LONDON (IT BOLTWISE) – XRP hat im Oktober 2026 mit einem Minus von rund 15,9% einen der schwächsten Monate seit Langem hingelegt. Für November zeigt die Historie jedoch kein klares Muster: In fünf Jahren schwankte die Monatsentwicklung von +281,3% bis -13,9%. Der entscheidende Unterschied lag zuletzt an überraschenden politischen Auslösern, während Analysten für November 2026 konkrete Kursmarken beobachten. Im Raum stehen dabei Support bei 1,1975 US-Dollar und Widerstände um den 20- und 50-Tage-Durchschnitt.

Wer aus einem schwachen Oktober automatisch auf einen schwachen November schließt, verkennt bei XRP den Kern des Problems: Die Kursbewegungen im Folgemonat waren in den letzten fünf Jahren auffällig unruhig und oft von einzelnen Ereignissen abhängig. Im Oktober 2026 fiel XRP von rund 1,25 US-Dollar zum Monatsende erneut in die Verlustzone und schloss bei 1,25 US-Dollar, was dem Zeitraum nach Monatsstart ein Minus von 15,9% einbringt. Diese Größenordnung reicht zwar, um kurzfristig Druck auf Investoren auszuüben – zumal der Handel mit XRP zunehmend über institutionell wahrnehmbare Wege stattfindet –, aber sie liefert allein noch keine belastbare Aussage darüber, wie der nächste Monatsabschnitt wirklich verläuft.
Technisch betrachtet lohnt der Blick auf die tatsächliche Verteilung der November-Resultate. In drei von fünf Jahren beendete XRP den November tiefer als zu Beginn des Monats; damit war der „rote“ Ausgang statistisch häufiger als der positive. Die durchschnittliche November-Performance wird zwar mit +49,3% angegeben, dieser Mittelwert entsteht aber vor allem durch einen Extremmonat: 2024, als XRP im November um +281,3% stieg. Ohne dieses eine Ereignis wird die Spanne der übrigen vier Novembers deutlich enger und zeigt zugleich die Abwärtsanfälligkeit: Von etwa +1% bis zu -13,9% reicht das Spektrum. Als „Median“ – also der mittlere Wert, wenn man die fünf Jahre der Reihe nach ordnet – ergibt sich für November 2021 ein Verlust von 10,6%.
Auch das Zusammenspiel von Oktober und November fällt weniger eindeutig aus, als es die Schlagzeilen suggerieren könnten. Der Oktober lieferte in drei Fällen ein Minusbild: 2022, 2024 und 2025. In zwei dieser Fälle setzte sich die Schwäche dann in den November fort, wobei es 2024 erst nach dem Oktober-Verlust zu dem späteren Sprung kam. Umgekehrt gab es 2021 und 2023 Monate, die im Oktober positiv endeten; dennoch waren die Folgebewegungen im November nicht durchgehend freundlich. Konkret: 2021 folgte auf einen Oktober-Rückgang ein November, der mit -10,6% endete, während 2023 zwar einen minimalen Gewinn von +1% brachte, aber eben keinen vergleichbaren Trend wie der Ausreißer 2024.
Die auffälligste Erklärung für den November-Sprung liefert die Ereigniskette, die 2024 schließlich den Charakter des Monats prägte. Vor dem Wahlausgang lagen XRP und andere Krypto-Werte laut der Beschreibung in einem relativ engen Korridor zwischen 0,50 und 0,60 US-Dollar. Mit der Wahlentscheidung im US-Präsidentschaftskontext veränderte sich offenbar die Erwartungshaltung an eine politisch unterstützendere Ausrichtung gegenüber digitalen Assets, und genau diese Neuverortung hat im Markt häufig eine hohe Hebelwirkung. Der entscheidende rechtliche „Wetterwechsel“ fiel dann am 21. November 2024: Die Ankündigung der Rücktrittspläne des damaligen SEC-Vorsitzenden Gary Gensler wird in der Quelle als Auslöser einer Neubewertung eingeordnet. In der Folge sprang XRP laut den genannten Kursständen von einem Schlusskurs des Oktobers 2024 bei 0,5104 auf einen November-Schluss von 1,9379.
Für November 2026 ist zwar wieder ein politischer Kalenderpunkt im Raum, aber der Kontext gilt als weniger „spike“-anfällig. Die Rede ist von den US-Midterms am 3. November 2026. Historisch werden Midterm-Effekte auf Krypto-Regulierung in solchen Analysen häufig als indirekter beschrieben als die Wirkung einer Präsidentschaftswahl, die stärker mit einem grundlegenden Policy-Rahmen verknüpft ist. Entsprechend formuliert die Marktbeobachtung eher eine Szenario-Logik statt einer Erwartung auf ein identisches Muster wie 2024: Ein typischer November würde XRP von 1,25 US-Dollar in Richtung etwa 1,87 US-Dollar treiben, während der schlechteste historische Fall eher bei rund 1,08 US-Dollar verortet wird. Der Median liegt dabei näher am unteren Bereich, was der vorsichtigen Grundtendenz aus der Vergangenheit entspricht.
Um diese Szenarien greifbar zu machen, werden konkrete technische Marken genannt, die im kurzfristigen Trading oft den Ton angeben. Auf der Unterseite wird zunächst ein Support um 1,253 US-Dollar beschrieben. Falls XRP darunter fällt – und zwar unter das Oktober-Tief von 1,1975 US-Dollar – könnten Händler den im Worst-Case erwähnten Zielbereich nahe 1,08 US-Dollar erneut aufgreifen. Nach oben dienen mehrere Referenzen als „Prellen“-Zonen: Der 20-Tage-Durchschnitt bei 1,3164 US-Dollar fungiert zunächst als vorläufiger Widerstand; darüber hinaus könnte als nächstes die Wochenhoch-Marke von 1,3431 US-Dollar aus dem Wochenbezug relevant werden. Setzt sich die Stärke fort, rücken zudem der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,3945 und ein 30-Tage-Hoch bei 1,555 in den Fokus.
Selbst wenn die Kursgeschichte für November Zurückhaltung nahelegt, ist der Markt nicht nur „Chart-getrieben“. Ein weiterer Aspekt aus der Quelle: Trotz des Preisrückgangs hielten sich die Zuflüsse in XRP-ETFs demnach im positiven Bereich. Für die Woche bis zum 31. Oktober 2026 werden Zuflüsse in Höhe von 4,3 Millionen US-Dollar genannt, wodurch sich die geschätzten gesamten ETF-Bestände auf rund 1,42 Milliarden US-Dollar belaufen sollen. Dieses Spannungsfeld – historisch schwankender Monatsrhythmus, aber gleichzeitig anhaltende institutionelle Nachfrage – kann die typische saisonale Erwartung in beide Richtungen drehen. Für November 2026 lautet die praktische Leitfrage daher: Kann XRP täglich wieder oberhalb des 20-Tage-Durchschnitts bei 1,3164 schließen und anschließend auch die 50-Tage-Linie bei 1,3945 zurückerobern? Bleibt dagegen das Niveau unterhalb von 1,1975 US-Dollar erreichbar, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Monat dem Muster „Vorsicht“ folgt, das aus den vier weniger spektakulären Novembers abgeleitet wird. Und damit ist die eigentliche Botschaft für Investoren: nicht der Oktober entscheidet, sondern ob XRP die im Chart vorgegebenen Pfade für November bestätigt – oder bricht.
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