WIESBADEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Wirtschaft sieht sich weiterhin mit einer steigenden Zahl an Firmeninsolvenzen konfrontiert. Im November stieg die Zahl der angemeldeten Insolvenzen um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten führen dies auf hohe Verschuldung und erschwerten Zugang zu Krediten zurück. Besonders der Mittelstand steht unter Druck.

Die deutsche Wirtschaft steht am Jahresende vor einer anhaltenden Welle von Firmeninsolvenzen. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Zahl der angemeldeten Insolvenzen im November um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Entwicklung setzt den Trend fort, der bereits im Oktober mit einem Anstieg von 6,5 Prozent zu beobachten war.
Die Statistik des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt jedoch erst die Verfahren, die nach der ersten Entscheidung der zuständigen Insolvenzgerichte eingeleitet werden. Der Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt oft etwa drei Monate zurück, was die aktuelle Lage möglicherweise noch dramatischer erscheinen lässt.
Für das Gesamtjahr prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei Creditreform etwa 23.900 Firmenpleiten, was den höchsten Stand seit 2014 darstellt. Die Gründe für diesen Anstieg sind vielfältig: Neben der hohen Verschuldung vieler Unternehmen erschweren auch der Zugang zu Krediten und strukturelle Belastungen wie steigende Energiepreise und zunehmende Regulierung die Situation.
Besonders betroffen sind mittelständische Unternehmen, die unter dem Druck dieser wirtschaftlichen Herausforderungen leiden. Die Aussichten für das kommende Jahr sind ebenfalls düster. Laut Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, ist nicht zu erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen stagnieren oder gar zurückgehen wird.
Interessanterweise hatte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erst kürzlich von einer möglichen Verschnaufpause bei den Firmenpleiten berichtet. Diese Einschätzung wurde jedoch durch die aktuellen Zahlen des Bundesamtes widerlegt.
In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 verzeichnete das Bundesamt 18.125 Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf rund 40,1 Milliarden Euro, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.
Besonders betroffen sind Branchen wie Verkehr und Lagerei, Gastronomie und Baugewerbe. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg um 8,3 Prozent auf 57.824 Fälle. Diese Entwicklungen zeigen, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland weiterhin bestehen und eine baldige Besserung nicht in Sicht ist.
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