LONDON (IT BOLTWISE) – XRP liegt bei rund 1,25 US-Dollar und damit etwa 65 % unter dem Rekord-Schlusskurs von 3,55 US-Dollar aus Juli 2025. Die Analyse früherer Erholungszyklen deutet darauf hin, dass die Rückkehr dorthin mehrere Jahre dauern kann. Je nach Verlauf werden Zeiträume von gut vier Monaten bis über drei Jahre für frühere Erholungen genannt. Für einen erneuten Aufwärtstrend gelten vor allem die Marken 1,42 und 1,99 US-Dollar.

Die Frage, wann XRP wieder ein Allzeithoch erreicht, klingt auf den ersten Blick wie eine klassische Kursprognose. Schaut man jedoch in die Logik der vorliegenden historischen Betrachtung, verschiebt sich der Schwerpunkt: Nicht ein einzelner Auslöser steht im Zentrum, sondern die Zeitstruktur der vergangenen Erholungsphasen. Aktuell wird XRP bei etwa 1,25 US-Dollar verortet. Das sind laut Analyse rund 65 % unter dem Rekord-Schlusskurs von 3,55 US-Dollar, der im Juli 2025 notiert wurde. Rechnet man die Differenz in Prozent um, müsste XRP um ungefähr 184 % zulegen, um dieses Niveau erneut zu erreichen.
Technisch betrachtet ist das vor allem eine Frage nach dem Muster, wie ein Asset nach starken Drawdowns wieder Boden findet. Für XRP wurden dafür in der Auswertung mehrere größere Rückgänge seit 2018 herangezogen: Die Analyse identifiziert insgesamt sechs Fälle, in denen XRP mindestens 60 % unter dem vorherigen Peak gefallen ist; fünf davon gelten als abgeschlossen. In allen fünf abgeschlossenen Fällen kehrte XRP später zum jeweiligen vorherigen Hoch zurück. Die Spannweite der Erholungsdauer war dabei enorm: Der schnellste Zyklus dauerte 132 Tage, der langsamste 1.326 Tage. Im Mittel lag die Erholungszeit bei etwa 1.066 Tagen, also knapp drei Jahren. Gerade dieser Mittelwert unterstreicht die zentrale Botschaft: Selbst wenn eine Rückkehr „historisch möglich“ war, heißt das nicht, dass sie zeitlich kurzfristig ist.
Ein zweiter Blick zeigt zudem, dass das „Zurückkommen“ nicht automatisch bedeutet, dass der Kurs schon früh stabil über den alten Marken liegt. In vier der fünf abgeschlossenen Fälle blieb XRP noch ein Jahr nach dem Erreichen der 60%-Abwärts-Schwelle unter dem vorherigen Peak. Besonders deutlich fällt der Januar-2018-Rückgang aus: XRP habe dabei rund 96 % vom Peak verloren und sei erst nach ungefähr sieben und einem halben Jahr wieder auf dieses Niveau zurückgekehrt. Solche Zeitverläufe sind für Anleger relevant, weil sie die Erwartungssteuerung betreffen: Wer nur auf das spätere „Event“ schaut, übersieht die Zwischenphase, in der der Markt oft weiterhin zögerlich bewertet und Risiken neu einpreist.
Aus der Kurs- und Chartlogik wird die Diskussion deshalb auf mehrere Zwischenschwellen heruntergebrochen. Die Analyse nennt bei etwa 1,25 US-Dollar zunächst die Marke 1,42 US-Dollar als Schwelle für eine erste Erholung, die rund 14 % Bewegung benötigt, um über den historisch beschriebenen Rückgangsbereich hinauszugehen. Danach folgt 1,57 US-Dollar als höchster Schlusskurs, der nach dem August-Tief beobachtet wurde. Noch wichtiger für das Ende des aktuellen Abwärtsmodells ist laut Kriterienwerk ein Schritt über 1,99 US-Dollar: Ein Anstieg über diese Schwelle würde die aktuelle Abwärtsphase beenden, bevor überhaupt das alte Allzeithoch bei 3,55 US-Dollar anvisiert wird. Damit ist die Prognose weniger „ein Ziel, ein Datum“ und eher ein mehrstufiger Prüfpfad, bei dem Fortschritte nur dann wahrscheinlich werden, wenn mehrere Marken nacheinander bestätigt werden.
Ob XRP außerdem bereits in 2027 ein neues Allzeithoch schafft, lässt sich aus dem historischen Material nur indirekt ableiten. Die Auswertung skizziert drei mögliche Szenarien für das nächste Jahr, ausdrücklich ohne Garantie. Im bearishen Fall könnte XRP auf etwa 0,89 US-Dollar fallen, falls der Kurs unter das August-Tief von 0,99 US-Dollar rutscht. Im seitwärts gerichteten Szenario wird ein Handel um 1,13 US-Dollar genannt, also unterhalb der 1,42-US-Dollar-Schwelle. Im bullischen Fall wird ein Kursziel von rund 2,75 US-Dollar angeführt, das rechnerisch mehr als 100 % über dem aktuellen Niveau läge. Selbst dieses bullische Szenario bleibt jedoch unter dem Rekord-Schlusskurs von 3,55 US-Dollar, weshalb die Analyse für ein Allzeithoch im Jahr 2027 keine klare Bestätigung ableitet.
Warum könnte die Rückkehr zum Rekord trotzdem schwieriger werden als in den früheren Zyklen? Die Auswertung verweist auf drei Bremsfaktoren. Erstens sei die zirkulierende Supply seit dem Januar-2018-Peak um etwa 64 % gestiegen; bei einer Rückkehr auf 3,55 US-Dollar mit dieser aktuellen Supply würde sich die Marktkapitalisierung rechnerisch in Richtung 225 Milliarden US-Dollar bewegen. Zweitens könnten Katalysatoren, die frühere Rallys getragen haben, diesmal ausbleiben: Die Analyse nennt als Beispiel, dass die SEC-bezogene Angelegenheit gegen Ripple im August 2025 als abgeschlossen beschrieben wird und dass US-Spot-XRP-ETFs erst nach dem Juli-2025-Preisspitzen gestartet seien. Drittens bleibt der Gesamtmarkt entscheidend: Während der XRP-Erholung im Dezember 2020 habe Bitcoin in der Nähe seines eigenen Rekordniveaus gelegen; aktuell sei Bitcoin dem Bericht zufolge rund 38 % unter seinem Rekord. Zudem wird darauf hingewiesen, dass unter mehreren anderen Kryptowährungen, die 2017 und 2018 an einer bestimmten Börse gelistet waren, nur wenige nach 2022 neue Schlusskurs-Hochs markierten. Das ist weniger eine XRP-spezifische Aussage als ein Hinweis auf das Risiko, dass frühere Hochs eben nicht automatisch wiederkommen.
Für die Praxis folgt daraus ein nüchternes Rahmenbild: XRP hat nach der historischen Auswertung zwar alle fünf abgeschlossenen großen Drawdowns wieder in Richtung der jeweiligen früheren Peaks zurückgeführt. Trotzdem bleibt das wichtigste Signal für Anleger die Kombination aus Kursmarken und Bestätigung über Zeit. Die Analyse betont deshalb besonders die Bereiche 1,42 und 1,99 US-Dollar: Ein anhaltender Move darüber würde als Fortschritt in Richtung Erholung interpretiert. Umgekehrt könnte ein Bruch unter 0,99 US-Dollar weitere Verluste nach sich ziehen. Und selbst wenn „mehrjährige Erholung“ historisch plausibel war, gibt es keinen verlässlichen Termin, wann die Marke von 3,55 US-Dollar wieder fällt. Für Unternehmen, die Krypto-Exposures bewerten, ist diese Art von Szenariorechnung damit vor allem eines: ein Weg, die Wahrscheinlichkeit von Zeitrisiken transparenter zu machen – nicht der Versuch, den Markt auf ein Datum festzunageln.
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