LONDON (IT BOLTWISE) – Die Debatte um BIP-110 bringt einen alten Streit aus 2014 zurück: Der Bitcoin-Entwickler Luke Dashjr gerät erneut in den Fokus, nachdem David Bailey angeblich eine damals standardmäßig ausgelieferte Adress-Blacklist in einem Gentoo-Paket ergänzt haben soll. Während Befürworter im neuen Regelentwurf vor allem ein Anti-Spam-Ziel gegen Ordinals-Inscriptionen sehen, argumentieren Kritiker, dass die Annahme ein unnötiges Protokollrisiko und potenzielle Fork-Folgen schafft. Parallel zeigt sich, dass Miner-Signaling bisher kaum Momentum erzeugt hat, obwohl eine Ablehnung im August fest geplant ist. Der Konflikt trifft damit nicht nur die technische Roadmap, sondern auch das Vertrauen in die Governance von Bitcoin.

Der Streit um Bitcoin-Governance bekommt erneut Dynamik: Mit BIP-110 soll eine Anti-Spam-Regel eingeführt werden, die vor allem Ordinals-Inscriptionen begrenzen soll – also Daten, die Nutzer als Bild- und Textinhalte „in“ die Blockchain schreiben. Inmitten dieser Debatte taucht nun ein gut dokumentierter Vorfall aus dem Jahr 2014 auf, den Nakamoto CEO David Bailey wieder aufgreift. Bailey stellt dabei nicht nur die technische Frage nach der Wirksamkeit des Vorschlags, sondern zielt auf das Vertrauensverhältnis innerhalb der Entwicklercommunity. Im Zentrum steht die Behauptung, Dashjr habe damals in einer Distribution Blacklists für Bitcoin-Adressen heimlich aktiviert und damit Eingriffe in Zahlungsflüsse vorgenommen.
Bailey verweist auf ein konkretes Integrationsdetail: 2014 soll Dashjr als Maintainer des Gentoo Linux Pakets eine Patch-Version bereitgestellt haben, die Adress-Blacklists standardmäßig mit auslieferte. Aus seiner Sicht ist der entscheidende Punkt nicht, dass es je eine Debatte über solche Filter gab, sondern dass die Änderung anfänglich „out of the box“ in die Standard-Software gelangte. Node-Betreiber hätten dies erst gemerkt, als Transaktionen fehlschlugen, weil Blocker dann nicht mehr wie erwartet durchkamen. Der anschließende Gegenwind habe eine breite Diskussion ausgelöst. Unterstützer kontern allerdings, die Blacklist sei wieder zurückgedreht, optional gemacht und entschuldigt worden, während Bitcoin Core sie nie als Standard veröffentlicht habe.
Technisch betrachtet zielt BIP-110 auf eine harte Grenze für Daten, die nicht dem klassischen Geldtransfer dienen. Ordinals-Befürworter sehen darin Ausdruck und Funktionalität, Kritiker bezeichnen die Praxis hingegen als „Spam“, weil sie Rechen- und Speicherressourcen in der Kette stärker auslastet. Der Vorschlag ist zudem als Regeländerung über Miner-Signaling gedacht: Miner können ihre Zustimmung über Flagging in den von ihnen geminten Blöcken anzeigen. Für die Aktivierung reicht dabei 55% statt des sonst üblichen 95%-Schwellwerts. Das wirkt zunächst wie eine Beschleunigung, erhöht aber zugleich den politischen Druck, weil ein vergleichsweise kleiner Teil der Hash-Rate den Takt vorgeben kann.
In der Praxis verschiebt sich dadurch der Konflikt auf die Frage, wie konsequent Knoten den neuen Zustand durchsetzen. Die Quelle beschreibt, dass Software-Instanzen geplante Blöcke ablehnen sollen, die nicht ausreichend Unterstützung für die frühe August-Umsetzung signalisieren. Historisch erinnert das an 2017: Bei SegWit wurde ebenfalls über ein Upgrade mit breiterem Markt- und Entwicklerzuspruch ein Konsenspfad geschaffen. Der Unterschied liegt laut dem aktuellen Stand aber im Momentum: Seit Dezember 2025 habe das Support-Signaling durch Miner kontinuierlich bei unter 1% gelegen, mit einem Höchstwert von 0, 79%. Damit bleibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Teile der Teilnehmerlandschaft tatsächlich unterschiedlich verhalten und die Frage nach der Stabilität der Kettenlogik wieder hochkocht.
Der Markt reagiert dabei spürbar sensibler als in rein technischen Diskussionen früherer Jahre. Auf der Befürworterseite steht das Argument, dass BIP-110 das Netzwerk gegen zunehmende „Datenlast“ schützen müsse – insbesondere, wenn sich das Verhältnis von Zahlungsnutzung zu reinen Inscriptionen weiter verschiebt. Auf der Gegenseite sprechen prominente Akteure jedoch von Protokollrisiken: Michael Saylor von MicroStrategy bezeichnet die Änderung als selbstverschuldetes Risiko für das Protokoll. Blockstream-CEO Adam Back warnt außerdem vor Fork-Gefahren, die Unterstützer auf getrennten Kettensträngen zurücklassen könnten. Damit konkurrieren zwei Narrative: „Anti-Spam“ als Netzschutz versus „Governance-Test“ als Gefahr für Interoperabilität.
Auch David Baileys Argumentation setzt bei der Institutionenebene an: Er wirft der Finanzwelt vor, die Mechanik der Bitcoin-Governance falsch zu interpretieren. Seine Kernfrage ist, wie Märkte bei einem potenziellen Split zwischen den Chains den Wert bestimmen – etwa bei cash-settled Futures, die am CME gehandelt werden. Diese Perspektive ist weniger Kryptografie als Marktdesign: Selbst wenn ein technischer Konsens innerhalb der Node-Betreiber entsteht, entscheidet die spätere Abrechnungspraxis, wie ein „echter“ Bitcoin bewertet wird. Für Unternehmen mit Treasury- und Hedge-Strategien ist genau das relevant. Denn selbst kleine Abweichungen in der De-facto-Auslegung können Auswirkungen auf Liquidität, Preisfindung und Risikoaufschläge haben.
Aus Experten-Sicht lässt sich das als typischer Konflikt zwischen dezentraler Selbstorganisation und erwartbarer Marktstabilität beschreiben. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass Bitcoin-Regeländerungen zwar rein technisch argumentiert werden, aber organisatorisch entscheiden: Wer implementiert, wer signalisiert, wer läuft mit, und wer lehnt ab. Dashjr betreibt dafür laut Quelle Bitcoin Knots, eine alternative Software, die bereits eine entsprechende Grenze durchsetzt. Knots habe im Verlauf des „spam fight“ 2025 ungefähr ein Fünftel der öffentlichen Knoten abgedeckt; genau dieser Anteil könnte im aktuellen Streit als reale Einflussgröße dienen. Gleichzeitig gilt: In einer Gesellschaft, in der sich Teilnehmer selbst abstimmen, können technische Verbesserungen ohne breiten Schulterschluss als strategische Schieflage wahrgenommen werden.
Für die Zukunft bedeutet das: BIP-110 steht weniger für eine einzelne Codezeile als für einen Test, ob sich „Datenregeln“ in Bitcoin ohne tiefere Strukturbrüche durchsetzen lassen. Die nächste Entwicklungsstufe wird vermutlich in einer stärker modularen Implementierung liegen, in der Flags, Mining-Policies und Node-Soft-/Harden-Zeitpläne robuster orchestriert werden. Regulatorisch und datenschutzseitig ist das ebenfalls spannend, weil Bitcoin-Inscriptionen faktisch persistente Inhalte transportieren: Das betrifft zwar nicht automatisch klassische personenbezogene Daten im Sinne heutiger Regulierungen, kann aber je nach Inhalten zu Wiedererkennung, Profilbildung und Compliance-Anforderungen führen, etwa wenn Unternehmen aus öffentlich auffindbaren Daten Risiken ableiten müssen. Unabhängig davon bleibt die zentrale Frage offen, ob ein Abstimmungsmechanismus mit 55% Schwelle in der Praxis ausreichend Vertrauen erzeugt – oder ob die Community am Ende wieder in eine „Upgrade- versus Interoperabilität“-Krise rutscht.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "BIP-110 und der alte Dashjr-Blacklist-Streit: Bitcoin zwischen Governance-Tests und Fork-Risiko" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "BIP-110 und der alte Dashjr-Blacklist-Streit: Bitcoin zwischen Governance-Tests und Fork-Risiko" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »BIP-110 und der alte Dashjr-Blacklist-Streit: Bitcoin zwischen Governance-Tests und Fork-Risiko« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!