LONDON (IT BOLTWISE) – Die ESA plant mit der Sonde Vigil eine neue Ära der Sonnenbeobachtung einzuläuten. Von einem bisher ungenutzten Lagrange-Punkt aus soll Vigil frühzeitig gefährliche Sonneneruptionen erkennen und so die Vorwarnzeit für Weltraumwetterereignisse erheblich verlängern. Diese Mission könnte entscheidend für die Sicherheit von Satelliten und Stromnetzen auf der Erde sein.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA plant mit der Sonde Vigil eine bahnbrechende Mission zur Beobachtung der Sonne. Diese Sonde wird von einem bisher ungenutzten Lagrange-Punkt aus operieren, um die Sonne aus einer einzigartigen Perspektive zu beobachten. Der Lagrange-Punkt L5, etwa 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, ermöglicht es Vigil, die Seite der Sonne zu überwachen, die sich der Erde erst in einigen Tagen zuwendet. Diese Position bietet einen entscheidenden Vorteil, um frühzeitig Anzeichen von Sonneneruptionen zu erkennen, die das Weltraumwetter auf der Erde beeinflussen können.
Die Mission von Vigil ist darauf ausgelegt, die Vorwarnzeit für potenziell gefährliche Sonnenstürme erheblich zu verlängern. Derzeitige Beobachtungen von der Erde aus bieten nur eine Vorwarnzeit von maximal drei Tagen. Mit Vigil könnte diese Zeitspanne auf vier bis fünf Tage verlängert werden, was entscheidend für die Vorbereitung auf mögliche Auswirkungen auf Satelliten und Stromnetze sein könnte. Die Sonde wird mit vier Messinstrumenten ausgestattet sein, die verschiedene Schichten der Sonne analysieren, darunter die Photosphäre, die innere und äußere Atmosphäre sowie den Sonnenwind.
Ein zentrales Instrument an Bord von Vigil ist der Photospheric Magnetic Field Imager (PMI), der am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelt wird. Dieses Instrument wird die Magnetfeldstärke und -richtung auf der Sonnenoberfläche messen. Veränderungen im Magnetfeld können auf bevorstehende Sonneneruptionen hinweisen, und PMI wird in der Lage sein, solche Anzeichen früher als andere Instrumente zu erkennen. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um die Vorhersagen für das Weltraumwetter zu verbessern und die Sicherheit auf der Erde zu erhöhen.
Die Mission Vigil ist Teil eines größeren Programms der ESA zur Förderung der Weltraumsicherheit, zu dem auch die Missionen Hera und Clearspace-1 gehören. Die gesammelten Daten von Vigil werden nicht nur für die Vorhersage von Sonnenstürmen genutzt, sondern auch für die wissenschaftliche Forschung von großem Interesse sein. Durch die Kombination von Daten aus verschiedenen Raumsonden könnten neue Erkenntnisse über die Dynamik der Sonne gewonnen werden, die bisher nicht möglich waren. Die ESA plant den Start der Sonde für das Jahr 2031, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, um diese ambitionierte Mission erfolgreich zu realisieren.
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