NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Nach einer starken Erholungswoche nach Ostern zeigen sich die US-Aktienmärkte am Freitag zurückhaltend. Die fragile Waffenruhe im Iran und die aktuellen US-Konjunkturdaten beeinflussen die Märkte kaum. Hoffnungsschimmer im Ukraine-Konflikt könnten jedoch stützend wirken.

Die US-Aktienmärkte haben nach einer beeindruckenden Erholungswoche nach Ostern am Freitag eine Verschnaufpause eingelegt. Die Anleger zeigten sich zurückhaltend, was auf die fragile Waffenruhe im Iran und die aktuellen US-Konjunkturdaten zurückzuführen ist, die kaum Einfluss auf die Notierungen hatten. Trotz vager Hoffnungen im Ukraine-Konflikt blieben die Impulse von den Ölpreisen, die derzeit im Zuge des Iran-Kriegs als wichtigster Taktgeber für die globalen Börsen gelten, aus. Diese notierten auf Vortagesniveau, was die Inflations- und Konjunkturerwartungen unverändert ließ.
Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,2 Prozent auf 48.080 Punkte, was auf einen Wochengewinn von rund dreieinhalb Prozent hindeutet. Der S&P 500 legte um 0,1 Prozent auf 6.834 Zähler zu, während der Nasdaq 100 um 0,3 Prozent auf 25.161 Punkte stieg, was für den technologielastigen Index ein Plus von rund viereinhalb Prozent auf Wochensicht signalisiert. Die Stimmung der US-Verbraucher, gemessen am Konsumklimaindex der Universität Michigan, trübte sich im April stärker als erwartet ein und fiel auf ein Rekordtief.
Unterdessen trieb der Iran-Krieg die US-Inflationsrate im März deutlich nach oben. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,3 Prozent, verglichen mit 2,4 Prozent im Februar. Volkswirte hatten im Schnitt allerdings mit einem noch etwas stärkeren Anstieg auf 3,4 Prozent gerechnet. Experten gehen nun überwiegend davon aus, dass die US-Notenbank vorerst nicht an der Zinsschraube dreht und zunächst die weitere Entwicklung abwarten wird.
Im Fokus stehen weiterhin Softwarewerte, die tags zuvor einen schwarzen Tag hinnehmen mussten. Der Sektor leidet bereits seit einiger Zeit unter KI-Verdrängungssorgen. Mit dem Nahostkrieg wurde die Situation für die Anleger nicht besser. Citigroup strich ihre Empfehlungen für einige Werte, was unter anderem die Aktien von Docusign und Autodesk belastete. Eine skeptische Analystenstudie sorgte zudem bei den Papieren von Nike für Verluste, da Experten von Piper Sandler sie aus Sorge um das gesättigte Athleisure-Geschäft abstufen.
Die Aktien von CoreWeave stiegen hingegen um weitere 12,7 Prozent, nachdem der Anbieter von Cloud-Kapazität im Bereich Künstlicher Intelligenz mitgeteilt hatte, dass der KI-Spezialist Anthropic Rechenzentrumskapazitäten anmieten wird. Bereits zuvor hatte CoreWeave eine langfristige Vereinbarung mit dem Betreiber sozialer Netzwerke Meta im Volumen von rund 21 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben.
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