LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft hat eine neue Art von Cyberangriff namens “Whisper Leak” aufgedeckt, der die Themen von Nutzergesprächen mit KI-Chatbots offenlegen kann, selbst wenn diese vollständig verschlüsselt sind. Diese Entdeckung wirft ernste Fragen zur Sicherheit von KI-Kommunikationsplattformen auf.

Microsoft hat eine neue Sicherheitslücke in der Welt der Künstlichen Intelligenz aufgedeckt, die als “Whisper Leak” bekannt ist. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, die Themen von Gesprächen mit KI-Chatbots zu ermitteln, selbst wenn diese vollständig verschlüsselt sind. Die Forscher von Microsoft haben herausgefunden, dass Angreifer die Größe und das Timing der verschlüsselten Datenpakete analysieren können, die zwischen einem Nutzer und einem großen Sprachmodell ausgetauscht werden, um Rückschlüsse auf die besprochenen Themen zu ziehen.
Diese Entdeckung zeigt, dass “verschlüsselt” nicht unbedingt “unsichtbar” bedeutet. Die Schwachstelle liegt in der Art und Weise, wie große Sprachmodelle ihre Antworten senden. Diese Modelle warten nicht auf eine vollständige Antwort, sondern übertragen Daten schrittweise, was kleine Muster erzeugt, die Angreifer analysieren können. Mit der Zeit werden diese Muster klarer, was genauere Vermutungen über die Natur der Gespräche ermöglicht.
Nach der Offenlegung durch Microsoft haben Unternehmen wie OpenAI, Mistral und xAI schnell reagiert und Maßnahmen ergriffen, um diese Schwachstelle zu beheben. Eine Lösung besteht darin, eine “zufällige Textsequenz variabler Länge” zu jeder Antwort hinzuzufügen, um die Konsistenz der Token-Größen zu stören, auf die sich Angreifer verlassen. Dennoch rät Microsoft Nutzern, sensible Diskussionen über öffentliches WLAN zu vermeiden, ein VPN zu verwenden oder auf nicht-streaming Modelle von Sprachmodellen zurückzugreifen.
Diese Entdeckung kommt zu einer Zeit, in der neue Tests zeigen, dass mehrere offene Sprachmodelle anfällig für Manipulationen sind, insbesondere bei mehrstufigen Gesprächen. Forscher von Cisco AI Defense fanden heraus, dass selbst Modelle großer Unternehmen Schwierigkeiten haben, Sicherheitskontrollen aufrechtzuerhalten, sobald der Dialog komplex wird. Einige Modelle zeigten eine “systemische Unfähigkeit, Sicherheitsvorkehrungen über längere Interaktionen hinweg aufrechtzuerhalten”.
Im Jahr 2024 tauchten Berichte auf, dass ein KI-Chatbot über 300.000 Dateien mit persönlich identifizierbaren Informationen geleakt hatte und Hunderte von Sprachmodell-Servern ungeschützt waren, was Fragen zur tatsächlichen Sicherheit von KI-Chatplattformen aufwirft. Traditionelle Abwehrmaßnahmen wie Antivirensoftware oder Firewall-Schutz können Seitenkanallecks wie Whisper Leak nicht erkennen oder blockieren, und diese Entdeckungen zeigen, dass KI-Tools unbeabsichtigt die Überwachung und Dateninferenz erleichtern können.
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