LONDON (IT BOLTWISE) – AMD hat FSR Upscaling 4.1 nachgeschoben: Nun lässt es sich auch auf RDNA-3-Grafikkarten testen, statt nur auf neueren Generationen. Dadurch wurden Benchmarks für Radeon RX 7800 XT und RX 7600 mit einem aktualisierten Upscaling-Szenario neu aufgesetzt. Entscheidend ist, dass FSR 4.1 teils spürbar mehr Leistung kostet, in anderen Titeln aber kaum. Der Nachtest macht die Vergleichbarkeit zur aktuellen RX-9000-Serie wieder deutlich näher an die Praxis.

Im Grafikkarten-Alltag entscheidet selten nur die Rohleistung. Viel stärker prägen Upscaling-Techniken, wie viele Frames bei einer gegebenen Ausgabeauflösung real ankommen – und genau hier setzt der Nachtest an. Nachdem FSR Upscaling 4.1 ursprünglich in der Testlandschaft bereits für andere Radeon-Generationen relevant war, rückte AMD die Unterstützung für RDNA 3 nach. Für die Radeon RX 7800 XT und Radeon RX 7600 bedeutet das: Die Redaktion hat ältere Messreihen, die noch mit FSR Upscaling 3.1 liefen, erneut gemessen – diesmal mit FSR Upscaling 4.1 aktiv. Dadurch wird der Vergleich nicht nur „updatefähig“, sondern wieder auf ein Szenario gebracht, das RDNA-3-Besitzer auch tatsächlich im Spielbetrieb erwarten können.
Der Zeitpunkt der Neuaufnahme war dabei nicht ganz „glatt“, sondern ein typischer Benchmark-Klassiker: kurze Zeitfenster zwischen Treiberständeinflüssen und Feature-Freigaben. Im Mai wurde der Testparcours erneuert, weil neue Spiele, aktuelle Treiber und weitere Updates die Messumgebung wieder in die Gegenwart holen sollten. Upsampling blieb als fester Bestandteil erhalten, nur die Implementierungsreife wechselte je Plattform: GeForce RTX durchläuft den Parcours mit DLSS 4, die RX-9000-Reihe kommt mit FSR Upscaling 4.1, die RX-7000-Gruppe lief zunächst mit FSR Upscaling 3.1, und Intel Arc setzt auf XeSS. Nur wenige Tage später kündigte AMD dann an, FSR Upscaling 4.1 ab Juli für RDNA 3 bereitzustellen – in der Praxis zeigte sich die Unterstützung in diesem Zeitraum sogar noch im Juni auch für Radeon RX 7000 im Detail, wodurch die zuvor gemessenen RDNA-3-Zahlen wieder von der Entwicklung eingeholt wurden.
Technisch betrachtet verändert FSR 4.1 die Balance aus Bildqualität und Rechenbudget. Der Nachtest bestätigt das mit klaren Aussagen zur Leistung: Gegenüber FSR Upscaling 3.1 kostet FSR 4.1 in manchen Spielen nur wenige Prozent. Auf der Radeon RX 7800 XT liegen die Unterschiede in WQHD etwa in Anno 117, Assassin’s Creed Shadows und Borderlands 4 bei rund vier Prozent; in ARC Raiders und Kingdom Come: Deliverance 2 sinkt der Mehrverbrauch sogar auf etwa zwei Prozent. Andere Titel drehen diese Kurve jedoch deutlich weiter nach oben. In F1 25 und Resident Evil Requiem werden elf Prozent gemessen, in Pragmata sogar zwölf Prozent, in Cyberpunk 2077 sind es 13 Prozent, in Crimson Desert 14 Prozent und in COD Black Ops 7 sogar 18 Prozent – ein Spektrum, das zeigt, wie stark die Upscaling-Kosten von der jeweiligen Renderlast, Bewegungsdynamik und Bildsignalstruktur abhängen.
Auch die Auflösung wirkt als Verstärker. Je höher die Zielauflösung, desto stärker schlagen die zusätzlichen Schritte von FSR 4.1 in den FPS nieder. Das wird exemplarisch in Resident Evil Requiem greifbar: In WQHD kosten die umgeschätzten Frames elf Prozent, in UWQHD zwölf Prozent und in Ultra HD 14 Prozent. Dass sich dieser Trend nicht in jedem Spiel identisch fortsetzt, ist bei Upscaling-Implementierungen erwartbar; dennoch dominieren die meisten Fälle das Bild. Zusätzlich deutet der Nachtest auf einen zweiten Engpass hin: FSR 4.1 scheint geringfügig mehr VRAM zu benötigen als FSR 3.1. Für die Radeon RX 7600 wird das in Borderlands 4 zum Problem, weil FSR 3.1 gerade noch in den VRAM-Bereich passt, FSR 4.1 jedoch nicht mehr sauber hineinragt. Genau solche „Grenzfälle“ sind in der Praxis wichtig, weil sie bei einzelnen Games zu unerwarteten Performance- und Stabilitätsunterschieden führen können, obwohl die durchschnittlichen Ergebnisse zunächst ähnlich aussehen.
Für die Bewertung ist zudem relevant, dass die Messreihen nicht komplett „aus einem Guss“ stammen, sondern zeitlich versetzt entstanden sind. Die alten Werte basieren laut Angaben auf einem älteren Adrenalin-Stand (26.3.1), die neuen Ergebnisse auf Adrenalin 26.6.4. Kleinere Effekte durch Treiberoptimierungen lassen sich damit nicht ausschließen. Gleichzeitig hält der Nachtest die alte Seite weiterhin bewusst im Artikel, um die Vergleichbarkeit trotz der Umstellung zu erhalten: Weil FSR 4.1 auf RDNA 3 jetzt das erwartete Upscaling-Szenario ist, ist die Gegenüberstellung mit den FSR-3.1-Messwerten ein Werkzeug, um die Veränderung sauber zu quantifizieren. Ergänzend bleibt der Testparcours mit unterschiedlichen Modi relevant, etwa mit Performance-Ratings „mit und ohne RT“ bei 2.560×1.440, 3.440×1.440 und 3.840×2.160 – damit lässt sich prüfen, wie sich die Upscaling-Kosten verhalten, wenn zusätzlich Raytracing-lastige Lasten auftreten oder eben fehlen.
Für den Markt bedeutet die Anpassung vor allem eines: RDNA 3 wird für FSR 4.1 nicht mehr als „nachrangig“ behandelt, sondern kann wie ein gleichwertiger Kandidat im Upscaling-Vergleich herangezogen werden. Das ist besonders dann spürbar, wenn Nutzer und Unternehmen ihre Erwartung aus den Erfahrungen mit RX-9000-Modelle auf ältere Generationen übertragen möchten. Die zentrale Lehre aus dem Nachtest ist daher weniger ein pauschaler „schneller oder langsamer“-Satz, sondern ein Verständnis der Bandbreite: In einigen Spielen sind die FPS-Kosten von FSR 4.1 gegen FSR 3.1 nahezu trivial, in anderen steigen sie zweistellig. Wer Planungsentscheidungen trifft, sollte deshalb nicht nur den Mittelwert betrachten, sondern auf Titel schauen, die in der eigenen Spielbibliothek tatsächlich vorkommen – und dabei auch die Zielauflösung und mögliche VRAM-Engpässe einbeziehen.
Unterm Strich macht die Neuvermessung den Testparcours wieder besser nutzbar: Die RX-7800-XT- und RX-7600-Ergebnisse sind jetzt an ein Upscaling-Szenario gekoppelt, das RDNA-3-Käufer ab Juli praktisch zur Verfügung haben sollten. Gleichzeitig bleibt die Botschaft klar, dass Upscaling nie nur „Kantenglättung per Magie“ ist, sondern ein fein abgestimmter Kompromiss aus Datenrate, Rekonstruktion und Speicherbedarf. Wer also die RX 7000 in Betracht zieht, bekommt mit FSR 4.1 endlich eine realistischere Entscheidungsgrundlage – und wer bereits auf FSR 3.1 gesetzt hat, kann aus den Prozentwerten ableiten, in welchen Games sich der Wechsel voraussichtlich lohnt und wo er eher in Performance einbricht.
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