KÖLN-NIEHL / LONDON (IT BOLTWISE) – Mit der notariellen Beurkundung am 6. August 2026 startet die ThielemannGroup die Errichtung eines Logistik-Campus im FUSION COLOGNE-Quartier der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Auf 101.900 Quadratmetern entstehen zwei Logistikanlagen mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro. Betrieben werden soll der Campus später als zusammenhängendes Areal durch die RECHT Logistik Gruppe für Makita und weitere Kundenprojekte. Der Standort setzt dabei auf kurze Wege, quadrimodale Anbindung über Schiene sowie Autobahnen und den Flughafen.

Die notarielle Beurkundung am 6. August 2026 markiert bei der ThielemannGroup einen klaren Projektmeilenstein: Im FUSION COLOGNE-Quartier der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) soll ein Logistik-Campus entstehen, der aus heutiger Sicht vor allem durch seine räumliche Konzeption auffällt. Auf rund 101.900 Quadratmetern Areal werden zwei Logistikanlagen realisiert, deren Investitionsvolumen die Marke von 100 Millionen Euro übersteigt. Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe, sondern die spätere Betriebslogik, denn nach Fertigstellung wird das Gelände als zusammenhängender Campus betrieben.
Das Nutzungskonzept wurde aus einem ursprünglichen Projektvorhaben heraus in Kooperation mit der Stadt Köln angepasst und so in ein wirtschaftlich tragfähiges Modell überführt. Die künftige Anlage setzt auf zwei gegenüberliegende Hallenkomplexe, die über einen gemeinsamen Ladehof verbunden sind. Genau diese Anordnung zielt auf kurze Wege im Umschlag ab und soll flexible Prozessketten ermöglichen, ohne die Flächennutzung unnötig zu strecken. Damit wird Kapazität für rund 300 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, während gleichzeitig die Infrastruktur auf eine hohe Logistikdichte ausgelegt wird.
Technisch beschreibt das Vorhaben einen Campus, der die typischen Engstellen im täglichen Betrieb adressiert: pro Gebäude gibt es drei Hallenabschnitte, die zusammen eine Gesamtgebäudefläche von etwa 63.700 Quadratmetern ergeben. Auf die Hallen entfallen dabei 52.854 Quadratmeter, Büroflächen kommen auf 3.902 Quadratmeter, und die Mezzanineflächen liegen bei 6.946 Quadratmetern. Im Betrieb sollen 51 Laderampen sowie sechs ebenerdige Tore genutzt werden, um unterschiedliche Fahrzeug- und Warengruppen flexibel bedienen zu können. Für Betreiber mit kontraktlogistischen Anforderungen bedeutet das vor allem: weniger „Flaschenhals-Zeiten“ an Übergabepunkten und mehr Steuerbarkeit im Tagesgeschäft.
Die RECHT Logistik Gruppe wird laut Planung den gesamten Campus mieten und dort logistische Dienstleistungen für den japanischen Elektrowerkzeughersteller Makita sowie weitere Kunden erbringen. Zeitgleich verlegt die ThielemannGroup ihren bisherigen Unternehmenssitz von Brühl nach Köln; auch Management und zentrale kaufmännische Bereiche sollen im Campusumfeld angesiedelt werden. Damit entsteht aus dem Projekt nicht nur ein Gebäudeensemble, sondern ein klarer organisatorischer Knotenpunkt. Christian Karl Flick, COO der ThielemannGroup und CEO der RECHT Logistik Gruppe, ordnet den Campus als Kernstück ein, das operative und administrative Funktionen bündelt und Wachstum abfedern soll.
Auch die Lage zählt zu den Argumenten: Der Niehler Hafen bietet eine direkte Anbindung an die Schiene, ergänzt um eine Verkehrsanbindung über die Autobahnen A1 und A3 sowie den Flughafen Köln/Bonn. Zusammen mit der Hafenlogik zielt das Vorhaben auf effiziente quadrimodale Logistik ab, also die Kombination mehrerer Transportmodi in einer Kette. Für Unternehmen, die Güterströme langfristig planen müssen, reduziert das die Abhängigkeit von einzelnen Transportwegen und unterstützt die Gestaltung von Zeitfenstern, etwa bei Lieferungen in Industrie- und Handelskundenverkehre. Für die ThielemannGroup ist Köln damit ein strategisch bedeutsamer Standort, weil der Campus sowohl als Umschlag- als auch als Funktionsstandort dienen soll.
Auf der Nachhaltigkeitsschiene setzt das Vorhaben auf konkrete Gebäudetechnik und ein planungsseitig verankertes Zertifizierungsziel: Für die Gebäude wird eine DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt. In den Planungen sind Photovoltaikanlagen, Gründächer, ein Nahwärmekonzept und energieeffiziente LED-Beleuchtung enthalten. Für den Bürobereich sind Holzfassaden vorgesehen, zudem sollen gestaltete Arbeits- und Sozialräume entstehen. Draußen umfasst das Konzept Aufenthalts- und Erholungsbereiche mit heimischen Pflanzen sowie eine Ausgleichsfläche mit 1.275 Bäumen und 10.425 Sträuchern.
Ergänzend wird Elektromobilität als Teil der Infrastruktur gedacht, nicht als isoliertes Pilotprojekt: Geplant sind Ladepunkte für E-Bikes, E-Pkw und E-Lkw, um den Standort auf die Elektrifizierung im Güterverkehr vorzubereiten. Das FUSION COLOGNE-Quartier habe außerdem das Auditierungsverfahren zur DGNB-Vorzertifizierung in Gold erfolgreich absolviert – unter Berücksichtigung von Flächeneffizienz, Mobilitätsinfrastruktur und nachhaltigen Wasserkreislaufsystemen. Damit verschiebt sich der Blick vom einzelnen Bauprojekt auf die Frage, wie Logistikareale künftig geplant werden, sodass Energie- und Mobilitätskonzepte, Regen- und Wassermanagement sowie Flächenziele von Beginn an zusammenwirken.
Für den weiteren Verlauf nennt die Planung einen zeitlichen Rahmen, der bereits erste betriebliche Entscheidungen beeinflusst: Nach Erteilung der Baugenehmigung soll der Baubeginn voraussichtlich Ende des vierten Quartals 2026 erfolgen; der Bauantrag befindet sich in Vorbereitung. Als erste offizielle Ansiedlung im FUSION COLOGNE-Areal gilt das Projekt damit als Signalwirkung für den Standort Köln, gerade weil es Logistik-, Produktions- und Innovationsflächen perspektivisch mit multimodaler Verkehrsanbindung verbinden soll. Für den Markt bedeutet das: Wer in der Kontraktlogistik expandiert, bekommt in Köln-Niehl ein Setup, das nicht nur auf Kapazität setzt, sondern auf Prozessqualität und nachhaltige Betriebsfähigkeit.
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