LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungen der UCLA zeigen, dass soziale Gruppen wie ein einheitliches System funktionieren können, um gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Die Studie untersucht, wie Mäuse sich in der Kälte zusammenkuscheln und welche Rolle das Gehirn dabei spielt, um kollektive Überlebensstrategien zu formen.

In der modernen Forschung wird das Überleben oft als ein individueller Kampf betrachtet, doch eine neue Studie der UCLA legt nahe, dass soziale Spezies in der Lage sind, als ein einziges, sich selbst korrigierendes Organismus zu agieren. Diese Erkenntnisse stammen aus Untersuchungen, die zeigen, wie die Großhirnrinde nicht nur die eigenen Bedürfnisse eines Individuums verfolgt, sondern auch das Verhalten der umgebenden Gruppenmitglieder modelliert. Besonders in sozialen Gruppen, wie bei Mäusen, wird deutlich, dass das Gehirn kontinuierlich den kollektiven Zustand der Gruppe simuliert und bei Bedarf automatisch Anpassungen vornimmt.
Die Forscher identifizierten vier soziale Bewegungen bei Mäusen, die der Kälte ausgesetzt waren: das aktive Beitreten zu einer Gruppe, das Aufgesuchtwerden, das Verlassen der Gruppe oder das Zurückgelassenwerden. Diese Verhaltensweisen wurden durch die Aktivität im präfrontalen Kortex gesteuert, der als Entscheidungszentrum des Gehirns fungiert. Interessanterweise zeigte sich, dass bei der Deaktivierung dieses Hirnareals in einigen Mäusen die gesunden Gruppenmitglieder sofort aktiver wurden, um die passiven Mäuse zu wärmen. Dies führte dazu, dass die gesamte Kuschelzeit und die Körpertemperaturen stabil blieben.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Studie ist die Entdeckung, dass bestimmte kollektive Verhaltensweisen erst in größeren Gruppen auftreten. Dies deutet auf eine Art ‘soziale Mathematik’ hin, bei der das Gehirn Strategien basierend auf der Anzahl verfügbarer Partner berechnet. Diese Erkenntnisse könnten weitreichende gesundheitliche Implikationen haben, insbesondere im Hinblick auf Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie, die mit sozialem Rückzug verbunden sind. Das Verständnis dieser ‘Resilienz-Schaltkreise’ könnte neue Wege zur Behandlung sozialer Isolation eröffnen.
Die Forscher planen nun, weiter zu untersuchen, wie das Gehirn interne Signale wie ‘Mir ist kalt’ gegen soziale Signale wie ‘Mein Gruppenmitglied bewegt sich nicht’ abwägt und wie diese beiden Signale zu einer einzigen Entscheidung verschmelzen. Zudem wird erforscht, wie der präfrontale Kortex mit dem Hypothalamus, dem ‘Thermostat’ des Gehirns, interagiert, um diese Reaktionen zu koordinieren.
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