SUFFOLK COUNTY, N.Y. / LONDON (IT BOLTWISE) – Gesundheitsbehörden in New York melden drei wahrscheinliche Tularemie-Fälle, die umgangssprachlich als „Kaninchenfieber“ bekannt sind. Die Erkrankung kann nach Stichen von Zecken oder Fliegen auftreten, kommt aber auch über direkten Kontakt mit infizierten Tieren sowie kontaminiertes Wasser oder Staub in Betracht. Betroffene entwickeln häufig Fieber, geschwollene Lymphknoten und starke Wunden an der Eintrittsstelle. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt laut Angaben als ausgeschlossen.

Im US-Bundesstaat New York zeichnet sich aktuell ein kleiner, aber medizinisch relevanter Ausbruch ab: Die Behörde des Suffolk County meldete drei wahrscheinliche Fälle von Tularemie, einer seltenen, dennoch ernsten Infektion, die in der Bevölkerung auch „Kaninchenfieber“ genannt wird. Der Hinweis ist vor allem deshalb bedeutsam, weil Tularemie nicht flächendeckend kursiert, sondern typischerweise dann auffällt, wenn einzelne Expositionen – etwa bei Outdoor-Aktivitäten – zusammentreffen.
Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Bakterium Francisella tularensis. Übertragen wird die Infektion nach den vorliegenden Angaben am häufigsten durch den Stich bestimmter Insekten: Besonders eng mit der Krankheit verbunden sind Zecken wie der „Lone Star tick“ sowie der „American dog tick“. Daneben bleibt Tularemie auch dann ein Thema, wenn kein Stich beobachtet wurde: Eine Ansteckung ist den Angaben zufolge ebenfalls möglich, wenn es zu direktem Kontakt mit einem erkrankten Tier kommt, wenn kontaminiertes Wasser getrunken wird oder wenn staubhaltige Partikel eingeatmet werden, die das Bakterium tragen. Ebenso kann das Essen unzureichend gegarten, kontaminierten Kaninchenfleischs eine Rolle spielen.
Was viele in der Region bislang ruhiggestellt hat, ist die Tatsache, dass Tularemie nach den vorliegenden Informationen nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Damit verschiebt sich der Fokus in erster Linie auf Prävention und frühe Erkennung nach möglicher Exposition. Die typischen Symptome können recht deutlich ausfallen: Bei Menschen werden demnach hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten, Gliederschmerzen sowie Erschöpfung genannt; zudem kann an der Eintrittsstelle eine große wunde Stelle entstehen. Die Beschwerden erscheinen meist drei bis fünf Tage nach dem Ereignis, sie können aber auch erst nach bis zu 21 Tagen auftreten – ein Zeitfenster, das für die medizinische Einordnung wichtig ist, weil Betroffene den Auslöser dann möglicherweise zeitlich nicht mehr sicher zuordnen.
Medizinisch relevant ist außerdem, dass aus der lokalen Wunde Folgeinfektionen entstehen können. In den vorliegenden Angaben wird beschrieben, dass die Erkrankung bis in den Blutkreislauf gelangen und eine Sepsis nach sich ziehen kann – eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation. Behandeln lässt sich Tularemie laut Angaben mit Antibiotika wie Streptomycin, Gentamicin und Amikacin. Interessant ist auch die Impfstofflage: Eine Impfung habe es bislang für Laborpersonal gegeben, das mit dem Erreger arbeitet; dieser Impfstoff steht jedoch unter behördlicher Prüfung und ist in den Vereinigten Staaten nicht allgemein verfügbar.
Parallel dazu lenken die Gesundheitsstellen die Aufmerksamkeit auf die Saison und auf den Umgang mit Zecken im Alltag. Als typischer Zeitraum für mehr Fälle wird von Mai bis September genannt. Zudem wird auf einen möglichen Zusammenhang mit der Wetterlage verwiesen: Für den Bundesstaat New York wird für eine Phase mit mildem Winter erwartet, dass die Zeckendichte höher ausfallen könnte, wodurch die Saison schwieriger werden dürfte. Prävention wird deshalb praktisch und alltagsnah beschrieben: Wer jagt oder Tiere häutet, soll Handschuhe tragen und Wildfleisch vor dem Verzehr gründlich durchgaren. Beim Aufenthalt im Freien werden lange Kleidung – lange Hosen und Ärmel – sowie geschlossene Schuhe empfohlen; ergänzend soll helle Kleidung mit dichtem Gewebe helfen, Zecken schneller zu erkennen und direkt zu entfernen.
Auch die „zweite Ebene“ der Prävention wird betont: Man solle sich nicht direkt auf den Boden setzen, etwa auf umgestürzte Baumstämme oder an Steinmauern, sondern eher die Mitte gut genutzter, geräumter Wege wählen und dichte Wälder sowie buschige Bereiche meiden. Wenn dennoch Zeit in zeckenreichen Zonen nötig ist, empfiehlt die Behörde den Einsatz von Repellents – allerdings mit dem Zusatz, diese nach der Rückkehr wieder gründlich abzuwaschen. Ebenso wichtig ist ein vollständiger Körpercheck am Ende des Tages. Für die Entfernung wird zu einer Methode mit feinen, spitzen Pinzetten geraten: Zecke am Kopf bzw. an der Stelle, an der sie in die Haut eintritt, greifen und gleichmäßig nach oben ziehen. Anschließend soll die Zecke in einem kleinen Behälter mit Isopropylalkohol abgetötet werden; die Einstichstelle gilt als zu reinigen, und es soll über die nächsten 30 Tage auf mögliche Hautausschläge geachtet werden. Bei Fieber oder Ausschlag wird schließlich empfohlen, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Für die Einordnung in einen größeren Trend liefert Suffolk County zusätzlich lokale Vergleichswerte: In den vergangenen Jahren wurden nur wenige Fälle berichtet; im Jahr 2024 sollen es vier gewesen sein, 2023 drei und 2022 ein Fall. Daten für 2025 liegen noch nicht vor. Das unterstreicht das Muster: Tularemie bleibt zwar selten, aber sie kann in einzelnen Regionen und Zeitfenstern deutlich sichtbar werden. Für Unternehmen und Systeme im Gesundheitsumfeld bedeutet das vor allem, dass Meldewege und klinische Abklärung für ungewöhnliche Infektionsbilder zuverlässig funktionieren müssen – besonders dann, wenn Outdoor-Saisons durch Wetteranomalien stärker ausfallen.
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