BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Bundesländer haben begonnen, und die Fronten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sind verhärtet. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern einen Reallohnanstieg, während die Arbeitgeber die Forderungen als zu hoch ablehnen. Warnstreiks könnten die Folge sein, wenn keine Einigung erzielt wird.

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Bundesländer haben mit einer klaren Forderung der Gewerkschaften begonnen: Ein Reallohnanstieg, der über einen bloßen Inflationsausgleich hinausgeht. Verdi-Chef Frank Werneke betonte vor Beginn der Verhandlungen in Berlin, dass die Arbeitnehmer einen gerechten Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung erhalten sollten. Die Gewerkschaften, darunter Verdi und der Beamtenbund dbb, fordern eine Erhöhung der Einkommen um sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro.
Auf der anderen Seite steht die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), vertreten durch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel. Er wies die Forderungen als überzogen zurück und betonte, dass die finanzielle Lage der Länder eine solche Erhöhung nicht zulasse. Diese ablehnende Haltung könnte zu einem harten Verhandlungsprozess führen, bei dem die Gewerkschaften bereits mit Warnstreiks drohen, sollten die Arbeitgeber kein akzeptables Angebot vorlegen.
Die Verhandlungen betreffen rund 925.000 Tarifbeschäftigte und etwa 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte, deren Gehälter in den einzelnen Bundesländern per Gesetz angepasst werden sollen. Eine Ausnahme bildet Hessen, das seine Verhandlungen separat führt. Die Möglichkeit von Warnstreiks in Bereichen wie dem Straßenbetriebsdienst, den Landespolizeien, Unikliniken oder der Finanzverwaltung wird von dbb-Chef Volker Geyer in Betracht gezogen, falls die Verhandlungen ins Stocken geraten.
Die Verhandlungen sind auf drei Runden angesetzt, wobei die entscheidende dritte Runde vom 11. bis 13. Februar in Potsdam stattfinden soll. Die Gewerkschaften hoffen, dass bis dahin eine Einigung erzielt werden kann, die den Beschäftigten eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommenssituation bringt. Sollte dies nicht gelingen, könnten die angekündigten Warnstreiks Realität werden und den öffentlichen Dienst in vielen Bereichen lahmlegen.
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