ELMIRA, N.Y. / LONDON (IT BOLTWISE) – Im Rahmen eines Summer Youth Entrepreneurship Program haben Schülerinnen und Schüler in Elmira eigene Geschäftsmodelle entwickelt und in einem Pitch-Wettbewerb vorgestellt. Die Teams wurden nicht nur nach der Idee bewertet, sondern auch nach Präsentation, Auftreten und „Soft Skills“, die im Programm gezielt geübt wurden. Gewinner waren „Dynasty Jewel“ und „Hope Haven“, gefolgt von „The Green Leaf Guide“. Zum Abschluss erhielten die Jugendlichen Zertifikate und ein Chromebook für den nächsten Ausbildungs- oder Berufsweg.

In Elmira, New York, wurde der Weg vom ersten Gedanken bis zum überzeugenden Pitch für mehr als ein Dutzend Jugendliche in kurzer Zeit greifbar. Der Anlass: ein Pitch-Wettbewerb, in dem die Teilnehmenden im Verlauf eines Sommerprogramms ihre eigenen Geschäftsansätze ausarbeiteten. Statt nur über Unternehmertum zu sprechen, arbeiteten die Jugendlichen über mehrere Wochen daran, ein Business „from the ground up“ zu entwerfen und es am Ende einer Jury vorzustellen. Damit rückte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie wird aus Motivation ein umsetzbarer Plan, der auch in der Außenwirkung funktioniert?
Technisch-organisatorisch ist das Setup bemerkenswert, weil es das klassische Startup-Schema bewusst in ein Lernformat übersetzt. Die Teams sollten nicht nur Produkte oder Services beschreiben, sondern ihre Präsentation so strukturieren, dass sie bei Zuhörern hängen bleibt. Genau deshalb gehörten für die Bewertung neben dem eigentlichen Konzept auch sogenannte „Soft Skills“ wie öffentliches Sprechen und die Fähigkeit, Inhalte verständlich zu vermitteln, ausdrücklich dazu. In diesem Kontext wirken die Programmelemente wie ein integriertes Training: Wer lernt, Geschäftsideen überzeugend zu erklären, schafft sich gleichzeitig die Basis für späteres Bewerben, Vernetzen und Arbeiten im Team.
Ein Blick auf die vorgeschlagenen Ideen zeigt, wie stark die Auswahl am Alltag orientiert war. „Dynasty Jewel“ zielte auf Haarprodukte und Dienstleistungen ab und positionierte sich dabei explizit für Menschen of Color. Laut Destiny Ballard ging es um ein praktisches Problem: Produkte zu finden, die das gewünschte Aussehen liefern und zugleich so funktionieren, wie man es erwartet. Sie verband diese Erfahrung mit einem unternehmerischen Impuls, indem sie sagte, sie wolle „das“ nicht nur suchen, sondern als Anlaufstelle auch selbst schaffen. Gleichzeitig zeigte das Konzept, dass ein Pitch nicht zwingend mit einer High-Tech-Leitidee beginnen muss, sondern mit einer klaren Nutzerlücke und einer begründeten Lösung.
Auch das zweite Gewinnerprojekt machte den Nutzen der Trainingslogik deutlich. „Hope Haven“ brachte ein Bündel an Unterstützungsleistungen zusammen, von Child Care über juristische Themen bis hin zu Ressourcen im Bereich mentale Gesundheit. Damit verknüpfte das Team gesellschaftlich relevante Bedarfslagen mit einem Servicegedanken, der sich in der Realität über Kooperationen und Prozessgestaltung realisieren lässt. Giovonni Delossantos unterstrich in seinen Aussagen, dass „Es ist alles für nichts, wenn du nicht präsentieren kannst“ und dass das Programm genau solche Kommunikationsgrundlagen vermittelt. Er sprach zudem konkrete Trainingsinhalte an, etwa den Umgang mit Menschen, „richtiges“ Essen und Haltung – also Faktoren, die auf den ersten Blick banal wirken, bei einem Pitch aber unmittelbar beeinflussen, wie sicher und präsent die Kandidatinnen und Kandidaten auftreten.
Die Juryentscheidung fiel am Ende zugunsten von zwei Teams: „Dynasty Jewel“ sicherte sich den ersten Platz, „Hope Haven“ den zweiten. „The Green Leaf Guide“ belegte den dritten Rang; daneben wurden auch „ClipVora“ und „Rest Your Rants“ als weitere Projekte genannt. Interessant ist dabei die Intention des Programms selbst: Die Leitung Filomena Jack ordnete die Lernleistung der Jugendlichen nicht als reines Startup-Resultat ein, sondern als übertragbare Fähigkeiten für den weiteren Lebensweg. Ihre Aussage „Even if you’re not gonna start a business, you are your own business“ zielt auf Selbstmanagement: pünktlich sein, Unterlagen rechtzeitig abgeben, lernen und Verantwortung für die eigene Zeit übernehmen. Genau hier wird die Brücke zwischen Entrepreneurship und Berufspraxis sichtbar, denn Soft Skills sind in Schule, Ausbildung, Handwerk und Studium gleichermaßen ein Engpassfaktor.
Zum Abschluss des Events gab es eine kleine Graduation Ceremony mit Zertifikaten für alle Teilnehmenden. Zusätzlich bekamen die Jugendlichen ein Chromebook von Corning Credit Union für die nächsten Schritte mit. Das passt inhaltlich zum Ansatz des Programms: Präsentieren, planen, dokumentieren und iterieren – dafür braucht man in der Praxis Werkzeuge, die schnelle Recherche, Entwürfe und das Erstellen von Unterlagen unterstützen. Für Elmira als Community kann ein solches Format zudem mehr bewirken als nur kurzfristige Aufmerksamkeit, weil es Gründerkompetenz in einem lokalen Netzwerk trainiert und damit langfristig Talente bindet.
Aus Branchenperspektive lässt sich daran ablesen, dass „Unternehmertum“ zunehmend als methodisches Lernfeld verstanden wird. Nicht jede Jugendidee wird später ein börsenfähiges Startup; dennoch entstehen Kompetenzen, die in der echten Wirtschaft zählen: strukturiertes Denken, klare Kommunikation und die Fähigkeit, Feedback in die nächste Version eines Plans einfließen zu lassen. Wenn Programme wie dieses Präsentationstechniken mit konkreten Service-Ideen und sozialer Relevanz kombinieren, entsteht ein Skill-Stack, der später bei Bewerbungen, in Projektteams und auch in der KI- und Digital-Transformation – wo Kommunikation und Prozessdisziplin entscheidend bleiben – direkt Wirkung zeigt.
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