MADRID / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie belegt, dass demagogische, beschuldigende und beleidigende politische Sprache bei Menschen unabhängig von der eigenen Parteizugehörigkeit Wertebedrohung auslöst. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, verhassten politischen Gegnern die freie Meinungsäußerung zuzugestehen. In Experimenten mit Teilnehmenden aus Spanien und den USA zeigt sich zudem: Zufriedenheit mit der Demokratie wirkt als Verstärker oder Bremse. Damit liefern die Ergebnisse belastbare Hinweise darauf, wie sich aggressive Kommunikation psychologisch in den Alltag der Wählerschaft einprägt.

Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz
Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Politische Debatten wirken in vielen Ländern seit Jahren weniger wie Wettbewerb um Ideen, sondern wie eine Dauerauseinandersetzung. Besonders auffällig ist dabei eine Kommunikationsform, die Gegner nicht nur kritisiert, sondern moralisch abwertet, Schuld zuschiebt und demokratische Institutionen attackiert. Forschende nennen dieses Muster „demagogic discourse“ und wollten wissen, ob es tatsächlich mehr ist als bloß taktische Rhetorik. In kontrollierten Experimenten zeigte sich: Schon die einmalige Konfrontation mit dieser Art von Sprache kann das Sicherheitsgefühl der eigenen Überzeugungen untergraben. Unabhängig davon, ob Teilnehmende der attackierten politischen Linie eher nahestehen oder nicht.

Technisch betrachtet ist das Studiendesign bemerkenswert klar: In mehreren Laborsettings bekamen Teilnehmende kurze, realistisch wirkende, aber fiktive Nachrichtenbeiträge. Die Texte waren so gebaut, dass sie denselben politischen Kontext abdecken, jedoch den Ton systematisch unterschieden. Entweder erhielten die Probanden eine gemäßigte, stärker dialogorientierte Rede oder eine demagogische Version, die mit Beleidigungen, Medienstreckenangriffen und gruppenbezogenen Schuldzuweisungen arbeitete. Damit lässt sich der Effekt der Ausdrucksform isolieren. Messgrößen waren dabei einerseits die „value threat“, also das Gefühl, grundlegende moralische Prinzipien stünden unter Bedrohung, und andererseits die „political tolerance“, die Bereitschaft zur freien Rede für verhasste Gegner.

Im ersten Experiment nahmen 310 Personen aus Spanien teil. Sie lasen Artikel, in denen es um Wohnraumregeln ging; die Politik diente hier als verständlicher Rahmen, nicht als Hauptthema. Entscheidend war der sprachliche Stil: Ein Teil las eine gemäßigte Version, der andere eine demagogische, einschließlich Angriffen auf Medien und aggressiver Wortwahl. Zusätzlich variierten die Forschenden, welche politische Ausrichtung der fiktive Politiker hatte, um zu testen, ob Effekte davon abhängen, ob Teilnehmende die Linie des Absenders teilen. Nach dem Lesen beantworteten sie Fragebögen zu Wertebedrohung und politischer Toleranz. Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Demagogie steigerte value threat und reduzierte politische Toleranz.

Der zweite Baustein der Forschung verlagert den Test in den US-Kontext: 309 Teilnehmende bekamen Artikel, die auf US-Themen zugeschnitten waren, etwa Angriffe eines rechtsextremen Leaders auf „Black Lives Matter“ oder eines linksextremen Leaders auf die „Alt-Right“. Auch hier replizierten die Forschenden den Kerneffekt. Die demagogische Sprache erhöhte erneut das Gefühl, dass die eigenen Werte bedroht seien. Gleichzeitig stellten die Forschenden sicher, dass sich die Messung nicht nur aus „Komplexität“ oder „Positivität“ des Textes erklärt. Das heißt: Es war die demagogische Stilkomponente selbst, die psychologisch als Gefahr markiert wurde. Der Befund zur politischen Toleranz war jedoch diesmal weniger stabil.

Für die Abweichung lieferten die Daten eine Erklärung über „satisfaction with democracy“, also die Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie im eigenen Land. Bei US-Teilnehmenden, die mit der demokratischen Ordnung eher zufrieden waren, senkte demagogische Rhetorik die Toleranz gegenüber Gegnern. Diese Gruppe scheint die aggressive Wortwahl als Problem zu interpretieren und reagiert mit dem Wunsch, extreme Stimmen zu unterdrücken. Umgekehrt zeigte sich bei stark Unzufriedenen ein gegenläufiger Trend: Demagogische Kommunikation verringerte die Intoleranz nicht, sondern erhöhte sie eher leicht. Die Forschenden vermuten, dass Unzufriedenheit anti-establishment Signale attraktiver macht und Betroffene Regeln der politischen Höflichkeit eher als verhandelbar sehen.

Im dritten Experiment mit 380 US-Teilnehmenden gingen die Forschenden deshalb noch tiefer in die Psychologie: Sie hielten die Ideologie der Rednerseite so, dass die Teilnehmenden den Politiker grundsätzlich eher unterstützten. Dadurch sollte das Risiko sinken, dass bereits die Grundhaltung den Effekt überdeckt. Zusätzlich zerlegten sie Wertebedrohung in drei Ebenen: persönliche Werte, gesellschaftliche Werte und demokratische Werte. Sobald die Basisunterstützung statistisch kontrolliert war, erhöhte demagogische Sprache alle drei Kategorien von value threat. Interessant ist dabei die Verbindung zur Toleranz: Personen, die mit dem Status quo zufrieden waren, wurden nach aggressiver Sprache weniger tolerant. Unzufriedene zeigten die restriktive Reaktion nicht in gleicher Weise. Damit entsteht ein differenziertes Bild: Sprache wirkt nicht nur, weil sie „aggressiv“ ist, sondern weil Menschen sie in ihren demokratischen Bezugsrahmen einordnen.

Die Studie weist aber auch Grenzen auf, die für die Interpretation in der Praxis wichtig sind. Die Teilnehmenden bekamen jeweils eine einzelne, kurze Textpassage; im echten Leben erleben Wähler oft wiederholte, über lange Zeiträume gestaffelte Exposition. Das könnte Effekte verstärken oder zeitgleich zu emotionaler Gewöhnung führen. Zudem wurden Experimente in westlichen Demokratien durchgeführt. Kulturunterschiede in Höflichkeitsnormen und bürgerlicher „Gehorsams“-Erwartung könnten dazu führen, dass demagogische Rhetorik in anderen Regionen andere psychologische Pfade nimmt. Auch bei der Messung von Toleranz bleibt Raum: In US-Szenarien müssen Antworten häufig gegen etablierte Rivalen gerichtet werden, während extreme Gruppen strukturell weniger „testbar“ sind.

Für die Einordnung in die Marktperspektive ist der Kern dennoch klar: Feindselige politische Kommunikation ist nicht nur eine Show. Sie kann den psychologischen Zustand der Wählerschaft so verändern, dass Kompromisse schwerer werden, weil die Bereitschaft sinkt, Gegnern Grundrechte zuzugestehen. Damit treffen die Ergebnisse auch auf die Debattenkultur im digitalen Raum, in dem Sprachstile häufig über Plattformlogiken multipliziert werden. Als Vergleichsfolie lässt sich die Branche der KI-gestützten Content-Moderation und Stimmungsanalyse heranziehen: Wer dort Modelle baut, die aggressiven Ton nur als „Netiquette-Verstoß“ einstufen, unterschätzt womöglich die Wertebene. Für Unternehmen und Entwickler bedeutet das: Sicherheits- und Moderationssysteme sollten nicht nur toxische Sprache erkennen, sondern deren Kontextwirkung auf Vertrauen, Toleranz und demokratische Stabilität mitdenken.

Die Arbeit „Examining psychological effects of demagogic discourse on perceived threat and political intolerance“ stammt von Marcos Dono, Chantal D’Amore, Mónica Alzate, Marco Brambilla, Martijn van Zomeren und José Manuel Sabucedo. In der Zukunft dürften Folgeuntersuchungen vor allem zwei Richtungen einschlagen: bessere Messinstrumente für politische Toleranz in unterschiedlichen Wahlsystemen und Designs, die wiederholte Exposition sowie verschiedene kulturelle Deutungsrahmen abbilden. Wahrscheinlich wird sich dann auch noch präziser beantworten lassen, wann demagogische Rhetorik eher eskaliert und wann sie durch demokratische Zufriedenheit als Bremse wirkt.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
1.501 Bewertungen
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
  • NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz".
Stichwörter AI Artificial Intelligence Demokratie Experiment Freiheit Der Rede KI Künstliche Intelligenz Medien Polarisierung Politische Rhetorik Psychologie Sprachstil Toleranz Werte
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!

Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Studien zeigen: Beleidigende politische Rhetorik steigert Wertebedrohung und Intoleranz« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    4.602 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs