UTRECHT / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Frauen in Arbeitsumgebungen, die von maskulinen Wettbewerbsnormen geprägt sind, dazu neigen, ihre Geschlechtsidentität zu verbergen. Diese Verhaltensweise dient als Bewältigungsmechanismus, um sich in einer Kultur zu behaupten, die aggressive Konkurrenz und Dominanz belohnt.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Journal of Experimental Social Psychology wurde untersucht, wie Frauen in Arbeitsumgebungen mit starkem Wettbewerb und Dominanz ihre Geschlechtsidentität beeinflussen. Die Forschung zeigt, dass Frauen in solchen Kulturen oft das Gefühl haben, dass ihre soziale Identität weniger wertgeschätzt wird, was sie dazu veranlasst, ihre Geschlechtszugehörigkeit zu verbergen oder herunterzuspielen.
Die Autoren der Studie, darunter Jenny Veldman von der Universität Utrecht, konzentrierten sich auf das Konzept der “maskulinen Wettbewerbskultur”. Diese beschreibt Organisationen, die Eigenschaften wie Konkurrenzdenken, emotionale Härte und das Vermeiden von Schwäche als Erfolgsmaßstab setzen. In solchen Umgebungen fühlen sich Frauen oft gezwungen, sich von ihrer Geschlechtsidentität zu distanzieren, um ihren Status zu schützen.
In einer Reihe von vier Studien untersuchten die Forscher, ob Frauen in maskulinen Wettbewerbskulturen dazu neigen, ihre Geschlechtsidentität zu verbergen. In einer Studie wurden Teilnehmer gebeten, sich eine hypothetische Arbeitsumgebung vorzustellen, die entweder stark oder schwach von maskulinen Normen geprägt ist. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen in stark maskulinen Kulturen eher dazu neigten, geschlechtsneutrale Avatare zu wählen, um ihre Identität zu verbergen.
Eine weitere Studie mit realen Angestellten bestätigte diese Ergebnisse. Frauen in maskulinen Wettbewerbskulturen berichteten von einem geringeren persönlichen Statusgefühl und einer stärkeren Tendenz, sich von ihrer Geschlechtsgruppe zu distanzieren. Dies deutet darauf hin, dass die Kultur selbst, unabhängig von expliziten Diskriminierungshandlungen, Frauen dazu veranlasst, ihre Identität zu verbergen.
Die Forscher fanden heraus, dass das Gefühl, dass die weibliche Identität in solchen Kulturen abgewertet wird, der Haupttreiber für das Distanzierungsverhalten ist. Wenn Frauen jedoch das Gefühl hatten, dass ihre Gruppe respektiert wird, verringerte sich die Notwendigkeit, ihre Identität zu verbergen. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer inklusiven Unternehmenskultur, die nicht nur offene Diskriminierung, sondern auch subtile Formen der Abwertung bekämpft.
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