BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland stößt auf Skepsis. Trotz ihrer Einführung nutzen nur wenige Bürger aktiv die digitale Gesundheitsakte. Datenschutzbedenken und Sicherheitsfragen sind die Hauptgründe für die Zurückhaltung. Experten betonen die Notwendigkeit, Vertrauen in die Technologie zu schaffen, um die Nutzung zu steigern.

Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland sollte ein Meilenstein in der Digitalisierung des Gesundheitswesens sein. Doch ein Jahr nach dem Start zeigt sich, dass die Nutzung weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Nur 3,6 Prozent der Versicherten greifen aktiv auf ihre ePA zu, wie eine Umfrage im Januar 2026 ergab. Diese Zahlen verdeutlichen die Kluft zwischen Bekanntheit und tatsächlicher Anwendung.
Im Zentrum der Skepsis stehen Datenschutzbedenken. Viele Bürger befürchten, dass ihre sensiblen Gesundheitsdaten nicht ausreichend geschützt sind. Diese Sorgen werden durch Berichte über unsichere IT-Infrastrukturen verstärkt, die Patientendaten angreifbar machen könnten. Ein kostenloser Cyber-Security-Leitfaden bietet Kliniken und Praxen konkrete Schutzmaßnahmen, um das Vertrauen der Patienten zu gewinnen.
Die Aufsichtsbehörden, wie der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufklärung und Beratung. Sie überwachen die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung und informieren darüber, wie Gesundheitsdaten in der ePA geschützt werden. Diese Aufklärungsarbeit ist entscheidend, um das Vertrauen der Bürger in die digitale Gesundheitsakte zu stärken.
Die Bundesregierung betont, dass die Daten auf verschlüsselten Servern in Deutschland gespeichert werden. Dennoch gibt es technische Lücken, die die Nutzerfreundlichkeit beeinträchtigen. Patienten können beispielsweise nicht gezielt einzelne Dokumente vor bestimmten Ärzten verbergen. Diese Einschränkungen führen dazu, dass viele Nutzer die Steuerungsmöglichkeiten als unzureichend empfinden.
Die Zukunft der ePA hängt maßgeblich vom öffentlichen Vertrauen ab. Um die Nutzung zu steigern, müssen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheitsfeatures verbessert werden. Dazu gehören fein granulare Zugriffskontrollen und eine transparente Kommunikation über die Datenverwendung. Nur so kann die ePA ihr Potenzial als sichere und vertrauenswürdige Plattform für Gesundheitsinformationen entfalten.
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