NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Visa und Mastercard haben sich auf einen 38 Milliarden Dollar schweren Vergleich mit Händlern geeinigt, die den Kartennetzwerken vorwerfen, überhöhte Gebühren zu verlangen. Diese Einigung soll einen 20-jährigen Rechtsstreit beenden, stößt jedoch auf Widerstand von Händlergruppen.

Visa und Mastercard haben sich mit Händlern auf einen Vergleich in Höhe von 38 Milliarden Dollar geeinigt, um einen langjährigen Rechtsstreit über angeblich überhöhte Gebühren für Kartenzahlungen zu beenden. Diese Einigung soll die Bedenken eines Richters ausräumen, der einen vorherigen Vergleich als unzureichend abgelehnt hatte. Der neue Vergleich sieht vor, dass die Gebühren für Kartenzahlungen über einen Zeitraum von fünf Jahren gesenkt werden.
Die Einigung stößt jedoch auf Widerstand von Händlergruppen, die argumentieren, dass die Vereinbarung die von ihnen geäußerten Bedenken nicht ausreichend adressiert. Zu diesen Gruppen gehören die National Retail Federation und die Merchants Payments Coalition, die befürchten, dass die Gebühren für die Akzeptanz von Kreditkarten weiterhin zu hoch bleiben. Besonders kritisch sehen sie die Gebühren für beliebte Prämienkarten, die den Markt dominieren.
Der Vergleich sieht vor, dass die sogenannten Swipe-Gebühren um 0,1 Prozentpunkte gesenkt werden, was eine Ersparnis von 38 Milliarden Dollar bis 2031 bedeuten könnte. Zudem erhalten Händler mehr Flexibilität bei der Entscheidung, welche Kartentypen sie akzeptieren möchten. Standardverbraucherkarten sollen für acht Jahre auf einen Satz von 1,25 Prozent gedeckelt werden, was eine Reduzierung von über 25 Prozent darstellt.
Obwohl Visa und Mastercard kein Fehlverhalten zugeben, bietet der Vergleich den Händlern eine gewisse Erleichterung. Die Electronic Payments Coalition, zu deren Mitgliedern auch große Banken gehören, unterstützt die Einigung. Kritiker wie Doug Kantor von der National Association of Convenience Stores bemängeln jedoch, dass die Vereinbarung den Banken keinen Anreiz bietet, die von ihnen erhobenen Gebühren zu senken.
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