LONDON (IT BOLTWISE) – Tests und Marktanalysen aus September 2026 zeigen einen klaren Richtungswechsel in der automatisierten Bodenreinigung. Wischroboter mit spezialisierten Wischwalzen lösen sich zunehmend von rotierenden oder vibrierenden Mopp-Pads. Besonders Dreame positioniert sich mit sehr hohen Bewertungswerten und Pascal-Leistungsdaten an der Spitze. Gleichzeitig rücken Faktoren wie Anpressdruck, Düsentechnik und die Hindernisüberwindung in den Fokus, weil sie den Reinigungsalltag stärker prägen als Marketing-Zahlen.

Wer in den vergangenen Jahren einen Saug- und Wischroboter als „Mopp mit Staubsauger“ eingeordnet hat, bekommt seit September 2026 zunehmend Gegenbeispiele. In den aktuellen Testberichten wird die Frage, welche Wischmethode auf Hartboden wirklich Schmutz aufnimmt, nicht mehr nur anhand von Komfortversprechen entschieden. Statt rotierender oder vibrierender Mopp-Pads rücken Systeme mit spezialisierten Wischwalzen in den Vordergrund, weil die Mechanik direkt beeinflusst, wie viel Material tatsächlich in die Nassaufnahme gelangt und wie gleichmäßig der Auftrag über den Boden verteilt wird. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von reiner Saugstärke hin zu einer kombinierten Betrachtung aus Wischgeometrie, Flüssigkeitsführung und Anpresskraft.
Die Marktdaten untermauern diese Dynamik. Laut IDC hat sich die Verteilung der Geräte in den ersten drei Monaten 2026 spürbar gedreht: Dreame erreicht demnach weltweit Platz eins bei Absatz und Umsatz und verdrängt Roborock. In Europa liegt Dreame seit 2025 bei 27,6 Prozent Marktanteil, während Roborock bei rund 27 Prozent liegt. In den Leistungsvergleichen dominieren Produkte aus dem Dreame-Konzern die Spitzenränge: Der Dreame X60 Pro Ultra Complete wurde im September 2026 mit 98 von 100 Punkten bewertet und arbeitet mit 42.000 Pa Saugleistung, was im Datensatz als derzeit höchster Wert am Markt erscheint. Dazu kommt eine 12 cm ausfahrbare Seitenbürste sowie eine Wischmopps-Reichweite von 18 cm, wodurch das Gerät nicht nur zentral, sondern auch am Rand Reinigungsleistung abliefern soll.
Technisch lässt sich die Wirkung der Wischwalzen vor allem an der Art der Kraftübertragung und der Flüssigkeits- bzw. Schmutzaufnahme festmachen. Der MOVA Z70 Ultra Roller Complete, getestet im Juni 2026, setzt auf eine Wischwalze mit 800 U/min und einem Anpressdruck von 18 N; außerdem nennt der Test 12 integrierte Düsen und 36.000 Pa Saugleistung. Der Ansatz zielt dabei auf eine systematischere Schmutzaufnahme als bei klassischen Pad-Lösungen, bei denen das Pad zwar mechanisch über den Boden geführt wird, aber je nach Beladung und Spülzustand schneller „verschmiert“. Auf der anderen Seite nutzt der Roborock Saros 20 Flow Complete eine Wischwalze mit 240 U/min, kombiniert das laut Beschreibung mit 16 Frischwasserdüsen und einer 100 °C-Warmwasser-Wischstation. Dass dieses Modell auf der IFA 2026 mit einem Innovation Award ausgezeichnet wurde, zeigt vor allem, dass Hersteller die Nassaufbereitung als Teil der Reinigungskette verstehen.
Gerade an dieser Stelle wird in den September-Tests auch eine wichtige Einordnung geliefert: Die beworbenen Pascal-Werte (Pa) sind für das Ergebnis oft weniger entscheidend, als es die technischen Daten vermuten lassen. Für Hartböden gelten Werte im Bereich von 5.000 bis 7.000 Pa laut der genannten Experten-Einschätzung als ausreichend; für Teppiche und Tierhaare werden 10.000 bis 12.000 Pa empfohlen. Leistungsstufen über 15.000 Pa seien in der Praxis kaum noch spürbar, weil andere Engpässe den Gesamteindruck stärker bestimmen, etwa wie gut Hindernisse umfahren oder überwunden werden und wie die Nasswischzone im Betrieb stabil bleibt. Wenn ein Gerät bei Hindernissen an der Schwelle „hängen bleibt“, verteilt sich zudem Flüssigkeit häufiger ungleichmäßig oder es entstehen Bahnunterbrechungen, die sich beim späteren Durchgang auf dem Boden sichtbar auswirken können.
In den Daten zur Hindernisüberwindung zeigt sich das ebenfalls als wettbewerbsdifferenzierender Faktor. Der Roborock Saros 20 wird mit der Fähigkeit beschrieben, Hindernisse bis zu 8,8 cm zu bewältigen, während MOVA V70 oder MOVA Z70 Kletterfähigkeiten von bis zu 9 cm erreichen. Beim Dreame X60 Pro Ultra Complete nennen die technischen Angaben sogar Werte bis zu 10 cm. Für Anwender heißt das nicht nur, dass weniger Stellen ausgelassen werden, sondern auch, dass die Geräte seltener neu planen müssen und sich damit die reale Reinigungszeit verkürzt oder zumindest stabiler bleibt. Ergänzend rückt bei speziellen Wischsaugern eine zweite Innovationslinie in den Markt: Systeme, die nicht auf klassischen Saug- und Wischkombinationen basieren, sondern auf alternative Mechanismen setzen.
Ein Beispiel dafür ist der Hizero R700, der auf der IFA 2026 vorgestellt wurde und laut Beschreibung vollständig ohne Saugmotor auskommt. Stattdessen nutzt er eine Polymer-Walze („No-Suction Technology“) und erreicht eine Betriebslautstärke von nur 56 dB; solche Zielwerte sind für Haushalte mit Geräuschsensibilität besonders relevant, weil sie die tägliche Nutzungsbereitschaft erhöhen. Auch hier taucht wieder derselbe Musterbefund auf: Wenn auf Hartboden „Schlieren“ entstehen, liegt die Ursache in den Tests häufig nicht am Wischvorgang als solchen, sondern daran, ob rotierende Mopp-Pads statt Wischwalzen eingesetzt werden. Parallel verstärken etablierte Hersteller ihre Präsenz im Segment der Wischsauger; so kündigte Bosch im September 2026 den Marktstart der OneFlow-Serie in Deutschland an, wobei für die Serie 6 BHF61BS ein Anpressdruck von 23 N und eine Walzenreinigung bei bis zu 70 °C genannt werden.
Für die nächsten Kaufentscheidungen zählt damit weniger ein einzelner Kennwert als das Zusammenspiel aus Wischmechanik, Flüssigkeitsführung, Aufbereitung und Fahrverhalten. Entscheidend ist, ob Hersteller die Wischwalze als Teil eines geschlossenen Prozesses denken – inklusive Düsen, Anpressung und Reinigungsstation – oder ob das System eher als „nachträgliches Wischen“ hinter der Saugfunktion bleibt. Ebenso wird die Marktverschiebung von Dreame auf der einen Seite und der wachsenden Konkurrenz im Wischsauger-Segment auf der anderen Seite spürbar: Wer Geräte künftig betreiben will, sollte sich besonders die Mechanik der Nassaufnahme ansehen und prüfen, wie das Modell im Alltag bei Kanten, Stufen und Tierhaar-Belastung performt. Unterm Strich macht der September-Trend deutlich, dass Wischwalzen nicht nur ein anderes Bauteil sind, sondern einen anderen Ansatz in der Maschinenlogik markieren.
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