BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland steht vor erheblichen technischen Herausforderungen. Trotz der positiven Bewertung der Idee durch Experten, kämpfen viele Praxen mit technischen Problemen, die das Vertrauen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens erschüttern könnten. Die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands fordert Verbesserungen, um die Effizienz der Patientenversorgung zu steigern.

Die elektronische Patientenakte (ePA) wird als ein bedeutender Schritt in der Digitalisierung des Gesundheitswesens angesehen. Sie soll die Verwaltung von Patientendaten revolutionieren und die Effizienz in der medizinischen Versorgung erhöhen. Doch trotz der positiven Resonanz auf die Konzeption der ePA, gibt es erhebliche technische Schwierigkeiten, die die Umsetzung behindern. Laut Nicola Buhlinger-Göpfarth, der Vorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, ist die Idee der ePA zwar ausgezeichnet, jedoch mangelt es an einer effektiven Umsetzung durch die Krankenkassen, die Industrie und die Digitalagentur Gematik.
Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigt, dass drei Viertel der befragten Praxen von technischen Problemen berichten, die in den letzten Monaten aufgetreten sind. Diese Probleme könnten das Vertrauen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens nachhaltig beeinträchtigen. Seit Oktober sind Gesundheitsinstitutionen verpflichtet, relevante Daten wie Befunde oder Laborwerte digital zu speichern, was die Grundlage für eine lebenslange, verbesserte Patientenversorgung schaffen soll.
Trotz der technischen Herausforderungen betont Buhlinger-Göpfarth, dass es kein flächendeckendes Problem mit falschen Diagnosen in den elektronischen Akten gibt. Bei über 500 Millionen Fällen, die Ärzte jährlich betreuen, können fehlerhafte oder veraltete Einträge zwar vorkommen, jedoch handelt es sich dabei nicht um ein Massenproblem. Die Einführung eines Hausarzt-Systems könnte laut der Verbandschefin die Effizienz und die patientenzentrierte Versorgung weiter verbessern.
Die Bundesregierung wird aufgefordert, ein solches System rasch einzuführen, bei dem Patienten, die zunächst ihren Hausarzt konsultieren, bevorzugt Zugang zu Fachärzten erhalten. Dieses Modell könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Qualität der Versorgung verbessern. Die Diskussion um die ePA zeigt, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen zwar auf dem richtigen Weg ist, jedoch noch erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um die technischen Herausforderungen zu überwinden und das volle Potenzial der digitalen Transformation zu nutzen.
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