LONDON (IT BOLTWISE) – XRP ist in den vergangenen 24 Stunden um 2,83% gefallen und rutschte auf 1,41 USD. Ausgelöst wurde die Abwärtsbewegung unter anderem durch eine stark ausgefallene US-Arbeitsmarkt-Meldung. Gleichzeitig deutet der Krypto-Analyst Ali Martinez im Monatschart auf ein aufsteigendes Dreieck hin und nennt 60 USD als langfristiges technisches Ziel. Für das bullische Szenario braucht der Kurs jedoch erst einen bestätigten Ausbruch über zentrale Widerstände.

XRP steht nach einem spürbaren Tagesrutsch unter Verkaufsdruck: Der Kurs gab laut den Angaben im Marktüberblick der letzten 24 Stunden um 2,83% nach und notierte bei 1,41 USD. Im gleichen Zeitraum fiel auch Bitcoin um 1,63%, was zeigt, dass der Abverkauf nicht isoliert bei XRP stattfand. Besonders auffällig ist dabei die Wirkung auf die Terminmärkte: Es wurden rund 14,51 Millionen USD an XRP-Liquidationen gemeldet, wobei Long-Positionen den Großteil der Verluste trugen. Das passt zum typischen Muster, bei dem steigender Abwärtsmomentum-Flow bei gehebelten Trades zusätzliche Verkäufe auslöst, sobald Stopps oder Margin-Schwellen erreicht werden.
Technisch betrachtet ist die unmittelbare Frage weniger, ob es grundsätzlich bullisch werden könnte, sondern ob der Kurs die kurzfristige Schwäche stabilisiert. Der Bericht verknüpft den Rückgang mit dem jüngsten US-Job-Report: Es wurden 162.000 neue Arbeitsplätze gemeldet, die Erwartungen wurden damit übertroffen, während die Arbeitslosenquote bei 4,1% lag. Stärker als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten drücken in der Regel die Risikobereitschaft, weil Marktteilnehmer häufig eine länger restriktive Geldpolitik einpreisen. In diesem Umfeld werden auch Kryptowerte anfälliger, selbst wenn die eigene Fundamentallage der Assets unverändert bleibt.
Die Liquidationen liefern zusätzlich den „Mechanik“-Teil der Bewegung: Ein Rückgang auf etwa 1,33 USD soll weitere XRP-Liquidationen in Höhe von 14,82 Millionen USD ausgelöst haben, wobei 95,8% aus Long-Positionen kamen. Solche Dominanzwerte sprechen für einen Markt, der auf steigende Volatilität mit automatisierten Abschaltungen und erzwungenem De-Risking reagiert. Gleichzeitig bleibt die Aktivität jedoch hoch; der Bericht nennt für den August-Spot-Volumenwert den höchsten Stand seit Februar. Konkret werden Handelszahlen ausgewiesen, bei denen Binance rund 7,28 Milliarden USD und Upbit etwa 4,68 Milliarden USD an XRP-Trades registriert haben. Das ist für die technische Lage wichtig, weil starke Liquidität zwar keine Garantie für steigende Kurse ist, aber die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich Breakout-Setups bei einem Richtungswechsel schneller durchziehen lassen.
Mit dem eigentlichen bullischen Hebel rückt die Chartstruktur in den Fokus: Ali Martinez beschreibt im Monatschart ein „massives aufsteigendes Dreieck“, bei dem der Kurs höhere Tiefs bildet, während gleichzeitig eine markante Widerstandszone wiederholt verteidigt wurde. Als entscheidende Zone wird dabei ein Widerstand um 3,66 USD genannt. Entscheidend ist weniger die Spitze des Musters als die Bestätigung: Martinez erwartet, dass ein Monats-Closing oberhalb von 3,66 USD das Ausbruchssignal validieren könnte. Aus dem Muster leitet er anschließend eine Projektion ab: Erst ein Ziel in der Größenordnung von 9,49 USD, gefolgt von einem weiteren Bereich um 15,60 USD. Interessant ist außerdem die im Chart verankerte Erwartung eines möglichen Pullbacks in der Nähe dieser Niveaus, bevor der nächste größere Schritt erfolgt.
Damit der Sprung Richtung 60 USD nicht nur eine rein technische Projektion bleibt, braucht es laut Bericht auch stützende „Fundamentals“, die den Markt im Anschluss an den Ausbruch tragen können. Als externer Katalysator wird der 15. September 2026 genannt: eine Abstimmung im US-Senat zum CLARITY Act. Falls das Gesetz die Regeln für digitale Assets klarer definieren sollte, könnte das Unsicherheit rund um regulatorische Rahmenbedingungen reduzieren und damit die Risikoprämie bei Kryptoanlagen senken. Auf der Protokollseite wird zudem erwähnt, dass XRPL aktuell Lending-Komponenten testet, darunter Lending Protocol und Single Asset Vaults; solche Erweiterungen zielen darauf ab, mehr Kredit- und Finanzierungsaktivität im Ökosystem zu ermöglichen und damit die Nutzungsdichte des Netzwerks zu steigern.
Parallel dazu wird die Nachfrage aus dem institutionellen Lager als zusätzlicher Rückenwind beschrieben: Bei US-Spot-XRP-ETFs sollen laut den Angaben 130 Millionen USD an wöchentlichen Zuflüssen verzeichnet worden sein, wodurch sich die gesamten Nettomittelzuflüsse auf rund 1,68 Milliarden USD erhöhen. Wenn dieser Trend anhält, kann ETF-Nachfrage als kontinuierlicher zusätzlicher Käufer wirken und den Markt bei Rücksetzern eher abfedern. Für Anleger und Unternehmen heißt das: Selbst wenn die technische Landkarte kurzfristig erst über Widerstände wie 3,66 USD führt, können zyklische Rücksetzer leichter absorbiert werden, wenn fundamentale Nachfrage und regulatorische Fortschrittsoptionen zusammenfallen.
Für die weitere Einordnung lohnt sich ein nüchterner Blick auf Timing und Pfadabhängigkeit. Der Bericht nennt ausdrücklich keine konkrete Frist, bis XRP das 60-Dollar-Ziel erreicht; stattdessen wird es als langfristiges technisches Ziel aus der Monatschart-Struktur dargestellt. Genau darin liegt die praktische Konsequenz: Wer aus dem Setup handeln will, muss die Bestätigung (Monatsabschluss) und die in den Projektionen angedeuteten Zwischenzonen (etwa um 9,49 USD und 15,60 USD) als potenzielle Bewertungs- und Reaktionspunkte betrachten. Unternehmen, die XRP-Ökosystemaktivitäten planen oder Integrationen rund um XRPL-Kreditlogik prüfen, sollten daher kurzfristige Marktvolatilität als gegeben annehmen, aber die genannten Umbau- und Nachfrageindikatoren im Blick behalten.
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