LONDON (IT BOLTWISE) – Citizen Lab beschreibt, wie staatlich unterstützte „Zero-Click“-Spyware über Online-Werbung Angriffswege in Geräte einschleusen kann, ohne dass Betroffene klicken oder Nachrichten öffnen müssen. Im Zentrum steht eine Werbeplattform des Unternehmens Discover-Tech, die nach den Angaben der Forscher als „Bridge“ in ein Ökosystem für Spionagesoftware fungieren soll. In einem nachweisbaren Fall waren laut Bericht mindestens 45 Windows-Computer einer Medienorganisation Ziel eines Angriffs. Zusätzlich macht das Team öffentlich zugängliche Systemelemente sichtbar, die eine Replikation des Web-Dashboards und das Abgreifen von Login-Daten ermöglichten.

Online-Werbung ist für viele Nutzer nur lästiges Beiwerk, für Angreifer dagegen ein oft unterschätzter Infrastrukturzugang. Laut einem Bericht des digitalen Rechte-Teams Citizen Lab nutzen Hersteller von „Zero-Click“-Spyware globale Werbenetzwerke, um gezielt Geräte zu kompromittieren, ohne dass die Zielpersonen aktiv werden müssen. Der entscheidende Punkt ist nicht, dass Werbung schon früher für Schadsoftware missbraucht wurde („malvertising“), sondern dass hier ein Muster beschrieben wird, bei dem die Werbepipeline als Startschuss für besonders stille Spionageketten dient. Aus Sicht der IT-Sicherheit erhöht das das Risiko, weil Anzeigen in sehr vielen Umgebungen zuverlässig geladen werden – auf Desktops, in Apps und auf Webseiten – und damit eine große Angriffsoberfläche schaffen.
Technisch greifen die Angreifer dabei auf eine Vertrauenskette zurück, die im Werbe-Ökosystem normalerweise für Reichweite und Targeting optimiert wurde. Citizen Lab berichtet, dass die Firma Discover-Tech die Plattform Controlium bereitstellt und sich dabei als legitimer Werbedienst ausgibt. Die Forscher zeichnen jedoch ein anderes Bild: Controlium soll als „Bridge zwischen Ad-Vendors und dem mercenary-Spyware-Ökosystem“ fungieren und es ermöglichen, bestimmte Personen oder Geräte fast überall auf der Welt zu adressieren. „Zero-Click“-Spyware bedeutet in diesem Kontext, dass Endpunkte infiziert werden können, ohne dass Betroffene einen Link öffnen oder auf eine Nachricht reagieren müssen. Das ist vor allem deshalb kritisch, weil klassische Abwehrmechanismen, die auf Klick- oder Interaktionssignale setzen, ins Leere laufen.
Der Bericht liefert konkrete Hinweise auf solche Angriffe, auch wenn die Zuordnung zu einzelnen staatlichen Akteuren nicht final geklärt ist. Citizen Lab nennt Candiru und Bindecy als mindestens zwei Hersteller von „Zero-Click“-Schadsoftware, die Discover-Techs Plattform genutzt haben sollen. In einem belegten Fall kam es offenbar zu einem kompromittierenden Ereignis, das mindestens 45 Windows-Computer einer Medienorganisation betraf; nach den Angaben im Bericht geschah die Kompromittierung in den Jahren 2024 und 2025 über Werbekontakte, die mit schädlichem Code „gepackt“ waren. Gleichzeitig betont das Team, dass dies die erste Bestätigung für „Zero-Click“-Regierungs-Backed-Spyware-Angriffe sein soll, die über Online-Werbung ausgeliefert werden. Genau diese Eskalation ist für Security-Teams relevant: Sie verschiebt die Annahme, dass „nur“ die Anzeige selbst das Problem ist, hin zu der Frage, ob die Werbeinfrastruktur als Transportkanal für hochgradig zielgenaue Angriffe taugt.
Auch die Missbrauchslogik wird im Bericht greifbar, weil Citizen Lab Schwachstellen in der eigenen Steuerungskette beschreibt. Demnach ließ Discover-Tech Teile seines Quellcodes auf Login-Seiten offen, sodass das Team ein webbasiertes Control-Panel-Dashboard nachbauen konnte – ohne sich einloggen zu müssen. Das Dashboard sei laut Citizen Lab so gestaltet, dass es bösartige Inhalte an individuell adressierte Nutzer zusammen mit Werbeanzeigen „pushen“ könne. Zusätzlich fand das Team eine öffentlich zugängliche Komponente, über die sich Login-Informationen für den Controlium-Dashboard-Zugriff herunterladen ließen, ebenfalls ohne Passwort. Ein Teil dieser Login-Daten habe laut Bericht mindestens zwei Mitarbeitenden des Spyware-Herstellers Candiru gehört, daneben auch Einträge im Umfeld von Bindecy.
Ergänzend ordnet Citizen Lab die Reichweite der Anzeigenaktivitäten ein, indem es Milliarden von Ad-Bidding-Records auswertet, die auf der Website von Discover-Tech offenlagen. Diese Daten deuten den Angaben zufolge darauf hin, dass Werbeanzeigen zwischen März und Juni 2026 auf Zehntausenden mobiler Apps und Webseiten ausgespielt wurden. Die Bidding-Informationen zeigen demnach Platzierungen auf Geräten bzw. in Umgebungen, die mit Streitkräften, Behörden, kritischer Infrastruktur und nationalen Cyber-Agenturen in Verbindung stehen. Wichtig bleibt dabei: Der Bericht klärt nicht abschließend, ob das Ausspielen der Anzeigen in jedem Fall tatsächlich zu einer Infektion führte. Dennoch ist das Muster aus Sicht der Risikoanalyse belastbar, weil es zeigt, dass die Zieladressierung auf die Netzwerke und Geräteklassen der besonders schützenswerten Bereiche ausgedehnt werden kann.
Für die Verteidigung ist die Empfehlung im Bericht zugleich naheliegend und anspruchsvoll: Nutzer sollen Tracking-Mechanismen reduzieren oder abschalten und Werbeinhalte blockieren. Citizen Lab zitiert dazu Bill Marczak, Senior Researcher bei Citizen Lab: „There has been a lot of buzz that online ads can be used to identify and automatically hack targets with pinpoint precision, but now for the first time, we have concrete technical evidence showing this process in action.“ In der Praxis heißt das für Unternehmen, dass Ad-Tracking weniger als Komfort- und mehr als Sicherheitshebel betrachtet werden muss. Gerade weil Online-Werbung in modernen Web- und App-Ökosystemen omnipräsent ist, reicht es selten, nur „im Browser“ zu reagieren; es braucht auch Durchsetzung in Endpunkt-Policies, Netzwerksegmentierung, gehärtete Browserprofile und eine Sicherheitsarchitektur, die verdächtige Skript- und Ressourcenketten erkennt, selbst wenn sie aus einem scheinbar normalen Werbekontext kommen.
Aus Marktsicht zeigt die Meldung zudem, warum Werbenetzwerke als Angriffsplattform in den Fokus rücken. Die Forschenden argumentieren, dass Angreifer vor allem deshalb versuchen, Zugang zu Ad-Netzwerken zu missbrauchen, weil diese global breit liefern und Targeting auf Geräteklassen und Organisationen erlauben. Dass Citizen Lab Controlium mit offen zugänglichen Dashboard- und Login-Komponenten verbindet, liefert außerdem einen zusätzlichen Risikofaktor: Nicht nur die Anzeigen können zum Problem werden, sondern auch die dahinterliegende Liefer- und Steuerungssoftware. Für Verantwortliche in IT und Security bedeutet das, dass der Blick nicht bei „Malware im Anhang“ stehen bleiben darf, sondern dass sich die Abwehr auch auf die Lieferketten öffentlicher Inhalte ausweiten muss.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Zero-Click-Spyware über Werbenetzwerke: Citizen Lab weist Angriffe nach" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Zero-Click-Spyware über Werbenetzwerke: Citizen Lab weist Angriffe nach" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Zero-Click-Spyware über Werbenetzwerke: Citizen Lab weist Angriffe nach« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!