VERMONT / LONDON (IT BOLTWISE) – Forschende untersuchen schwarze Hautläsionen bei Welsen im Lake Memphremagog und stoßen auf eine seltene Form von Krebs, der offenbar von Fisch zu Fisch übertragbar ist. Genetische Analysen zeigen, dass die Tumorzellen untereinander eng verwandt sind, sich aber deutlich vom Wirtsgenom unterscheiden. Damit rückt ein weiteres natürliches Übertragungsprinzip in den Fokus, diesmal ohne klassische Beteiligung von Viren, Bakterien oder Parasiten. Unklar bleibt vorerst, wie genau die Übertragung abläuft – Hinweise liefern dabei Fortpflanzungsverhalten und das Milieu im See.

Im Grenzgebiet zwischen Vermont und Québec ist der Lake Memphremagog ein Trinkwasser- und Lebensraum zugleich – und genau dort häufen sich seit Jahren Berichte über Welse mit markanten, schwarzen Hautflecken. Laut dem Bericht der Forschenden stieg das Auftreten der dunklen Läsionen ab etwa 2012 deutlich an: Bis 2014 wiesen nahezu ein Drittel der Brown-Bullhead-Katfish solche Veränderungen auf. Was zunächst nach einem ungewöhnlichen Krankheitsausbruch klang, entpuppte sich in den Untersuchungen als Hautkrebs, der sich offenbar nicht nur im Körper eines Individuums entwickelt, sondern zwischen Individuen weitergegeben wird.
Die Einordnung als transmissibler Krebs ist deshalb so bemerkenswert, weil es in der Natur bisher nur wenige Fälle gibt, bei denen lebende Tumorzellen selbst als „Überträger“ fungieren. Bei Tasmanischen Teufeln werden Tumorzellen über direkte Verletzungen übertragen, etwa wenn Tiere sich bei Kämpfen oder während der Paarung gegenseitig ins Gesicht beißen. Bei Hunden verteilt sich eine canine übertragbare Tumorform über den engen Kontakt zwischen Paarungspartnern und über Schäden im Genitalbereich. Bei manchen Muscheln und ähnlichen Schalentieren wiederum spielt das Wasser eine Rolle: Krebszellen setzen bei abgestorbenen Wirten eine hohe Zahl an Tumorzellen frei, und andere filtern sie beim Nahrungserwerb wieder heraus – der „Wirtswechsel“ entsteht damit über das Medium.
Für Welse in Nordamerika bleibt der Übertragungsweg bislang teilweise offen. Die Forschenden schlagen als Arbeitshypothesen vor, dass das Verhalten zur Fortpflanzungszeit einen Teil erklärt: Beim Laichen könnten Brown-Bullheads in flachen Zonen dicht beieinanderstehen, wodurch physischer Kontakt zwischen Individuen wahrscheinlicher wird. Daneben könnte der Lebensraum am Gewässergrund zählen, weil bodenlebende Fische stark mit Sedimenten interagieren, die potenziell freie Tumorzellen beherbergen. Zusätzlich tauchen Hinweise auf, dass natürliche Stoffe im Ökosystem eine Rolle spielen könnten; im Studiensetup wird dabei auch Arsen als mögliches Mitmotiv genannt. Entscheidend ist: Anders als bei vielen infektiösen Erkrankungen ist in der beschriebenen Lage kein Virus, kein Bakterium und kein Parasit der direkte Auslöser der Weitergabe.
Der Kernbefund aus den Labor- und Sequenzierungsdaten kommt aus der vergleichenden Genetik. Das Team um Julie Dragon von der University of Vermont und Peter Emerson vom State of Vermont verglich DNA aus Tumorgewebe und aus gesundem Gewebe betroffener Fische. Mit Whole-Genome-Sequencing zeigte sich, dass die Krebszellen untereinander deutlich näher verwandt sind als mit den jeweiligen Wirten. Genau dieses Muster – eine stark „klonale“ Übereinstimmung der Tumorzellen über mehrere Individuen hinweg – gilt als Signatur für einen transmissiblen Krebs, in dem Tumorzellen selbst eine Art infektiöser Linie bilden. In der Biologie ist das alles andere als trivial: Ein funktionierendes Immunsystem erkennt fremde Zellen, auch wenn es sich um „dieselbe Art“ handelt, und startet meist eine Abwehrreaktion.
Warum transmissible Krebsarten so selten sind, lässt sich auch auf Mechanik und Genetik zurückführen. Selbst innerhalb einer Spezies ist das Erbgut zwischen Individuen oft stark variabel, sodass Tumorzellen aus einem anderen Individuum für das Immunsystem und auch auf zellulärer Ebene „fremd“ wirken. Zudem sind Zellen an sich empfindlich: Wenn Krebszellen den Körper verlassen, sterben viele bereits, bevor sie überhaupt eine neue Umgebung erreichen. Daher sind transmissible Krebsformen häufig auf direkte Routen angewiesen – etwa auf das unmittelbare Einbringen von Zellen bei Tasmanischen Teufeln, auf den Kontakt über Membranen bei Hunden oder auf ein Medium, in dem Tumorzellen überlebensfähig bleiben können. Der Fall bei den Welsen erweitert dieses Bild um eine Situation, in der die Zellen offenbar eine Passage finden, ohne dass ein klassischer Erreger als Vermittler benötigt wird.
Für die Ökologie ist der Befund zugleich alarmierend und schwer zu bewerten. Einige transmissible Krebsformen können ganze Populationen drastisch reduzieren; bei Tasmanischen Teufeln wird etwa von massiven Verlusten in Teilpopulationen berichtet. Bei Hunden dagegen kann dieselbe Grundidee über lange Zeiträume bestehen, ohne dass es zwingend sofort zu einem vollständigen Zusammenbruch kommt. Im Lake Memphremagog können laut den Forschenden stark betroffene Tiere noch mehrere Jahre überleben, aber wie stark sich die Erkrankung langfristig auf Bestandszahlen, Altersstruktur und Fortpflanzung auswirkt, bleibt offen. Gerade deshalb erweitert das Team die Probennahme auf weitere Gewässer in Vermont, New Hampshire, Maine und New Brunswick und sucht nach ähnlichen Fällen; zugleich werden für Massachusetts weitere Ponds und Flüsse untersucht, um auch eine mögliche Herkunftsregion einzugrenzen.
Für die öffentliche Gesundheit ist die Kernbotschaft klar formuliert: Es gebe keine Hinweise darauf, dass ein natürlich transmissibler Krebs dieser Art unabhängig in Menschen weitergegeben wird. In der Studie wird zudem der Begriff präzise abgegrenzt: Ein wahrer transmissibler Krebs bedeutet, dass sich Krebszellen von einem Ausgangswirt abkoppeln, als eigenständige Linie persistieren, zwischen Menschen verbreiten und sich dort als selbsttragender Klon weiterentwickeln. Solche Mechanismen sind in den beschriebenen medizinischen Ausnahmen nicht gegeben. Was Menschen gelegentlich betrifft, kann stattdessen Einmaltransfers oder andere Spezialfälle widerspiegeln, etwa Krebszellen in transplantierten Organen, Übertragungen vor der Geburt, ein labortechnischer Zufallsübertritt oder durch Viren wie Human Papillomavirus (HPV) ausgelöste Krebsentstehung. Für Unternehmen und Behörden heißt das vorerst: Beobachten, nicht alarmieren – mit einem klaren Fokus darauf, wie die Übertragung im aquatischen System genau funktioniert.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Transmissibler Krebs bei Welsen: Neue Studie zeigt melano-malignes Übertragungsphänomen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Transmissibler Krebs bei Welsen: Neue Studie zeigt melano-malignes Übertragungsphänomen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Transmissibler Krebs bei Welsen: Neue Studie zeigt melano-malignes Übertragungsphänomen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!