LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Bedrohung aus Nordkorea zielt auf Entwickler weltweit ab. Die Hackergruppe Contagious Interview hat über 1.700 bösartige Pakete in Open-Source-Ökosystemen wie npm, PyPI und Rust veröffentlicht. Diese Pakete tarnen sich als legitime Entwicklerwerkzeuge, während sie tatsächlich Malware laden, die auf Datendiebstahl und Fernzugriff abzielt.

Die nordkoreanische Hackergruppe, bekannt als Contagious Interview, hat ihre Aktivitäten ausgeweitet und über 1.700 bösartige Pakete in verschiedenen Open-Source-Ökosystemen veröffentlicht. Diese Pakete, die auf npm, PyPI, Go und Rust abzielen, sind so gestaltet, dass sie legitime Entwicklerwerkzeuge imitieren, während sie im Hintergrund als Malware-Loader fungieren. Diese Strategie ermöglicht es den Angreifern, unbemerkt in Entwicklerumgebungen einzudringen und sensible Daten zu stehlen.
Die von der Hackergruppe verwendeten Pakete sind darauf ausgelegt, plattformspezifische Schadsoftware nachzuladen, die über Funktionen wie Infostealer und Remote Access Trojan (RAT) verfügt. Diese Schadsoftware konzentriert sich hauptsächlich auf das Sammeln von Daten aus Webbrowsern, Passwortmanagern und Kryptowährungs-Wallets. Besonders besorgniserregend ist die Windows-Version der Malware, die über das Paket ‘license-utils-kit’ verbreitet wird. Diese Version enthält eine vollständige Nach-Kompromittierungs-Implantation, die in der Lage ist, Shell-Befehle auszuführen, Tastenanschläge zu protokollieren und weitere Module herunterzuladen.
Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Kampagne ist, dass der bösartige Code nicht während der Installation ausgelöst wird. Stattdessen ist er in scheinbar legitime Funktionen eingebettet, die mit dem beworbenen Zweck des Pakets übereinstimmen. Dies macht es für Entwickler schwierig, die Bedrohung zu erkennen. Die Ausweitung der Aktivitäten von Contagious Interview auf fünf Open-Source-Ökosysteme zeigt, dass die Kampagne gut finanziert und organisiert ist, um systematisch in diese Plattformen einzudringen und sie als Einstiegspunkte für Spionage und finanzielle Gewinne zu nutzen.
Die Entdeckung dieser bösartigen Pakete ist Teil einer größeren Kampagne zur Kompromittierung von Software-Lieferketten, die von nordkoreanischen Hackergruppen durchgeführt wird. Dazu gehört auch die Vergiftung des beliebten Axios-npm-Pakets, um ein Implantat namens WAVESHAPER.V2 zu verbreiten. Diese Angriffe werden einer finanziell motivierten Bedrohungsakteurgruppe zugeschrieben, die als UNC1069 bekannt ist und Überschneidungen mit Gruppen wie BlueNoroff und Stardust Chollima aufweist.
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