LONDON (IT BOLTWISE) – Am 13. September steht Venus bei Sonnenuntergang dicht an einer zunehmenden Mondsichel. Die beiden Himmelskörper liegen nur wenige Grad voneinander entfernt, sodass Sie sie als „Abendstern“-Punkt und helle Sichel im Westen verfolgen können. Für die beste Chance lohnt sich ein freier Blick nach Westen direkt ab dem Sonnenuntergang. Am Folgetag kommt es zu einer noch engeren Begegnung, bei der der Mond Venus am Himmel überdeckt.

Wer am Abend des 13. September kurz vor dem Ausblick den Blick auf den westlichen Himmel richtet, kann ein kleines Schattenspiel aus der Himmelsmechanik beobachten: Venus erscheint bei Sonnenuntergang in unmittelbarer Nachbarschaft zur zunehmenden Mondsichel. Laut den Angaben zur Himmelsbeobachtung beträgt der Abstand zwischen Venus und der 9%-illuminieten, „waxing crescent“ etwa fünf Grad. Das ist ungefähr so groß wie die Breite von drei zusammengehaltenen Fingern, wenn man sie auf Armlänge gegen den Abendhimmel hält. Damit ist das Ereignis weniger eine „Suche nach dem richtigen Punkt“, sondern eher ein zielgenaues Warten auf zwei sichtbare Fixpunkte knapp über dem Horizont.
Technisch betrachtet geht es um eine geometrische Annäherung von Erde, Mond und Venus entlang ihrer Bahnen relativ zueinander. Der Mond ist an diesem Abend ein deutlich schmaler Bogen, dessen unbeleuchtete Seite optisch praktisch verschwindet, weil das Restlicht durch die untergehende Sonne überstrahlt wird. Venus dagegen ist als heller „Abendstern“ leichter zu identifizieren: ein auffälliger Lichtpunkt, der sich vom goldenen Dunst abhebt. Praktisch heißt das: Starten Sie mit dem Scannen erst, sobald die Sonne am westlichen Horizont weg ist, und behalten Sie die Region für weniger als eine Stunde im Blick, weil die Konstellation mit dem Untergang immer schneller aus dem Blickfeld verschwindet.
Für die Beobachtung ist nicht nur der Winkel zur Horizontlinie entscheidend, sondern auch die Beobachtungsroutine. Die Mondscheibe und Venus sollen laut Beschreibung jeweils weniger als zehn Grad über dem Horizont stehen, sobald der Abend einsetzt. Suchen Sie sich deshalb eine Position, die nach Westen wirklich frei ist – keine Bäume, keine Gebäude, keine leichten „Schlucklöcher“ durch Dunstschichten zwischen Ihnen und dem Horizont. Außerdem wird empfohlen, die exakten Sonnenuntergangszeiten für den eigenen Ort über einen Sunset-Tracker zu ermitteln, weil sich der Zeitpunkt mit jeder Ortsminute verschiebt. Wer das Licht lieber konservativ plant, setzt auf den Start direkt nach Sonnenuntergang statt auf eine spätere „spontane“ Runde.
Besonders spannend wird das Ganze, wenn Sie den Effekt des sogenannten Erdstahlens (Earthshine) bewusst mit in Ihr Blicktraining nehmen. Dabei reflektiert Sonnenlicht, das auf die Erde fällt, indirekt von der Erde zurück und beleuchtet die sonst ungenutzte Seite der Mondsichel sichtbar. Das wirkt wie ein sanftes Aufhellen im Schatten und kann die Struktur der ansonsten „unbeleuchteten“ Bereiche am Mondrand erkennbar machen. Laut den Beobachtungshinweisen ist das Phänomen besonders gut in Nächten rund um die Neumondphase zu sehen, weil die Erde dann optisch günstiger positioniert ist, um den Mond mit reflektiertem Licht zu „baden“.
Die eigentliche Steigerung folgt am nächsten Tag: Für Beobachter in Teilen Europas, Nordafrikas, des Nahen Ostens sowie im südlichen Indien soll der Mond Venus am 14. September in der Tageszeit bedecken. Als Startzeit wird 5:26 EDT (0926 GMT) genannt. Wichtig ist dabei der Kontext: In den USA liegt die Bedeckung zur fraglichen Zeit unterhalb des Horizonts, sodass es dort keine sichtbare Okklusion geben soll. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass es am Abend des 15. September so wirken wird, als sei die zunehmende Sichel links an Venus vorbeigesprungen, während sie sich am 18. September dem Punkt maximaler Helligkeit in dieser Abenderscheinung nähert.
Wenn Sie das Duo nicht nur visuell genießen, sondern auch fotografisch festhalten möchten, können Sie Ihre Ausrüstung gezielt vorbereiten: Für ein Foto der Mondsichel nahe Venus bietet sich die Kombination aus DSLR oder spiegelloser Kamera und passenden Objektiven an, weil Sie die beiden Helligkeitsstufen im Bild sauber trennen müssen. In der Praxis ist das eine Übung in Timing und Bildkomposition: Sie wollen den Moment nach Sonnenuntergang erwischen, bevor der Mond zu tief sinkt, und gleichzeitig genug Zeit haben, um Fokus und Belichtung zu finden. Ergänzend wird ausdrücklich darauf hingewiesen, nie mit Teleskop oder Binokular direkt in die Sonne zu zielen – schon kurze Blickfehler können zu bleibenden Schäden führen. Mit einem klaren Blick nach Westen und dem richtigen Startzeitpunkt gewinnen Sie so nicht nur ein „wow“-Moment-Scrolling im Kopf, sondern eine kontrollierbare Beobachtungssession für ein sehr reales Himmelsereignis.
Für Leser, die ihre Ergebnisse teilen wollen, ist zudem ein Versandweg genannt: Wer Astrofotos, Kommentare sowie Name und Standort beisteuern möchte, kann sie an eine speziell genannte E-Mail-Adresse senden. Das ist vor allem für alle interessant, die Unterschiede zwischen Orten dokumentieren wollen – etwa, wie stark die Sichel durch lokales Wetter, Dunstschichten oder den Blickwinkel auf den Horizont beeinflusst wird. Damit wird aus einer kurzen Abendbeobachtung eine kleine Vergleichsstudie aus der Praxis: dieselbe Konstellation, unterschiedliche Sichtbedingungen, und am Ende ein gutes Gefühl für die Geometrie des Sonnensystems.
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