TENERIFFA / LONDON (IT BOLTWISE) – Vivo stellt die Modelle X500 Pro und X500 Pro Max für Europa vor, beide mit gemeinsamem Kamerakonzept in Kooperation mit Zeiss. Das Pro Max kombiniert ein 200-MP-Zeiss-APO-Teleobjektiv auf Basis von Samsungs ISOCELL HP0 und erweitert die Brennweite via Telephoto Extender Gen 2 Ultra bis auf 400 mm. Neben der Technik nennt Vivo konkrete Startpreise in Deutschland und kündigt einen Verkaufsstart über den Vivo Store sowie Amazon an. Beim Basismodell X500 Pro ohne die Plus-Variante bleibt der Vertrieb laut Hersteller dagegen auf Importkanäle beschränkt.

Mit den neuen X500-Varianten trifft Vivo in Europa vor allem einen Punkt: maximale Tele-Brennweite, ohne die Kamera-Hardware komplett neu zu erfinden. Die Präsentation der Oberklasse-Geräte fand auf Teneriffa statt und wurde per Livestream aus dem eigenen Shop angekündigt. Für den Markt in Deutschland nennt Vivo dabei einen klaren Vertriebsmix über den Vivo Store und Amazon; das Basismodell der X500-Reihe soll hingegen nicht regulär in Europa verfügbar sein und damit weiterhin auf Importkanäle zielen.
Technisch steht bei beiden Modellen das Kamerakonzept im Vordergrund, das Vivo zusammen mit Zeiss entwickelt. Als Hauptkamera dient jeweils ein 50-MP-Sensor Sony LYTIA L910 im Format 1/1,28 Zoll mit f/1,57, 24 mm und einem angegebenen Dynamikumfang von 17 EV. Für Video setzt Vivo auf 4K-Aufnahmen mit 240 fps, was vor allem bei schnellen Bewegungen oder dynamischen Szenen in der Nachbearbeitung Vorteile bringt. Ergänzt wird das System auf der Vorderseite durch eine 50-MP-Selfie-Kamera, sodass beide Geräte nicht nur auf Weitwinkel und Tele, sondern auch auf konsistente Frontkamerabilder ausgerichtet sind.
Den größten Unterschied markiert das X500 Pro Max. Hier steckt ein 200-MP-Zeiss-APO-Teleobjektiv auf Basis des Samsung ISOCELL HP0 mit 1/1,4 Zoll Sensorformat, f/2,67 sowie 85 mm Startbrennweite. Entscheidend ist aber die Erweiterbarkeit: Über den Zeiss Telephoto Extender Gen 2 Ultra lässt sich die Brennweite stufenweise bis auf 400 mm ausdehnen. Das Konzept zielt damit auf eine bessere Detailauflösung in der Distanz ab, ohne dass Nutzer bereits beim Kauf eine fixe „Ultra-Tele“-Brennweite akzeptieren müssten. Praktisch bedeutet das: Wer häufiger zwischen Portrait, Sport oder Landschaft wechselt, kann stärker an der Perspektive drehen, während das Smartphone intern weiterhin auf ein abgestimmtes Optik- und Sensor-Setup setzt.
Das kleinere X500 Pro nutzt ebenfalls ein Telemodul, jedoch mit weniger Auflösung: Ein 64-MP-Teleobjektiv auf Basis des Sony LYTIA 610 kommt zum Einsatz, ebenfalls mit 85 mm und als Erweiterungsoption über denselben Extender Gen 2. So lässt sich die Brennweite bis auf 200 mm anheben. Beim Display setzt Vivo bei beiden Modellen auf LTPO-AMOLED-Panel-Technik: Das X500 Pro Max misst 6,85 Zoll und arbeitet mit 1440×3168 Pixeln, einer Bildwiederholrate von 1 bis 144 Hz sowie einer Spitzenhelligkeit, die Vivo mit bis zu 4.400 cd/m² nennt. In Berichten werden teils auch 4.500 Nits erwähnt, was zeigt, wie stark die Messwerte je nach Testmethode und Messfenster variieren können. Das X500 Pro ist mit 6,36 Zoll (1216×2660 Pixel) angegeben und ebenfalls für bis zu 4.500 Nits ausgelegt.
Beim Rechenzentrum setzt Vivo auf den MediaTek Dimensity 9600 Pro, gefertigt bei TSMC im 2-nm-Verfahren (N2P). Das ist für die Performance-Rechnung zentral, weil die Effizienz moderner Fertigungsprozesse direkt auf Akkulaufzeit, thermisches Verhalten und stabile Boost-Phasen einzahlt. Vivo positioniert die Geräte für Europa mit 12 GB RAM; Konfigurationen mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher bleiben laut Angaben dem chinesischen Markt vorbehalten. Ergänzend nennt Vivo IP68 sowie IP69 als Schutzklassen gegen Staub und Wasser. Bei der Energie kommt das X500 Pro Max mit einem 6.750-mAh-Akku, das X500 Pro mit 6.510 mAh, und beide laden kabelgebunden mit 90 W sowie kabellos mit 40 W.
Softwareseitig kommt OriginOS 7, basierend auf Android 17. In der EU verspricht Vivo beim Akku fünf Jahre Garantie und drei Jahre allgemeine EU-Garantie. Das ist vor allem für IT-Entscheider interessant, die Smartphones als länger nutzbare Endgeräte betrachten und damit die TCO-Betrachtung verbessern wollen: Längere Hardware-Lebenszyklen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Investitionen in Schutzmaßnahmen, Geräteverwaltung und Reparaturfähigkeit tatsächlich auszahlen. Gleichzeitig bleibt für Anwender relevant, dass ein neues Betriebssystem immer auch neue Konfigurations- und Berechtigungsdetails mitbringt; wer Tele-Funktionen nutzt, hängt außerdem davon ab, wie stabil die Kamera-Performance über Updates hinweg bleibt.
Preisseitig startet das X500 Pro in Deutschland regulär bei 1.399 Euro (256 GB) und 1.599 Euro (512 GB), während die Einführungsangebote bei 1.299 Euro beziehungsweise 1.449 Euro liegen. Das X500 Pro Max wird mit 1.599 Euro für 256 GB, 1.799 Euro für 512 GB und 2.199 Euro für 1 TB geführt, wobei der 1-TB-Speicher exklusiv über den Vivo-Shop verfügbar sein soll. Für die Einführungsphase nennt Vivo 1.499 Euro, 1.599 Euro und 1.899 Euro. Bis zum 30.11.2026 gibt es eine Vorbesteller-Aktion mit einem 120-Euro-Gutschein, 50 % Rabatt auf Zubehör und dem Code 50FORX500 für weitere 50 Euro. Abseits des europäischen Kerns nennt Vivo weitere Länder wie Österreich sowie Spanien, Italien, Brasilien, Singapur und Hongkong; Märkte wie die USA und Großbritannien sollen dagegen nicht offiziell beliefert werden, und für Indien ist ein späterer Start vorgesehen.
Aus Branchenperspektive zeigt die Produktstrategie vor allem eins: Vivo setzt die Zeiss-Kooperation konsequent dort ein, wo sich Tele-Funktionen im Alltag besonders stark anfühlen. Die Kombination aus großen Sensoren, einer klar definierten Optik-Startbrennweite und Extendern bis 400 mm ist ein anderer Ansatz als reine „Megapixel-Zahlen“ oder Software-Zoom ohne optische Basis. Gleichzeitig dürfte die wettbewerbsrelevante Frage weniger lauten, ob Tele möglich ist, sondern wie konsistent die Bildqualität bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen bleibt, wenn Brennweiten über Extender erweitert werden und Nutzer zwischen 200 mm und 400 mm wechseln. Für den Europa-Markt wird entscheidend sein, wie schnell Vivo die Geräte über die genannten Kanäle tatsächlich skalieren kann und wie planbar sich die Konfigurationen für Speicher und Zubehör im laufenden Handel entwickeln.
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