ESSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp an Jindal Steel International sind ins Stocken geraten. Hauptgründe sind unüberwindbare Differenzen bei Pensionsverpflichtungen und Energiekosten. Dies stellt einen Rückschlag für die strategische Neuausrichtung von Thyssenkrupp dar, die darauf abzielt, das Unternehmen in eine schlanke Holding zu transformieren.

Die Verhandlungen zwischen Thyssenkrupp und Jindal Steel International über den Verkauf der Stahlsparte sind nach sechs Monaten ins Stocken geraten. Hauptgründe sind unüberwindbare Differenzen bei Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro und steigende Energiekosten. Diese Entwicklung stellt einen Rückschlag für die strategische Neuausrichtung von Thyssenkrupp dar, die darauf abzielt, das Unternehmen in eine schlanke Holding zu transformieren.
Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE), das zyklische und kostenintensive Stahlgeschäft des Unternehmens, steht seit Jahren zum Verkauf. Die jüngsten Verhandlungen mit Jindal Steel International, dem internationalen Arm der indischen Naveen Jindal Group, beinhalteten anfängliche Angebote für ein grünes Stahlwerk in Duisburg und Investitionen in Höhe von über zwei Milliarden Euro in Elektrolichtbogenofen-Kapazitäten. Doch die Pensionsverpflichtungen und die hohen Energiekosten in Deutschland haben die Verhandlungen ins Stocken gebracht.
CEO Miguel Lopez hat bekräftigt, dass Thyssenkrupp die Umstrukturierung von TKSE unabhängig von einem Verkauf vorantreiben wird, gestützt durch erwartete Schutzmaßnahmen der EU für die Stahlindustrie. Die gescheiterten Verhandlungen verzögern jedoch die strategische Neuausrichtung des Unternehmens, die darauf abzielt, nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche wie Automobilteile und Clean-Tech-Ventures zu veräußern.
Die europäische Stahlindustrie steht unter Druck durch Überkapazitäten, Importfluten und Dekarbonisierungsauflagen. Wettbewerber wie Salzgitter AG haben kürzlich ihre Handelsarme umstrukturiert und 1,3 Milliarden Euro für grünen Stahl gesichert. Thyssenkrupp hinkt hinterher, da die grünen Ambitionen von TKSE nun von Käuferzusagen abhängen, die derzeit gefährdet sind.
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