LONDON (IT BOLTWISE) – Zcash und NEAR liefern 2026 deutlich bessere Kursanstiege als XRP. Im Kern liegt der Unterschied weniger an kurzfristigen Marktstimmungen als an Mechaniken, die das Angebot verknappen können. Zcash nutzt nach einem geplanten Upgrade einen Teil der Transaktionsgebühren zum Token-Entzug. NEAR setzt zusätzlich auf Intents und re-investiert Erlöse in Buybacks.

Wer 2026 nach „billigen“ oder „starken“ Coins sucht, landet im Kryptomarkt schnell bei XRP, Zcash (ZEC) und NEAR Protocol (NEAR). Doch der entscheidende Hebel, der in der vorliegenden Betrachtung immer wieder auftaucht, ist die Supply-Logik: Wie stark eine Blockchain über Zeit die Umlaufmenge beeinflusst, etwa durch Token-Verbrennung, durch Buybacks oder durch die Art, wie Gebühren im System zirkulieren. Genau an dieser Stelle wird XRP vergleichsweise ungünstig eingeordnet, während Zcash und NEAR mit mehreren Ansatzpunkten punkten. Das ist für Investoren relevant, weil Preisbewegungen bei Krypto oft dann nachhaltiger wirken, wenn sich Nachfrage und Angebotsveränderungen über längere Zeiträume in dieselbe Richtung bewegen.
Bei XRP steht dabei weniger die Frage im Raum, ob die Blockchain genutzt wird, sondern ob die Wertschöpfung spürbar bei den Inhabern ankommt. Die Argumentationslinie lautet: Ein Kursanstieg benötigt regelmäßig einen Mechanismus, der aus Netzwerkaktivität echte Effekte für den Token-Preis ableitet, etwa durch das Zerstören von Tokens (Burns), durch Rückkäufe oder durch das Ausschütten von Überschussgebühren. Für XRP wird genannt, dass das Netzwerk zwar jede Transaktionsgebühr zerstört, die Gebühren pro Transaktion aber so gering seien, dass der Burn insgesamt kaum messbaren Druck auf das Angebot erzeugt. Als grober Anker wird angeführt, dass bislang nur 14,4 Millionen von ursprünglich 100 Milliarden XRP-Token zerstört worden seien. Gleichzeitig kann Ripple als Emittent laut den Angaben bis zu 1 Milliarde XRP monatlich aus einem Escrow freischalten; zusätzlich wird erwähnt, dass im September 2026 32 Milliarden XRP im Escrow gesperrt waren.
Noch klarer wird der Angebotskontrast bei XRP über den Blick auf die zirkulierende Menge. Laut den genannten Daten sei die Umlaufmenge von 59,9 Milliarden XRP am 7. Oktober 2025 auf 63,1 Milliarden XRP ein Jahr später gestiegen. Das bedeutet: Wenn gleichzeitig keine vergleichbar große Gegenkraft durch Burn oder Rückkäufe greift, entsteht faktisch eine Verwässerung, die Kursgewinne aus Netzwerkaktivität überlagern kann. Genau diese Lücke wird im Text als Grundmuster für die weniger günstige Preisentwicklung beschrieben. Während für XRP für den Zeitraum bis Oktober 2026 zudem von einem Rückgang um 28% die Rede ist, wird im gleichen Atemzug darauf hingewiesen, dass das „Scoreboard“ des Jahres keine verlässliche Prognose für 2026 abbildet. Trotzdem bleibt die Supply-These im Zentrum, weil sie eine Art systemische Blaupause für zukünftige Preisimpulse liefert oder eben nicht liefert.
Zcash wird anschließend als Gegenbeispiel positioniert, vor allem über zwei Bausteine: Nachfrage durch Datenschutzfunktionen und ein Angebotssystem, das sich langfristig verknappen kann. Als privacy-orientierter Coin kann das Netzwerk Zahlungsdetails und Transaktionsidentitäten optional verbergen. Die Logik dahinter ist pragmatisch: Wenn Nutzer, die ihre Kapitalbewegungen weniger nachvollziehbar machen wollen, ZEC nachfragen, trifft diese Nachfrage auf eine endliche Token-Kappe. Zcash orientiert sich dabei an einem klassischen Bitcoin-ähnlichen Modell mit einem Hardcap von 21 Millionen ZEC; 80,8% davon sollen bereits in Umlauf sein. Gleichzeitig wird erläutert, dass die Emission durch Mining noch mit einer Rate von 3,9% pro Jahr die zirkulierende Menge erhöht, diese Rate aber durch ein Halving halbiert werden soll, das etwa im November 2028 erwartet wird. Damit verschiebt sich der Angebotsdruck über Zeit, auch wenn der unmittelbare Effekt im Text eher als mittelfristig beschrieben wird.
Zusätzlich wird ein konkretes Upgrade herausgestellt, das am 5. November 2026 starten soll. Dabei geht es um eine Änderung, die Transaktionsgebühren anders behandelt: 60% der Netzwerkgebühren sollen dann genutzt werden, um Coins aus dem Umlauf zu entfernen, statt alle Gebühren sofort an Miner auszuzahlen. Die zurückbehaltenen Gebühren dürfen demnach erst ab 2031 an Miner ausgezahlt werden. Für die Preislogik heißt das: Der Mechanismus wirkt wie eine „verzögerte“ Mittelzirkulation im Netzwerk, kombiniert mit einem temporären Token-Entzug, der in der Zwischenzeit die verfügbaren Bestände reduziert. Zwar führt das Upgrade nicht zur extremen Knappheit wie bei Bitcoin im strengen Sinn, aber es kann laut der Argumentation die verfügbare Supply im Mittelwert enger halten – insbesondere dann, wenn Transaktionsvolumen und die durchschnittliche Größe der medianen Transaktionen steigen. Genau solche Kopplungen zwischen Nutzung, Gebührenaufkommen und Angebotsverengung machen Zcash im Vergleich zu XRP in der Darstellung attraktiver.
NEAR wird schließlich als drittes Signalbündel präsentiert: fehlende Supply-Kappe, aber dafür eine bewusst gedrosselte Emissionsrate, plus ein Geschäftsmodell, das Einnahmen gezielt in den Token zurückführt. Laut den Angaben hat NEAR zwar keinen festen Maximalbestand, doch die maximale jährliche Emission wurde am 30. Oktober 2025 von 5% auf 2,5% reduziert. Damit sinkt der jährliche Verwässerungshebel. Entscheidend ist aber der zweite Teil: NEAR arbeitet mit einem „Intents“-System, das Cross-Chain Token-Swap-Anfragen organisiert. Im Text wird Intents als Komfort- und Sicherheitsproblem beschrieben: Nutzer müssen nicht selbst die passende Infrastruktur über verschiedene Chains hinweg auswählen, sondern das System übernimmt die Abwicklung so, dass Kapital von einer Blockchain auf eine andere transferiert und dabei der Auswahlaufwand reduziert wird.
Gerade weil Cross-Chain-Wechsel in der Praxis teuer und fehleranfällig sein können, wird NEAR hier als Nachfragehebel interpretiert. Der Text nennt als Risiko-Kontrast, dass manche Bridges Gebühren von über 2% der Transfersumme verlangen können und andere in der Vergangenheit Ziel von Hacks oder Verlusten während der Übertragung wurden. Seit Februar 2026 sollen zusätzlich Einnahmen aus NEAR Intents genutzt werden, um NEAR am offenen Markt zu kaufen und dadurch das Angebot weiter zu verknappen. Für diese Buybacks werden konkrete Größen genannt: Sie hätten im Q3 2026 etwa 3,1 Millionen US-Dollar betragen, nachdem es im Q1 2026 noch 760.000 US-Dollar gewesen seien. In der Konsequenz wird NEAR nicht nur als Token mit reduziertem Emissionsdruck eingeordnet, sondern als System, bei dem messbare Umsätze zu direkten Buybacks führen können. Abschließend wird der Kontrast zu XRP gezogen: XRP sei historisch als „Bridge Currency“ gedacht gewesen, um grenzüberschreitende Transfers zu erleichtern. Diese Rolle habe sich in der Darstellung nicht so stark ausgeprägt wie das, was NEAR für sich reklamiert, weshalb NEAR in der Schlussbetrachtung als bessere Wahl erscheint.
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