BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Home-Office bringt neue gesundheitliche Herausforderungen mit sich. Aktuelle Daten zeigen, dass sich Heimarbeiter deutlich weniger bewegen als ihre Kollegen im Büro, was langfristige Gesundheitsrisiken birgt. Experten fordern eine Anpassung der Gefährdungsbeurteilungen, um diese Risiken zu adressieren.

Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Home-Office hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, was neue Herausforderungen für die Gesundheit der Arbeitnehmer mit sich bringt. Eine aktuelle Studie des Bundesamts für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, dass Heimarbeiter im Durchschnitt nur halb so viele Schritte machen wie ihre Kollegen im Büro. Diese Bewegungslosigkeit wird durch eine zusätzliche Sitzzeit von 40 bis 50 Minuten pro Tag verschärft, was langfristige gesundheitliche Risiken birgt.
Experten fordern nun eine Anpassung der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen, um körperliche Inaktivität als eigenständiges Risiko zu erfassen. Bisher lag der Fokus auf der technischen Ergonomie und psychischen Belastung, doch die neuen Daten legen nahe, dass auch die Bewegungsarmut berücksichtigt werden muss. Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die Gefährdungsbeurteilung auch für Telearbeitsplätze durchzuführen, was direkte rechtliche Konsequenzen haben kann.
Besonders im Winter verschärft sich das Problem der Bewegungslosigkeit, da viele Arbeitnehmer das Haus tageweise nicht verlassen. Dies führt zu einem sogenannten ‘Winterschlaf-Modus’, der nicht nur die Herz-Kreislauf-Gesundheit, sondern auch den Muskel-Skelett-Apparat bedroht. Um diesen Risiken zu begegnen, empfehlen Berufsgenossenschaften und Krankenkassen einen Wechsel von der ‘Hardware’ zur ‘Software’, also von der Ausstattung hin zu Verhalten und Unternehmenskultur.
Konkrete Maßnahmen für Arbeitgeber umfassen die Einführung aktiver Meeting-Formate wie ‘Walk-and-Talk’-Besprechungen, strukturierte Pausenrichtlinien und digitale Gesundheitsangebote. Diese sollen nicht nur die körperliche Gesundheit der Belegschaft erhalten, sondern auch die Fürsorgepflicht der Unternehmen unterstreichen. Die BAuA-Erkenntnisse machen deutlich, dass ein sicherer Arbeitsplatz im Jahr 2026 nicht nur Unfälle verhindern, sondern auch die körperliche Gesundheit aktiv fördern muss.
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