Künstliche Intelligenz (KI) hat viele Bereiche der Werbebranche revolutioniert, angefangen bei der Erstellung von neuem Material hin zur gezielten Schaltung von Werbung. Doch Verbraucher stehen dieser Entwicklung nach wie vor skeptisch gegenüber. Einerseits empfinden sie KI-erstellte Werbung teilweise als seelenlos, andererseits fürchten sie die Möglichkeiten zum Missbrauch. Der sogenannte gläserne Kunde ist heute so nah an der Realität wie nie zuvor.

Warum setzt die Werbebranche zunehmend auf KI?

Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf den umfassenden Einsatz von KI, die Vorteile liegen für sie dabei klar auf der Hand. KI-erstellte Inhalte sind deutlich kostengünstiger und weitaus weniger zeitaufwendig. Doch KI wird auch gerne dazu genutzt, neue kreative Inhalte zu fördern, weil erste Entwürfe sich einfach per Mausklick erstellen und modifizieren lassen.

Zudem wird KI immer besser und kann heute sogar die Konsistenz innerhalb einer Werbekampagne sicherstellen. Weitere Vorteile sind die einfachen Möglichkeiten zur Personalisierung und Skalierung aller Werbemaßnahmen. Früher war das schlichtweg unmöglich, heute lassen sich personalisierte Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen erstellen.

Deswegen überrascht es kaum, dass mittlerweile ein Großteil aller Werbefirmen und Unternehmen mit interner Werbeabteilung auf KI-Helfer setzen. 83 % aller befragten Werbemanager geben an, KI als Hilfe zu nutzen. Ein Jahr zuvor (2024) waren es hingegen nur 60 %. Das zeigt, dass diese neue Technologie im Alltag angekommen ist.

Verbraucher sind heute mehr KI-Werbung ausgesetzt

Da immer mehr Unternehmen auf KI-erstellte Werbung setzen, steigt auch ihre Verbreitung. Insbesondere im Internet kommt diese Art der Werbung häufig zum Einsatz, sodass jüngere Generationen davon besonders stark betroffen sind. Mittlerweile geraten 71 % aller Millennials und jünger mit KI-Werbung in Kontakt – im Jahr 2024 waren es nur 54 %.

Bei der Wahrnehmung gibt es hingegen einen ganz anderen Trend, mit steigender Verbreitung sinkt nämlich die Zustimmung. 2024 haben sich 18 % der Verbraucher gegen KI-Werbung ausgesprochen, ein Jahr später waren es schon ganze 30 %. Besonders überraschend: Jüngere Generationen wie Gen Z lehnen diese Art der Werbung sogar noch stärker ab.

Die größten Herausforderungen von KI-Werbung: Sie wird von jungen Generationen häufig als manipulativ, nicht authentisch, zusammenhanglos und unethisch wahrgenommen. Positive Attribute von KI-Werbung sinken ebenfalls mit dem Alter. Sie wirkt auf junge Menschen weniger eindrucksvoll oder innovativ – im Internet ist manchmal sogar von „AI-Slop“ die Rede.

Sorgen um Privatsphäre nehmen ebenfalls zu

Ein weiterer Punkt ist die Sorge um die eigene Privatsphäre. Die Bereitstellung von KI ist nach wie vor sehr kostspielig, viele Unternehmen geben viel Geld dafür aus. Ein Ausweg könnte KI-Werbung bei der Nutzung von ChatGPT & Co. sein. Doch genau das geht mit weiteren Gefahren einher und Datenschutzexperten schlagen Alarm.

Der Grund: KI-Helfer verfügen einerseits über einen tiefen Einblick in das Nutzerverhalten, andererseits besteht die Gefahr, Antworten der KI-Helfer mit Werbung zu versehen. Wer also eine emotionale Bindung zu dem System aufbaut, kann ggf. gezielt manipuliert werden. Produkte und Dienstleistungen lassen sich dann noch effizienter platzieren.

Suchmaschinen wie Google haben diese Entwicklung bereits durchlaufen. Anfangs galt Werbung noch als Mittel zum Zweck und war klar erkennbar, heute verstecken sich gesponsorte bzw. bezahlte Anzeigen am Anfang und in der Mitte der Suchergebnisse. Eine ähnliche Umsetzung könnte im schlimmsten Fall auch bei KI-Chatbots erfolgen.

Zunehmender Trend zum Schutz der eigenen Privatsphäre

Aus den oben genannten Gründen sind immer mehr Nutzer vorsichtig beim Einsatz von KI. Es gibt nämlich Wege, die eigene Privatsphäre durchaus ein wenig zu schützen. Wer beispielsweise nicht auf den Unterhaltungsverlauf mit dem KI-Chatbot angewiesen ist, muss nicht einmal einen Account erstellen, um ChatGPT kurz zu befragen.

Zwischenzeitlich kann man auch Cookies löschen oder alternativ den Inkognito-Modus verwenden, um noch weniger Spuren zu hinterlassen. Ebenfalls hilfreich: Nach Möglichkeit sollten keine privaten oder sensiblen Themen mit der KI besprochen werden. So kann die KI kein vollumfängliches Nutzerprofil aufbauen und später zu Werbezwecken nutzen.

Bei der Verwendung von KI und generell beim Nutzen des Internets empfiehlt sich auch die Nutzung eines VPNs, das die IP-Adresse verbirgt und den Datenverkehr verschlüsselt. Das ist besonders wichtig, wenn man an öffentlichen Orten Hotspots nutzt, da diese leicht zu hacken sind und Daten einfach abgefangen werden können. Die besten VPN-Anbieter bieten moderne Verschlüsselung und ein schnelles Servernetzwerks sowie zusätzliche Sicherheitsfunktionen, die für Privatsphäre und Schutz liefern, egal, was man online gerade macht.

Fazit: KI-Werbung nimmt zu und bedroht die Privatsphäre, man kann sicher aber teilweise davor schützen

Vor allem kostengünstige KI-Werbung auf Social Media wird weiterhin zunehmen. Dank niedriger Kosten können nämlich auch kleine Anbieter und Unternehmen dieses Medium noch stärker als zuvor nutzen. Die Risiken sollten aber nicht vernachlässigt werden. Einerseits zeigen jüngere Generationen schon heute eine Müdigkeit gegenüber KI-Werbung.

Andererseits gibt es auch steigende Gefahren in der Zukunft durch personalisierte KI-Werbung bei der Nutzung von ChatGPT, Gemini oder Claude. Wer also die eigene Privatsphäre schützen möchte, sollte Sicherheitsvorkehrungen treffen. Kleine Anfragen gelingen beispielsweise auch ohne Anmeldung oder im halbwegs anonymen Inkognito-Modus. Darüber hinaus kann aber auch die Privatsphäre mithilfe eines VPN stärken.













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