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LONDON (IT BOLTWISE) – Neuseelands Arbeitslosenquote ist im dritten Quartal auf 5,7 % gestiegen und widerspricht damit den Erwartungen eines Rückgangs. Gleichzeitig berichten mehrere US-Tech- und Gesundheitsunternehmen über starke Quartalszahlen und teils angehobene Prognosen. Besonders auffällig sind AMDs höherer Gewinn und die Erlöse mit Rechenzentrumschips. In den Bilanzen taucht zudem eine buchhalterische Belastung im Zusammenhang mit einem OpenAI-Abkommen auf, die weitgehend steuerlich ausgeglichen werden konnte.

USA/Asien: Arbeitsmarktdaten und Tech-Gewinne treiben die Märkte
USA/Asien: Arbeitsmarktdaten und Tech-Gewinne treiben die Märkte (Foto: IT BOLTWISE)
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Neuseelands Arbeitsmarkt liefert zum Wochenstart einen klaren Makro-Impuls: Die Arbeitslosenquote stieg im dritten Quartal auf 5,7 Prozent, nach 5,6 Prozent im zweiten Quartal, und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2015. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl, sondern die Richtung gegenüber den Erwartungen. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 5,5 Prozent gerechnet. Damit bleibt die Botschaft für die Geldpolitik zweigeteilt: Einerseits wächst der Druck, dass die Wirtschaft nicht so schnell abkühlt wie von Teilen des Marktes angenommen. Andererseits deutet die Meldung zugleich auf eine jüngste Zurückhaltung der Zentralbank bei weiteren Zinserhöhungen hin – ein Punkt, der in der Zinskurve regelmäßig stärker wirkt als einzelne Unternehmensberichte.

Für die Markterwartungen in den USA zeigt das Briefing, wie eng Konjunktur- und Unternehmenslogik inzwischen verzahnt sind. Während die Makroseite über die Arbeitsmarktzahlen das Gefühl für Tempo und Robustheit liefert, liefern die Quartalszahlen die Mikro-Realität: Mehrere Unternehmen melden Ergebnissteigerungen, übertreffen Konsensschätzungen und heben teilweise Prognosen an. AMD etwa erzielte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Dollar und lag damit über den erwarteten 3,2 Milliarden. Die Bruttomarge blieb mit 56 Prozent stabil und entsprach dem Konsens. Besonders stark fiel der Teilbereich aus, der an der Wall Street oft als Frühindikator für Rechenzentrumsnachfrage gilt: Die Erlöse mit Rechenzentrumschips verdoppelten sich auf 8,5 Milliarden Dollar.

Technisch und buchhalterisch spannend ist bei AMD außerdem die Struktur der Ergebnisbeiträge. Das Nettoergebnis wurde durch eine Belastung in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem OpenAI-Abkommen gedrückt. Laut der Meldung konnte diese Belastung jedoch größtenteils steuerlich ausgeglichen werden. Genau diese Trennung ist für Analysten relevant, weil sie zwei unterschiedliche Ebenen betrifft: operative Performance versus einmalige oder zeitlich verschobene Effekte in der Rechnungslegung. In der Praxis achten Teams in Controlling und Treasury besonders darauf, wie stark solche Effekte die freie Cashflow-Interpretation verzerren könnten – gerade dann, wenn gleichzeitig Wachstumstreiber wie Rechenzentrumschips beschleunigen.

Auch in anderen Branchen setzt sich das Bild aus Ergebnisüberraschung und Guidance-Feinschliff fort. Amgen steigerte den Gewinn im dritten Quartal auf 3,86 Milliarden Dollar (von 3,22 Milliarden im Vorjahr) und zog die Jahresprognose an. Bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 6,45 Dollar, während Analysten 5,79 Dollar erwartet hatten. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 10,37 Milliarden. Die Prognoseanpassung nennt konkrete Spannen: Für den bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Amgen nun 22,90 bis 23,70 Dollar (zuvor 22,30 bis 23,50) bei einem Umsatzkorridor von 38,9 bis 39,7 Milliarden. Für Investoren ist daran weniger die einzelne Spanne entscheidend als der Signalcharakter: Wenn medizinische Hersteller die Guidance anheben, kommt das häufig dann, wenn Umsatzdynamik und Kostenstruktur besser laufen als zunächst gedacht.

Auf der Infrastrukturseite sticht Arista Networks hervor. Das Unternehmen meldete im dritten Quartal einen Gewinn von 1,56 Milliarden Dollar (Vorjahr: 0,85) und lag bereinigt bei 1,20 Dollar je Aktie, während der Konsens bei 1,08 lag. Der Umsatz stieg um 59 Prozent auf 3,66 Milliarden. Zusätzlich liefert die Quartalsplanung Orientierung: Für das vierte Quartal nennt Arista einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,26 bis 1,30 Dollar bei Erlösen von 3,9 bis 4,0 Milliarden. Auch die Jahresprognose bewegt sich: 13,3 Milliarden Dollar Umsatz nach 12,68 Milliarden zuvor. In der Systemlandschaft von Rechenzentren sind solche Zahlen mehr als nur Unternehmensnews, weil sie indirekt Aufschluss geben, wie stark Netzwerkinfrastruktur mit dem Wachstum von KI- und Cloud-Lasten skaliert.

Der Blick auf die weiteren Unternehmensmeldungen zeigt, dass nicht nur Software und Halbleiter die Aufmerksamkeit bekommen. Super Micro Computer berichtet im ersten Geschäftsquartal über ein nahezu vervierfachtes Umsatzniveau von 19,95 Milliarden Dollar (Vorjahr: 5,02) und einen Gewinn von 1,59 Milliarden Dollar. Bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 1,81 Dollar, nach Erwartung von 1,23 Dollar. Das Unternehmen stellt zudem für das zweite Quartal eine Spanne für den bereinigten Gewinn je Aktie von 1,66 bis 1,90 Dollar bei Umsätzen von 19,5 bis 21,5 Milliarden in Aussicht. Solche Leitplanken sind für den Markt wichtig, weil sie die Frage beantworten, ob das Wachstum eine Momentaufnahme ist oder sich in Folgequartalen fortschreiben lässt.

Am Ende läuft das Briefing auf eine klare, für Tech-Investments besonders relevante Mischung hinaus: Makrodaten wie die Arbeitslosenquote in Neuseeland setzen den Takt für Zins- und Risikopräferenzen, während mehrere US-Unternehmensberichte unmittelbar die Frage nach Nachfrage und Investitionsbereitschaft beantworten. Für Unternehmen bedeutet das praktisch, dass Einkaufs- und Ausbauentscheidungen im Umfeld von Rechenzentren, Netzwerktechnik und KI-nahen Workloads weiterhin von robusten Erlösbeiträgen getragen werden, selbst wenn einzelne buchhalterische Effekte die Ergebnisbilder kurzfristig verzerren. Gleichzeitig wird damit auch sichtbar, wie eng der Unternehmensalltag von KI-Ökosystemen und deren Verträge in die Finanzberichterstattung hineinwirkt – ein Punkt, der bei künftigen Quartalsauswertungen noch genauer auseinander genommen werden dürfte.

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