A CORUNA / LONDON (IT BOLTWISE) – Bei einem Gipfeltreffen zur militärischen Nutzung von KI in Spanien haben sich die USA und China gegen eine gemeinsame Erklärung entschieden. Diese Entscheidung wirft Fragen zur internationalen Zusammenarbeit und zur Regulierung der KI-Nutzung im Militär auf. Während 35 von 85 teilnehmenden Ländern eine Verpflichtung zu 20 Prinzipien unterzeichneten, bleiben die beiden Supermächte außen vor.

Die jüngste Entscheidung der USA und Chinas, sich aus einer gemeinsamen Erklärung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im militärischen Bereich zurückzuziehen, hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Bei einem Gipfeltreffen in A Coruna, Spanien, einigten sich rund ein Drittel der teilnehmenden Länder auf eine Erklärung zur verantwortungsvollen Nutzung von KI in der Kriegsführung. Doch die beiden militärischen Großmächte blieben außen vor, was die Frage aufwirft, wie die internationale Zusammenarbeit in diesem sensiblen Bereich künftig aussehen wird.
Die Erklärung, die von 35 der 85 anwesenden Länder unterzeichnet wurde, umfasst 20 Prinzipien, die unter anderem die menschliche Verantwortung über KI-gesteuerte Waffen, klare Befehlsketten und die Weitergabe von Informationen über nationale Aufsichtsstrukturen betonen. Diese Prinzipien sollen sicherstellen, dass die rasante Entwicklung der KI-Technologie nicht die bestehenden Regeln überholt und ungewollte Eskalationen oder Missverständnisse im militärischen Kontext vermieden werden.
Ein wesentlicher Punkt der Diskussion ist das sogenannte „Gefangenendilemma“, bei dem Länder zwischen der Einführung verantwortungsvoller Beschränkungen und dem Wunsch, im Vergleich zu ihren Gegnern nicht ins Hintertreffen zu geraten, abwägen müssen. Der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans betonte die Dringlichkeit, sowohl die Entwicklung von KI-Technologien voranzutreiben als auch deren verantwortungsvolle Nutzung sicherzustellen. Diese beiden Aspekte seien untrennbar miteinander verbunden.
In der Vergangenheit haben bereits zwei ähnliche Gipfeltreffen in Den Haag und Seoul stattgefunden, bei denen rund 60 Nationen, darunter die USA, jedoch ohne China, einen unverbindlichen Aktionsplan unterstützten. Die aktuelle Erklärung, obwohl ebenfalls nicht rechtlich bindend, stieß dennoch auf Vorbehalte, da einige Länder Bedenken hatten, konkretere politische Maßnahmen zu unterstützen. Zu den Hauptunterzeichnern der Erklärung gehören Länder wie Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Südkorea und die Ukraine.
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