LONDON (IT BOLTWISE) – XRP handelt wieder nahe 1,25 US-Dollar, während der 2-Tage-RSI in den Bereich um 39 bis 41 zurückkehrt. Gleichzeitig deutet der Chart auf einen Retest der langfristigen steigenden Trendlinie hin, die seit Mitte 2024 als Unterstützung fungiert. Mit dem Abschluss der rechten Schulter einer inversen Kopf-Schulter-Formation entsteht ein Muster, das an November 2024 erinnert. Ob daraus erneut ein starker Schub wird, hängt nun maßgeblich davon ab, wo der nächste Tages-Close landet.

Wenn ein Kurs wie XRP in relativ kurzer Zeit von 1,20 US-Dollar wieder Richtung 1,25 US-Dollar springt, lohnt sich der Blick weniger auf Schlagzeilen als auf die Mechanik dahinter: Momentum, strukturelle Chartzonen und die Frage, ob Käufer eine Korrektur wirklich abdrehen können oder nur kurzfristig „gegenhalten“. Genau dieses Spannungsfeld beschreibt die aktuelle technische Einordnung. Laut der in den letzten Wochen viel beachteten 2-Tages-Logik fällt der Relative-Strength-Index (RSI) zurück in den Bereich von rund 39 bis 41. Der Clou: Diese Schwelle gilt Chartanhängern als regionaler Ausgangspunkt für eine spätere Trendbeschleunigung, weil sie damals unmittelbar vor einem sehr starken Ausbruch lag.
Technisch betrachtet stehen jetzt drei Bedingungen nebeneinander, die man in der Praxis selten gleichzeitig so „sauber“ trifft. Erstens wird auf dem 2-Tage-Chart eine RSI-Rückkehr in den Bereich knapp unter 40 beobachtet. Zweitens retestet der Kurs laut Beschreibung gerade eine langfristige steigende Trendlinie, die seit Mitte 2024 als Unterstützung gewirkt haben soll. Drittens wird eine inverse Kopf-Schulter-Formation diskutiert, wobei das Augenmerk auf dem Abschluss der rechten Schulter liegt: Die Marke um 1,20 US-Dollar wird dabei als Tiefzone mit Bezug auf den Kopf der Formation eingeordnet. Dass diese drei Komponenten im gleichen Monat wie das frühere Vorbild (November 2024) zusammenfallen sollen, ist der Kern der These, aber eben auch der Grund, warum Trader den Chart jetzt genau überwachen.
Der historische Vergleich liefert eine konkrete Erinnerung daran, warum der Markt solchen Setups Aufmerksamkeit schenkt: Im November 2024 lag der RSI nach Angaben aus der Chartanalyse bei ungefähr 39, während der Preis erneut die gleiche steigende Trendlinie testete. In der Folge kam es zu einem deutlich beschleunigten Anstieg; über die folgenden Wochen wurde von einem Gewinn von mehr als 500% gesprochen. Für die Einordnung im Gesamtbild ist zudem relevant, dass XRP später im Verlauf bis auf ein Allzeithoch von 3,65 US-Dollar im Juli 2025 stieg. Gleichzeitig betont die aktuelle Analyse ausdrücklich, dass es keine automatische Wiederholung gibt: Ein Chartmuster ist keine Garantie, sondern nur eine statistisch motivierte Momentaufnahme, die erst durch bestätigende Preisbewegungen validiert wird.
Der Rücksetzer, der den aktuellen Test überhaupt ermöglicht hat, kam zudem nicht „im luftleeren Raum“. Berichten zufolge fiel die Schwächephase mit den Nachwirkungen eines großen Vorfalls rund um die Krypto-Börse Binance zusammen, bei dem von einem Hack in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar die Rede war. Solche Ereignisse führen im Markt oft zu einem schnellen Risikoabbau: Positionen werden reduziert, Liquidität verlagert sich, und selbst Währungen, die technisch „gut aussehen“, können kurzfristig unter wichtige Zonen gedrückt werden. In diesem Kontext wird XRP bis auf etwa 1,20 US-Dollar „durchgespült“, bevor Käufer wieder einsteigen konnten. Genau dieses Tief wird nun als möglicher Abschluss der rechten Schulter der inversen Kopf-Schulter-Formation interpretiert.
Gleichzeitig zeigt der gleiche Chart aber auch Gegenargumente, die in der Praxis mindestens genauso wichtig sind wie die bullischen Elemente. XRP habe laut Beschreibung sowohl die 100-Tage- als auch die 200-Tage-Simple-Moving-Averages verloren; diese werden dabei grob bei 1,30 US-Dollar beziehungsweise 1,27 US-Dollar verortet. Auch die Position unter dem 50-Tage-Durchschnitt nahe 1,39 US-Dollar spricht eher für eine kurz- bis mittelfristige Korrekturstruktur. Selbst die Erholung habe im intraday Bereich bei etwa 1,27 US-Dollar gestoppt, also knapp unter der 200-Tage-Linie. Zusätzlich bewegt sich der Kurs laut Einordnung seit einem Hoch nahe 1,70 US-Dollar im August in einem abwärtsgerichteten Kanal, wobei Rebounds an der oberen Begrenzung abgelehnt werden und Rückläufe eher nahe der unteren Begrenzung abflachen. Das erklärt auch, warum die Zone um 1,20 US-Dollar aktuell so bedeutend wirkt: Sie markiert offenbar den unteren Kanalbereich.
Für die nächsten Schritte liefert die Analyse keine pauschale Prognose, sondern konkrete Bedingungen, die sich direkt aus dem Verhalten eines Tageskerzen-Schlusskurses ableiten lassen. Auf dem täglichen Chart lag der 14-Tage-RSI am 30. Oktober bei 37,44 und damit unter der genannten Signallinie von 40,04 sowie deutlich unter der 50er-Mitte. Zwar drehe der RSI mit dem Kaufimpuls leicht nach oben, doch es gebe bislang weder einen klaren bullischen Crossover noch eine bestätigte Divergenz. Genau deshalb soll der Fortgang stark davon abhängen, wo die nächste Kerze schließt: Ein Close unter etwa 1,26 bis 1,27 US-Dollar würde die Erholung eher wieder in Richtung Retest von gebrochenem Support kippen und die Aufmerksamkeit zurück auf das 1,20-Tief lenken. Rutscht der Kurs darunter, könnte als nächstes das 0,786-Fibonacci-Level bei ungefähr 1,14 US-Dollar relevant werden, das in der Betrachtung in der Nähe der unteren Trendlinie im Kanal liegt.
Auf der anderen Seite gilt als bullischer „Hebel“ ein Close über 1,30 US-Dollar. Damit würde der Kurs sowohl die langfristigen gleitenden Durchschnitte zurückerobern, was wiederum den Weg für einen Test der Kanalobergrenze eröffnen könnte. Im selben Atemzug werden auch Fibonacci-Zonen genannt: Bei einem Vorgehen über die Kanaldecke wären potenziell die 0,500-Fibonacci-Region um etwa 1,32 bis 1,34 US-Dollar erste Ziele. Selbst ein schwächerer Verlauf müsste dabei nicht zwangsläufig als Desaster enden, denn in der Analyse bleibt XRP über dem Bereich von 0,99 bis 1,00 US-Dollar, der als Ausgangsniveau für den späten Sommer-Ausbruch beschrieben wird. Für die größere Trendreparatur wäre jedoch ein Rücklauf über den 50-Tage-Durchschnitt erforderlich, weil sonst die Korrekturlogik dominiert. Für Trader ist damit vor allem eines klar: Das Setup liefert klare Level, aber die Richtung wird erst durch die Bestätigung am Tages-Chart entschieden.
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