WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Teslas Ambitionen im Bereich des autonomen Fahrens stehen vor großen Herausforderungen. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA erwägt einen Rückruf von 3,2 Millionen Fahrzeugen, während sich die europäische Zulassung erneut verzögert. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Zukunft von Teslas FSD-System auf.

Die jüngsten Entwicklungen rund um Teslas Full Self-Driving (FSD) System werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich der Elektroautohersteller derzeit gegenübersieht. In den USA hat die Verkehrsbehörde NHTSA ihre Untersuchung des FSD-Systems auf die letzte Stufe vor einem möglichen Rückruf hochgestuft. Diese sogenannte „Engineering Analysis“ könnte zu einem landesweiten Sicherheitsrückruf führen, der rund 3,2 Millionen Fahrzeuge betreffen würde, darunter die Modelle S, X, 3, Y und den Cybertruck.
Im Zentrum der Untersuchung steht ein Problem mit der Zuverlässigkeit der Kamerasensoren des FSD-Systems. Diese sollen bei starker Sonneneinstrahlung, Staub oder Nebel nicht immer korrekt funktionieren, was zu einer fehlerhaften Warnung an den Fahrer führen kann. Neun Vorfälle, darunter ein tödlicher Unfall, werden mit diesem Defekt in Verbindung gebracht. Zudem untersucht die NHTSA, ob Tesla diese Unfälle systematisch untermeldet hat.
Parallel dazu sieht sich Tesla in Europa mit Verzögerungen bei der Zulassung seines FSD-Systems konfrontiert. Obwohl die niederländische Zulassungsbehörde RDW alle Fahrzeugtests abgeschlossen hat, wurde das erwartete Genehmigungsdatum auf den 10. April verschoben. Tesla hat umfangreiche Tests durchgeführt, darunter über 1,6 Millionen Kilometer auf europäischen Straßen und mehr als 4.500 Testszenarien auf Teststrecken. Dennoch bleibt die Genehmigung aus, was die Einführung des Systems in Europa weiter verzögert.
Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der europäische Markt für Tesla ohnehin schwächelt. Die Zulassungszahlen sind 2025 um 27,8 Prozent eingebrochen, und der Rückgang setzt sich 2026 fort. Die Tesla-Aktie hat seit ihrem Hoch Mitte Dezember 2025 rund 23 Prozent an Wert verloren. Das Narrativ vom autonomen Fahren als zentralem Werttreiber für Tesla wird durch die aktuellen Herausforderungen weiter erschüttert.
Die Frage, ob die niederländische Genehmigung am 10. April tatsächlich erteilt wird, stellt den nächsten Stresstest für Teslas Versprechen dar, eine führende Rolle im Bereich des autonomen Fahrens einzunehmen. Eine EU-weite Zulassung wird frühestens im Sommer 2026 erwartet, was die Unsicherheiten für Tesla und seine Investoren weiter erhöht.
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