabhängig voneinander ähnlich bewerten. Wahrgenommene Ähnlichkeit hingegen beschreibt, was eine Person glaubt, wie ähnlich der Freund die eigenen Merkmale besitzt – unabhängig davon, ob diese Einschätzung der Realität entspricht. Genau hier findet die Studie ihre stärkste Erklärung: Zufriedenheit korreliert deutlich stärker mit der subjektiven Wahrnehmung als mit dem formalen Persönlichkeitsscore.
Methodisch ist das Design besonders relevant. Die Autorinnen und Autoren rekrutierten 371 Gruppen mit jeweils genau vier Freunden, sodass insgesamt 1.484 Teilnehmende erfasst wurden. Die Datenerhebung lief online zwischen Frühling 2023 und Frühling 2024. Zur Kontrolle tatsächlicher Gruppenzugehörigkeit nahmen die vier Personen gemeinsam an einem stumm geschalteten Video-Call teil. Der Fokus auf Vierergruppen erlaubt mehr als nur dyadische Betrachtung: Eine Person kann mehrere Freunde gleichzeitig bewerten, während dieselben Freunde aus unterschiedlichen Perspektiven beurteilt werden. Dadurch wird sichtbar, wie konsistent Wahrnehmungsmuster innerhalb eines kleinen Beziehungsnetzwerks sind.
Inhaltlich werden die Big-Five-Persönlichkeitsdimensionen herangezogen: Extraversion (Geselligkeit und Energie), Verträglichkeit (Kooperationsfähigkeit, Empathie), Gewissenhaftigkeit (Organisation und Zielorientierung), Neurotizismus (Tendenz zu negativen Emotionen wie Sorgen) sowie Offenheit (Neugier, Kreativität und Präferenz für neue Erfahrungen). Vorarbeiten lieferten hier ein uneinheitliches Bild, teils weil sie nur Paare betrachteten oder tatsächliche und wahrgenommene Ähnlichkeit nicht sauber trennten. Diese Studie macht den Unterschied experimentell „sichtbar“, indem sie sowohl Selbstauskünfte als auch die Bewertungen durch andere innerhalb derselben Gruppe erhebt.
Die Ergebnisse zeigen zunächst: Es gibt tatsächlich nur begrenzte Ähnlichkeit. Für vier der fünf Traits fanden die Forschenden statistisch messbare, aber kleine Effekte – etwa im Bereich von Korrelationskoeffizienten rs = 0, 05 bis 0, 10. Solche Werte bedeuten: Die Verbindung ist real, aber schwach. Besonders auffällig ist, dass bei Extraversion keine signifikante tatsächliche Ähnlichkeit erkennbar war. Das legt nahe, dass Menschen nicht zwingend „mit ähnlicher Extrovertiertheit“ befreundet sind. Offenheit sticht dagegen als Dimension hervor, in der Freunde sich in der Realität am deutlichsten ähneln – plausibel, weil Offenheit stark damit zusammenhängt, welche Aktivitäten, Interessen und Gesprächsinhalte jemand als attraktiv erlebt.
Entscheidend für die Beziehungsqualität ist aber weniger das objektive Matching als die psychologische Brille, durch die man den Freund bewertet. Die Daten zeigen eine klare Tendenz zur Projektion: Wahrgenommene Ähnlichkeit fällt in nahezu allen Big-Five-Bereichen deutlich größer aus als die tatsächliche. Mit anderen Worten: Teilnehmende überschätzen häufig, wie ähnlich Freunde zu ihnen selbst sind. Genau diese Wahrnehmung hängt mit der Zufriedenheit zusammen. Wenn jemand glaubt, der Freund sei loyal, offen oder verträglich, steigt die berichtete Zufriedenheit. Damit verschiebt sich die Erklärung von „Wir passen charakterlich zusammen“ hin zu „Wir sehen Gemeinsamkeiten, die unsere Interaktion stabilisieren“.
Die Studie prüft zudem direkt die Annahme „exakte Passung macht glücklich“. Die Autorinnen und Autoren nutzten dafür komplexere statistische Modelle, die nach einem spezifischen „Spike“ suchen: also danach, ob die Zufriedenheit sprunghaft ansteigt, wenn beide Personen exakt identische Trait-Ausprägungen haben. Dieses Muster fand sich nicht. Weder tatsächliche noch wahrgenommene Persönlichkeitssimilarität sagte zuverlässig voraus, wie zufrieden Menschen mit ihrer Freundschaft waren. Stattdessen zeigen die Daten, dass das Gesamtlevel bestimmter positiver Merkmale bei den Freunden eine robustere Rolle spielt – insbesondere Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion und emotionale Stabilität (niedriger Neurotizismus). In dieser Logik ist Charakterqualität wichtiger als Charaktergleichheit.
Aus regulatorischer und sicherheitsorientierter Perspektive ist das Ergebnis auch für Organisationen relevant, die psychosoziale Tools nutzen: Wenn Zufriedenheit stärker von Wahrnehmung als von objektiver Eigenschaft abhängt, sollten Produkte zur Personalauswahl oder Teamentwicklung sehr vorsichtig mit Interpretationen sein. Eine Messung, die Menschen in Ratings festnagelt, kann Wahrnehmungsfehler verstärken oder in ungewollte „Selbstbestätigungs“-Effekte kippen. Zudem handelt es sich um personenbezogene psychologische Daten, die in Europa besonders sensibel sind; für solche Anwendungsfälle gelten strenge Anforderungen an Zweckbindung, Transparenz und Datensicherheit. Für die Zukunft planen die Forschenden längsschnittliche Designs, um Ursache-Wirkung besser zu trennen und zu klären, ob Beziehungen Ähnlichkeiten erst mit der Zeit verstärken oder ob bestimmte Merkmalsprofile stabiler bestehen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Studie zu Freundschaften: Ähnlichkeit macht nicht glücklicher" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Studie zu Freundschaften: Ähnlichkeit macht nicht glücklicher" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Studie zu Freundschaften: Ähnlichkeit macht nicht glücklicher« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!