MELBOURNE / SINGAPUR / LONDON (IT BOLTWISE) – Cortical Labs plant die Errichtung von Rechenzentren, die auf menschlichen Gehirnzellen basieren. Diese innovativen biologischen Computer sollen deutlich weniger Energie verbrauchen als herkömmliche KI-Prozessoren. Die Frage bleibt jedoch, ob sie mit der Rechenleistung aktueller Technologien mithalten können.

In der Welt der Technologie gibt es immer wieder bahnbrechende Entwicklungen, die das Potenzial haben, ganze Branchen zu verändern. Eine solche Innovation kommt von dem australischen Biotech-Startup Cortical Labs, das mit seinen biologischen Computern, bestehend aus menschlichen Gehirnzellen, für Aufsehen sorgt. Diese sogenannten CL1-Einheiten bestehen aus 200.000 lebenden menschlichen Neuronen und könnten die Art und Weise, wie wir Rechenzentren betreiben, revolutionieren.
Im Februar demonstrierte Cortical Labs eindrucksvoll, wie diese Neuronen in der Lage sind, komplexe Videospiele wie Doom zu spielen. Dies ist ein bedeutender Fortschritt gegenüber früheren Versuchen, bei denen die Neuronen lediglich das einfache Spiel Pong bewältigen konnten. Die Fähigkeit, komplexere Aufgaben zu übernehmen, zeigt das Potenzial dieser Technologie, auch in anderen Bereichen eingesetzt zu werden.
Das Unternehmen plant nun, seine biologischen Rechenzentren in Melbourne und Singapur zu errichten. Anstelle von NVIDIA-Chips, die in der KI-Industrie weit verbreitet sind, sollen diese Zentren mit den CL1-Biocomputern ausgestattet werden. Diese innovative Technologie, die als ‘Wetware’ bezeichnet wird, nutzt elektrische Signale, um mit den Neuronen zu kommunizieren, und zeichnet deren Reaktionen als Output auf.
Ein wesentlicher Vorteil dieser biologischen Computer ist ihr geringer Energieverbrauch. Laut CEO Hon Weng Chong benötigt jede CL1-Einheit weniger Strom als ein Taschenrechner, was im Vergleich zu modernen Grafikprozessoren eine erhebliche Energieeinsparung darstellt. Dies könnte eine elegante Lösung für die wachsenden Umweltprobleme sein, die durch den Betrieb herkömmlicher Rechenzentren entstehen.
Dennoch bleiben viele Fragen offen. Insbesondere ist unklar, ob diese biologischen Computer mit der Rechenleistung aktueller High-End-Chips mithalten können. Sollte sich jedoch herausstellen, dass sie eine praktikable Alternative darstellen, könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Umweltbelastung leisten, die durch konventionelle Rechenzentren verursacht werden.
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