AUGSBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Im Seniorenzentrum Servatius in Augsburg wird das MAKS-Konzept in der erweiterten Tagespflege praktisch eingeführt. MAKS verbindet motorische Einheiten, alltagspraktische Übungen, kognitive Aufgaben und soziale Teilhabe zu einem strukturierten, nicht-pharmakologischen Trainingsprogramm. Die Idee zielt darauf, vorhandene Fähigkeiten bei Demenz möglichst lange zu stabilisieren und den Verlust von Alltagskompetenzen zu verzögern. Damit rückt Demenzpflege stärker von reiner Betreuung hin zu gezielter Aktivierung.

In der Versorgung von Menschen mit Demenz geht es inzwischen nicht mehr nur darum, körperliche Grundbedürfnisse verlässlich abzudecken. Genau an dieser Stelle setzt das MAKS-Konzept an: Es soll kognitive und soziale Kompetenzen so lange wie möglich erhalten und damit die Lebensqualität stabilisieren. Dass MAKS zunehmend auch in stationären und teilstationären Settings ankommt, zeigt sich am Beispiel des Seniorenzentrums Servatius in Augsburg, wo die Methode in die erweiterte Tagespflege integriert wurde.
MAKS steht dabei für vier Wirkbereiche, die in der Praxis bewusst miteinander verschränkt werden: Motorik, Alltagspraktik, Kognition und Soziales. Der Ansatz wurde an der Universität Erlangen-Nürnberg konzipiert und ist als evidenzbasierter, nicht-pharmakologischer Trainingsansatz ausgerichtet. Im Zentrum steht eine regelmäßige, strukturierte Aktivierung der Teilnehmenden: Motorische Übungen werden mit kognitiven Aufgaben verknüpft, während alltagspraktische Tätigkeiten und soziale Interaktionen die Selbstständigkeit im Alltag unterstützen sollen. Ziel ist kein kurzfristiger „Effekt“, sondern ein positiver Einfluss auf den Krankheitsverlauf – insbesondere durch das Verzögern des Kompetenzverlusts.
Wie konkret so eine Umsetzung aussehen kann, wird in Augsburg über die Tagesstruktur abgebildet. In Gruppenangeboten werden demnach motorische Einheiten durchgeführt, die auf Beweglichkeit zielen, während kognitive Übungen gezielt Leistungsanforderungen setzen. Daneben nimmt die soziale Teilhabe einen festen Platz ein, um Isolation vorzubeugen und das Gemeinschaftsgefühl in der Tagespflege zu stärken. Entscheidend ist auch der alltagspraktische Transfer: Durch Übungen, die an einfachen Handlungen des täglichen Lebens anknüpfen, sollen Teilnehmende dabei unterstützt werden, vertraute Routinen weiterhin eigenständig auszuführen – zumindest dort, wo es ihr jeweiliges Leistungsniveau zulässt.
Die Methode bleibt jedoch nur dann mehr als ein gut gemeintes Aktivierungsprogramm, wenn das Personal die Vorgehensweise beherrscht. In Einrichtungen hängt der Erfolg von MAKS laut der in der Quelle beschriebenen Umsetzung vor allem von der Qualifikation der Mitarbeitenden ab, weil die Durchführung spezifisches Fachwissen über die Methodik und die Bedürfnisse von Menschen mit Gedächtnisstörungen erfordert. Im Seniorenzentrum Servatius wurde deshalb darauf gesetzt, dass die beteiligten Mitarbeiter eine Schulung durchlaufen und sich zu zertifizierten MAKS-Therapeuten weiterqualifizieren. Die Ausbildung soll sicherstellen, dass die Einheiten fachgerecht angeleitet, an das Leistungsniveau angepasst und therapeutische Ziele strukturiert verfolgt werden können – also den Erhalt von Selbstständigkeit sowie die Förderung von kognitiver und körperlicher Aktivierung.
Für die Branche ist das vor allem deshalb relevant, weil sich damit ein klarer Trend abzeichnet: Tagespflege wird zunehmend als Lern- und Trainingsumgebung verstanden, nicht allein als Betreuungsdienstleistung. MAKS adressiert dabei mehrere Ebenen gleichzeitig, was im Alltag organisatorisch anspruchsvoll ist, aber den Bewohnern auch eine konsistente Tageslogik geben kann. Wer ein vergleichbares Konzept implementieren will, braucht neben einer passenden Tagesplanung auch Werkzeuge, um Übungen systematisch zu dokumentieren und im Verlauf anzupassen. In der Praxis hilft genau diese Kombination aus Struktur und Qualifizierung dabei, Aktivierung so zu gestalten, dass sie sich in den Pflegealltag einfügt und nicht als zusätzlicher, ungekoppelter Aufwand wirkt.
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