LONDON (IT BOLTWISE) – XRP hat in den letzten 90 Tagen deutlich zugelegt, doch die nächste Fed-Entscheidung am 28. Oktober könnte das Sentiment kippen. Der Kurs liegt aktuell bei 1,49 US-Dollar und bewegt sich trotz des 46%-Rebounds noch klar unter dem Allzeithoch. Besonders relevant bleibt die Kombination aus potenziell steigenden Zinsen, einer Rendite von rund 5,2% auf 10-jährige US-Treasuries und dem fortlaufenden Freigabeplan von rund 37 Milliarden XRP aus Treuhandkonten. Für den Oktober werden daher volatile Kursspannen zwischen etwa 1,25 und 1,70 US-Dollar erwartet.

XRP startet in den Oktober 2026 mit Rückenwind, aber nicht mit Sicherheit. Laut der Ausgangsmeldung stieg der Kurs innerhalb von 90 Tagen um 46%, notiert aktuell bei 1,49 US-Dollar und liegt am Tag der Betrachtung 2,5% tiefer. Gleichzeitig zeigt der Verlauf, dass der Aufschwung nicht aus einer vollständigen Rückkehr aus den vorherigen Rücksetzern besteht: Für 2026 wird ein Minus von 17,6% genannt, während Bitcoin mit -3,5% und Ethereum mit -9,5% vergleichsweise defensiver wirken. Für Marktteilnehmer ist die zentrale Frage deshalb weniger, ob XRP überhaupt Käufer findet, sondern ob dieser Kaufdruck bei einer möglichen geldpolitischen Straffung bestehen bleibt.
Einordnungstechnisch fällt auf, dass XRP in der jüngsten Phase eher im Gleichklang mit dem Gesamtmarkt läuft. Innerhalb der letzten 30 Tage kommt XRP demnach auf +8,5%, damit etwas besser als Bitcoin (+7,9%), aber hinter Ethereum (+9,2%). Genau diese relative Dynamik spricht dafür, dass viele Zuflüsse nicht exklusiv XRP „bevorzugen“, sondern breiter auf Risikoassets und Krypto insgesamt zielen. Für den Oktober heißt das: Selbst wenn die kurzfristige Nachfrage anhält, kann die Kursentwicklung stark davon abhängen, wie sich der Markt um die Zinsentscheidung der US-Notenbank positioniert und wie stark Investoren zwischen kurzfristiger Renditelogik und Krypto-Volatilität umschichten.
Der Terminblock Ende Oktober ist dabei der offensichtlichste Hebel. In der Meldung wird auf das Treffen der US-Notenbank am 27. und 28. Oktober verwiesen; als Erwartungsrahmen nennt der Text eine rund 64-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung um einen Viertelpunkt. Hintergrund: Höhere Zinsen erhöhen typischerweise die Opportunitätskosten für Anlagen, die keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden zahlen. Konkret wird auf eine 10-jährige US-Treasury-Rendite von 5,2% zum 25. September verwiesen; wer XRP hält, verzichtet damit im Vergleich auf eine stabile Renditekomponente. Wenn die Zinsen am 28. Oktober tatsächlich weiter steigen, kann das die Bereitschaft reduzieren, riskantere Positionen bei Krypto aktiv zu halten – selbst dann, wenn der Kurs vorher bereits spürbar gestiegen ist.
Neben der Makroseite spielt in der Ausgangsmeldung vor allem das Angebotsbild eine Rolle. XRP wird mit rund 62,9 Milliarden Token in Umlauf beschrieben, bei einer maximalen Gesamtmenge von 100 Milliarden. Knapp 37 Milliarden XRP gelten demnach als noch nicht freigegeben und sollen in treuhänderischen, zeitlich gesperrten Konten liegen, die XRP nach einem vorab definierten Zeitplan wieder in den Markt geben. Der Marktmechanismus dahinter ist unmittelbar: Neue Token im Umlauf erhöhen rechnerisch die Verkaufs-/Angebotsseite, weshalb Käufer in der Praxis nicht nur für einen Kursanstieg, sondern zunächst für die Stabilisierung gebraucht werden. In vielen Phasen reichen dann optimistische Impulse nicht aus, um „steigende Nachfrage“ dauerhaft gegen zusätzlichen Abgabedruck durchzusetzen.
Auf der Nachfrageseite nennt die Quelle zwar Unterstützung, aber sie ordnet diese vergleichsweise klein ein. Für US-Spot-XRP-ETFs werden laut Text etwa 1,8 Milliarden US-Dollar an Nettovermögenswerten genannt; hinzu kommt ein Zufluss von rund 75,6 Millionen US-Dollar in einem kurzen Zeitraum vom 22. bis 25. September. Zugleich wird betont, dass diese 1,8 Milliarden US-Dollar nur etwa 1,9% des Marktwerts von XRP abbilden. Für eine Kursbewegung, die über die kurzfristige Volatilität hinausgeht, reicht das demnach vermutlich nicht allein. Für den Oktober ergibt sich daraus ein plausibles Bild: Stabilisierende Effekte durch institutionelle Vehikel können zwar helfen, aber sie wirken eher wie ein gedämpfter Gegenpol zu Angebots- und Zinsrisiken als wie ein Treiber mit dominanter Wirkung.
Aus dem Zusammenspiel von Zinsrisiko und Token-Freigaben leitet der Text eine eher vorsichtige Erwartung für den Oktober ab. Anstelle eines großen Ausbruchs wird ein volatiler Monat prognostiziert, mit Kursen zwischen ungefähr 1,25 und 1,70 US-Dollar. Für die Chart-Orientierung werden zwei Marken besonders hervorgehoben: Bei 1,66 US-Dollar liege ein unmittelbarer Widerstand (Hoch vom 23. September), rund 11% über dem aktuellen Niveau. Als nächstes potenzielles Breakout-Level nennt die Quelle 1,70 US-Dollar (Hoch vom 22. August), das etwa 14% über dem aktuellen Kurs läge und wahrscheinlich von einem „Fed Pause“-Szenario profitieren würde. Auf der Unterseite bildet ein Bruch unter das Tief vom 16. September bei 1,25 US-Dollar eine Art Trigger; dann sei ein weiterer Rückgang in Richtung des August-Tiefs möglich, mit einem potenziellen Rücksetzer von bis zu 27%.
Für Unternehmen und Entwickler mit Blick auf Krypto-Ökosysteme steckt in dieser Mischung aus Makro-Trigger und Angebotsmechanik eine praktische Lektion. Je stärker Kapitalströme von Zinsnarrativen abhängen, desto mehr müssen Händler und Produktteams ihre Risiko- und Liquiditätsannahmen anpassen, statt sich auf „nur technische“ Signale zu verlassen. Ebenso zeigt das Beispiel der zeitlich geplanten Token-Freigaben, dass Tokenomics nicht nur ein Hintergrundfaktor ist, sondern in kurzfristigen Kursphasen die Wirksamkeit von Zuflüssen begrenzen kann. Wenn der Oktober tatsächlich zwischen 1,25 und 1,70 US-Dollar schwankt, wird die operative Konsequenz für viele Akteure darin bestehen, weniger auf einzelne Schwellenwerte zu setzen und stärker auf robuste Strategien für hohe Volatilität, klare Exit-Regeln und die Beobachtung sowohl der geldpolitischen Agenda als auch der realen Angebotsdynamik im Markt.
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