LONDON (IT BOLTWISE) – Lenovo erweitert sein ThinkCentre X AIO Aura Edition in neue Regionen und setzt dabei auf ein ungewöhnliches Display-Format. Der 27,6-Zoll-IPS-Monitor arbeitet im 16:18-Seitenverhältnis und soll damit mehr vertikalen Arbeitsraum für Dokumente, Code und Webseiten liefern. Unter der Haube kommen Intels Core-Ultra-Prozessoren sowie die integrierte Arc B390 GPU. Entscheidend für die Praxis bleibt, wie sich das Setup im Alltag gegen klassische Mehrmonitor-Konfigurationen schlägt.

Lenovo liefert mit dem ThinkCentre X AIO Aura Edition einen All-in-One-Desktop, der vor allem eines ändern will: die Proportionen zwischen Anzeige und Arbeitsfläche. Während der klassische Monitormarkt auf 16:9 oder 16:10 optimiert ist, wählt das Gerät ein 16:18-Seitenverhältnis. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine Designentscheidung ohne unmittelbaren Nutzen, wird in der täglichen Nutzung aber schnell greifbar: Wenn mehrere Zeilen Code, längere Dokumente oder Websites mit viel vertikalem Text im Fokus stehen, reduziert ein nahezu quadratisches Layout das ständige Scrollen. Genau diese Zielgruppe adressiert Lenovo – und positioniert den Rechner damit als Alternative zum „ein Monitor plus ständiges Hin- und Herwechseln“.
Das Display selbst ist ein 27,6-Zoll-IPS-Panel mit 2560 x 2880 Pixeln. Mit 300 Nits Spitzenhelligkeit und einer 98-prozentigen Abdeckung des DCI-P3-Farbraums zielt Lenovo auf Anwendungen, in denen Farbwiedergabe und Lesbarkeit zählen, etwa bei kreativen Workflows oder bei Präsentationen. Gleichzeitig bleibt die Bildwiederholrate auf dem für Büro- und Standard-Produktivarbeit üblichen Niveau: 60 Hz. Für Anwender bedeutet das vor allem eine gleichmäßige Darstellung bei Text und statischen Layouts, nicht aber einen Fokus auf Hochfrequenz-Gaming. Bemerkenswert ist auch die mechanische Konsequenz: Der Rechner will bewusst den Platzbedarf mehrerer Monitore vermeiden und setzt stattdessen auf ein einziges, stark vertikal ausgerichtetes Display.
Rechenleistung liefert Intel. Zur Auswahl nennt Lenovo den Intel Core Ultra 5 325 oder die stärkere Variante Core Ultra X7 368H, die Taktraten von bis zu 5,0 GHz erreichen kann. Für die Grafik übernimmt die integrierte Arc B390 GPU, womit der All-in-One vor allem bei typischen Office- und Content-Erstellungs-Szenarien gedacht ist. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Prozessor, Grafik und Betriebssystem-Setup: Moderne Hardware skaliert in der Praxis nur dann zuverlässig, wenn Treiber- und Updatepfade sauber laufen und das System nicht in typische Fehlerbilder ausweicht. In der Meldung wird deshalb auf einen „Starterpaket“-Gedanken für den Umstieg auf Windows 11 verwiesen, verbunden mit der Erwartung, dass ein reibungsloser Wechsel ohne Datenverlust gelingt. Auch für IT-Verantwortliche ist das relevant, weil genau solche Übergänge in Unternehmen häufig mehr Zeit kosten als die reine Beschaffung.
Beim Speicher- und Ausstattungsprofil setzt Lenovo auf die für aktuelle Desktop-All-in-Ones übliche, aber im Detail flexible Linie. Serienmäßig sind 16 GB LPDDR5X RAM verbaut, in bestimmten Regionen sind laut Angaben bis zu 64 GB LPDDR5X mit 8533 MHz möglich. Als Massenspeicher sind bis zu 2 TB PCIe-Gen-5-SSD vorgesehen, außerdem lässt sich der Speicher über einen zweiten M.2-2280-Slot erweitern. Das Netzteil wird mit 170 Watt spezifiziert – ein Wert, der gut zu einem Gerät passt, das zwar Leistungsreserven bietet, aber keine maximale „Workstation-Klasse“ im engen Gehäusevolumen ausspielen möchte. Bei der Konnektivität legt der Hersteller den Fokus klar auf aktuelle Schnittstellen: Wi‑Fi 7 sowie Bluetooth 5.4 oder 6.0 (regionsabhängig), dazu Thunderbolt und HDMI 2.1 für Peripherie und externe Displays, sofern doch einmal ein zweites Setup nötig wird.
Für Videokonferenzen integriert Lenovo eine 16-MP-KI-Kamera, ergänzt durch ein Vierfach-Mikrofon-Array sowie ein Vier-Lautsprecher-System. Das klingt nach Standard, adressiert aber in der All-in-One-Praxis genau die Komfortzone: Audio- und Videoqualität entscheiden oft darüber, ob ein Gerät im täglichen Meeting-Betrieb Akzeptanz findet. Dazu passt auch das Gewicht, das zwischen 7,37 und 7,76 Kilogramm liegt. Damit bleibt der Rechner zwar transportfähig, aber nicht „mobil-first“ – eher gedacht für feste Arbeitsplätze im Büro oder in der hybriden Arbeitsumgebung. Interessant ist zugleich, wie Lenovo das Modell in die Produktlandschaft einordnet: Parallel wird am 24. Juli ein weiterer kompakter Desktop, das ThinkCentre Neo 50q Gen 6 Tiny, erwähnt, der auf Intels Lunar-Lake-Prozessoren basiert. Das deutet darauf hin, dass der Konzern die Plattformstrategie über mehrere Bauformen hinweg verfolgt, statt die „Aura“-Idee als Einzelfall zu behandeln.
Für die Markteinordnung liefern die Preisangaben einen ersten Anker: In der Eurozone soll das Gerät bei 2.113 bis 2.661 Euro inklusive Mehrwertsteuer starten, in Großbritannien geht es ab 1.933 Pfund los. In Australien nennt Lenovo 2.820 Australische Dollar, in Singapur 3.028 Singapur-Dollar. Die Verfügbarkeit startet aktuell in Australien, Ostasien, Südostasien sowie in den meisten europäischen Ländern; ein Marktstart in Nordamerika wird „in Kürze“ erwartet. Genau hier wird die Entscheidung spannend: Die Display-Form wirkt wie ein Nischenvorteil für vertikale Workloads. Ob sich 16:18 im Alltag als spürbarer Standard durchsetzt, bleibt daher offen – aber gerade für Teams, die mit längeren Texten, Tabellen, Entwicklungsumgebungen oder regulären Dokumentenformaten arbeiten, kann das Setup das klassische Monitor-Setup ergonomisch herausfordern.
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