WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Jahr nach der Einführung von Trumps umstrittenen Zöllen zeigt sich die Handelswelt in Aufruhr. Die USA und die EU stehen im Mittelpunkt eines komplexen Handelskonflikts, der nicht nur wirtschaftliche, sondern auch rechtliche Wellen schlägt. Wie haben sich die Beziehungen zwischen den Handelspartnern entwickelt und welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Vor einem Jahr begann eine neue Ära in der Handelspolitik der USA, als Präsident Donald Trump einen pauschalen Basiszoll von zehn Prozent auf alle Importe einführte. Diese Maßnahme, die auf dem Notstandsgesetz IEEPA basierte, war der aggressivste Schritt in Trumps Handelsstrategie. Die Reaktionen der internationalen Handelspartner ließen nicht lange auf sich warten. Besonders die Europäische Union bereitete sich auf Gegenmaßnahmen vor, um die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitgliedstaaten zu schützen.
Die Europäische Union reagierte schnell auf Trumps Zölle. Bereits eine Woche nach der Ankündigung der US-Zölle machte die EU den Weg für Gegenzölle frei, die zwischen zehn und 25 Prozent liegen sollten. Diese wurden jedoch zunächst nicht angewendet, da Verhandlungen mit den USA im Gange waren. Die Eskalation folgte im Juli 2025, als Trump Zölle von 30 Prozent auf alle Waren aus der EU und Mexiko ankündigte. Die EU bereitete daraufhin zusätzliche Gegenzölle im Wert von 72 Milliarden Euro vor, während sie weiterhin auf eine Verhandlungslösung hoffte.
Im August 2025 kam es zu einem vorläufigen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Trump und der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Beide Seiten einigten sich auf eine Obergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte in die USA. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte zu erleichtern. Diese Einigung wurde jedoch durch ein Urteil des Obersten US-Gerichts im Februar 2026 erschüttert, das viele von Trumps Zöllen für unzulässig erklärte.
Trotz des Rückschlags durch das Gerichtsurteil setzte Trump seine Zollpolitik fort, indem er ein neues Dekret für einen globalen Zoll von zehn Prozent unterzeichnete, der ab dem 24. Februar 2026 in Kraft trat. Dieser Zoll sollte zunächst für 150 Tage gelten, mit der Möglichkeit einer Erhöhung auf 15 Prozent. Die EU reagierte darauf mit der Forderung nach strengen Bedingungen für die weitere Umsetzung des Zolldeals. Ein Jahr nach dem sogenannten ‘Liberation Day’ kündigte die US-Regierung schließlich neue Zölle von 100 Prozent auf patentgeschützte Arzneimittel an, von denen die EU ausgenommen war. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU weiterhin angespannt bleiben.
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