LONDON (IT BOLTWISE) – Die Space-Wirtschaft soll laut McKinsey bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar wachsen. Gleichzeitig steigt bei Anlegern der Druck, die heutigen Bewertungen trotz hoher Cash-Burn-Raten zu rechtfertigen. Der Artikel stellt SpaceX als zentralen Hebel für sinkende Startkosten und wiederverwendbare Raketen vor. Als zweiten Orientierungspunkt verweist er auf ein altes Nvidia-Signal, das bei der Einpreisung von Wachstum erneut aufflammen könnte.

Weltraumaktien im August: Warum SpaceX und Nvidia vom Boom profitieren könnten
Weltraumaktien im August: Warum SpaceX und Nvidia vom Boom profitieren könnten (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Weltraum-Boom kommt nicht ohne Gegenwind: Je stärker sich die Branche anfühlt wie eine neue Wachstumswelle, desto schneller fragen Investoren nach, ob die aktuellen Bewertungen auch dann noch tragen, wenn der Kapitalbedarf hoch bleibt. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Argumentation an: Space Exploration Companies (NASDAQ: SPCX), besser bekannt als SpaceX, feierte Anfang Juni einen viel beachteten öffentlichen Auftritt und löste zunächst einen Rallye-Schub aus. Doch die Begeisterung verlor rasch an Höhe, weil Marktteilnehmer härter auf die Frage schauen, ob die Raumfahrtbranche schnell genug expandiert, um sowohl die Bewertungsniveaus als auch die teils sehr deutlichen Cash-Abflüsse zu rechtfertigen.

Als makroökonomischer Unterbau dient eine McKinsey-Prognose, nach der die Space Economy bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar wachsen soll. In der Begründung werden drei Treiber genannt: sinkende Startkosten, Innovationen in der Hardware-Technologie sowie steigende Investitionen sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem privaten Sektor. Technisch ist das plausibel, weil Kosten pro Start nicht nur von der Trägerrakete abhängen, sondern auch von Prozessketten rund um Fertigung, Startbetrieb, Inspektion und Wiederverwendung. Genau hier positioniert sich SpaceX mit einem Kernunterschied zur klassischen „Einweg“-Logik früherer Starts: Wiederverwendbare Booster, die vor SpaceX häufig nach dem ersten Einsatz als Wegwerfkomponenten betrachtet wurden, lassen sich heute vertikal landen und laut Bericht 15-20 Mal einsetzen. Das wirkt wie ein Hebel auf Stückkosten, selbst wenn die Entwicklungs- und Testkosten im Hintergrund weiter anfallen.

Im operativen Geschäft wird diese Kostenlogik durch eine zweite Ebene ergänzt: SpaceX nutzt seine Träger auch für die Bereitstellung von Diensten und Infrastruktur. Konkret wird genannt, dass die Raketen eingesetzt werden, um Starlink zu positionieren und Tausende Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn zu betreiben. Damit verbindet sich ein klassisches „Launch-to-Services“-Narrativ: Starts sind nicht nur eine Dienstleistung am Markt, sondern zugleich ein Weg, Capex in eine wiederkehrende Ertragsmaschine zu überführen. Der Bericht ordnet SpaceX zudem als Partner für mehrere Akteure im Umfeld Raumfahrt und Satelliten ein, darunter AST SpaceMobile, Globalstar, Planet Labs und Intuitive Machines. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil sich die Risikoquellen verschieben: Statt nur auf einzelne Startkampagnen zu blicken, rückt die Fähigkeit in den Fokus, Kapazitäten für Netze und Datendienste aufzubauen und langfristig auszulasten.

Die Schattenseite kommt aber ebenfalls klar zur Sprache: Kritiker konzentrieren sich auf den hohen Cash Burn. Bezugspunkt ist dabei ein Earnings Call am 4. August, auf dem Piper Sander eine Kapitalausgaben-Spanne für 2027 skizziert sieht: etwa 65 Milliarden US-Dollar, also 17 Milliarden US-Dollar mehr als zuvor erwartet. Genau solche Zahlen entscheiden darüber, wie „durchschaubar“ der Weg bis zur Ergebniswende wirkt. Der Bericht bettet den Cash-Abfluss in mehrere Großprojekte ein, darunter Starship, der Ausbau der Starlink-Konstellation sowie die Erkundung von orbitalen Rechenzentren. Dadurch entsteht ein Investitionsprofil, das weniger nach „kurzfristige Skalierung“ aussieht, sondern nach einer gleichzeitigen Skalierung mehrerer Infrastruktur-Layer, die sich erst in der Summe gegenseitig verstärken sollen.

Für die Zeithorizonte liefert der Beitrag weitere Zielmarken aus dem Umfeld von Elon Musk: Er peilt bis Dezember 2026 eine jährliche Umsatzerwartung in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar an und hat laut Text zudem die Projektion verschoben, bis 2030 einen Umsatz von 1 Billion US-Dollar zu erreichen. Gleichzeitig wird betont, dass es eine „non-zero chance“ geben soll, diese Marke bereits 2029 zu schaffen. Unabhängig davon, ob diese Pfade aus Investorensicht konservativ oder ambitioniert wirken, zeigt sich hier die zentrale Investment-Frage: Können Skaleneffekte aus Wiederverwendung, die Service-Expansion von Starlink und der Ausbau zusätzlicher Infrastruktur (bis hin zu Daten-Rechenumgebungen im Orbit) so schnell greifen, dass sich der Kapitalbedarf über wachsende Einnahmen nicht nur rechtfertigen, sondern auch rechnerisch beruhigen lässt.

Als zweite „Signal“-Ebene greift der Artikel schließlich eine historische Parallele auf, die auf Nvidia abzielt. 2009 habe ein selten genannter „Double Down“-Hinweis für einen damals eher kleineren Chipanbieter namens Nvidia aufgeleuchtet; heute, so die Argumentation, blitze ein ähnliches „Total Conviction“-Signal wieder auf – allerdings bei einem Unternehmen, das im Vergleich zur heutigen Größenordnung eine ganz andere Ausgangslage hat. Für die Einordnung ist wichtig: Der Beitrag nennt Nvidia hier nicht als direkten Raumfahrtakteur, sondern als Beispiel dafür, wie Märkte technische Hebel (Rechenleistung, Beschleuniger, Plattform-Ökosysteme) häufig zeitlich versetzt in Preis und Bewertung übersetzen. Genau diese Perspektive kann für Unternehmen in der Space Economy relevant sein, weil sowohl Satellitensysteme als auch Bodenstationen und Datenverarbeitung zunehmend von KI- und Compute-lastigen Workflows profitieren dürften.


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