DORTMUND / LONDON (IT BOLTWISE) – DEW21 berichtet im Jahresabschluss 2025 über ein Ergebnis vor Steuern von 45,9 Mio. Euro und liegt damit rund 7 Mio. Euro über Plan. Der Versorger führt den 2024 gestarteten Transformationsprozess fort und setzt dabei auf stärker regionale Angebote, neue Servicepunkte und mobile Filialen. Beim Ausbau der klimafreundlichen Wärmeversorgung wächst das lokale Fernwärmenetz auf knapp 90 km. Parallel bekommen Mitarbeitende KI-gestützte Anwendungen, während moderne Cloud-Lösungen und IT-Sicherheit die Effizienz erhöhen sollen.

DEW21 kommt nach den Krisenjahren wieder in einen stabilen Wachstumskurs. Das macht der Jahresabschluss 2025 konkret fest: Die DEW21 GmbH weist für das Geschäftsjahr 2025 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 45,9 Mio. Euro aus und liegt damit rund 7 Mio. Euro über Plan. Vor allem das Vertriebs- und Wärmegschäft habe diese Entwicklung getragen, heißt es in den Geschäftsdaten. Damit verknüpft das Unternehmen den finanziellen Ertrag ausdrücklich mit der Wirksamkeit eines 2024 gestarteten Transformationsprozesses, der die strukturellen und strategischen Grundlagen für künftige Wettbewerbsfähigkeit schaffen soll.
Für die Umsetzung bedeutet das vor allem eine Rückkehr zur lokalen Sichtbarkeit. DEW21 kündigt an, die Kundennähe über neue Angebote und Service auszubauen: Geplant sind zusätzliche Servicepoints in Brackel, Hörde und Hombruch. Ergänzend sollen zwei mobile Servicefilialen künftig in Stadtteile fahren, etwa auf Wochenmärkten oder an stark frequentierten Standorten. Solche Formate wirken im Alltag, weil sie Beratung, Vertragsfragen und klassische Service-Themen nicht ausschließlich in zentrale Kundenzentren verlagern, sondern näher an die Alltagssituation der Kund*innen bringen. Preislich schlägt das Unternehmen zudem mit „Strom Lokal“ und „Erdgas Lokal“ zwei Produkte vor, die die regionale Verbundenheit sichtbar machen sollen.
Auch technisch verschiebt DEW21 den Schwerpunkt in Richtung der Energie- und Wärmewende. Das lokale Fernwärmenetz ist mittlerweile knapp 90 km lang und wird konsequent erweitert. Als Leuchtturm nennt das Unternehmen den Anschluss des SIGNAL IDUNA PARK an die Fernwärme, der als bedeutendes Dekarbonisierungsprojekt beschrieben wird. Parallel entsteht neue Infrastruktur: Auf Phoenix West soll gemeinsam mit Air Liquide ein neues Fernwärmenetz aufgebaut werden. Im Neubaugebiet Am Lennhofe will DEW21 gemeinsam mit der BETREM GmbH Abwasserwärme nutzen, um Gebäude zu versorgen. Solche Ansätze sind für Versorger besonders relevant, weil sie Lastspitzen im Wärmesektor reduzieren können und gleichzeitig die Erzeugungsseite dekarbonisieren.
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird dabei nicht als Einzelprojekt verstanden, sondern als Kooperationsaufgabe. DEW21 nennt Kooperationen mit „WindSpark“ in Dortmund-Ellinghausen, den Energiepark Dortmund-Nordost sowie das geplante Repowering von „AirWin“. Dazu kommen laut Darstellung kommunale Partner*innen, Wissenschaft und weitere Akteur*innen, die gemeinsam Projekte für die Energiewende vor Ort entwickeln. In Summe beschreibt das ein Modell, bei dem regionale Planung, Genehmigungslogik und Technologieeinbindung enger miteinander verzahnt werden als in rein zentral gedachten Beschaffungs- oder Erzeugungsketten. Gleichzeitig unterstreicht DEW21 den Anspruch, nicht nur in Erzeugung und Netz zu investieren, sondern auch die Versorgungslogik regional zu halten: „Die Energie- und WÄrmewende entscheiden sich vor Ort. Deshalb investieren wir konsequent in den Ausbau der Fernwärme, erschließen neue regenerative Wärmquellen und entwickeln gemeinsam mit starken Partner*innen Projekte für erneuerbare Energien. Unser Ziel ist eine regionale Energie- und Wärmeversorgung, die nachhaltig, verlässlich und wirtschaftlich tragfähig ist“, sagt Peter Flosbach, Technischer Geschäftsführer bei DEW21.
Die dritte Säule in der Darstellung ist die Digitalisierung. DEW21 betont, der Einsatz Künstlicher Intelligenz stehe mittlerweile allen Mitarbeitenden zur Verfügung und werde bereits in ersten Anwendungsfällen genutzt. Dazu kommen automatisierte Prozesse, moderne Cloud-Lösungen sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Sicherheit, um Effizienz, Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu steigern. Wichtig ist hier weniger der Begriff als die organisatorische Konsequenz: Wenn KI nicht nur in einzelnen Pilotteams läuft, sondern im Arbeitsalltag vieler Rollen ankommt, steigt die Notwendigkeit für saubere Datenflüsse, Berechtigungsmodelle und nachvollziehbare Workflows. Genau diese Klammer adressiert DEW21, indem Digitalisierung als Teil der Wertschöpfung verstanden wird und nicht als reiner Kostenfaktor. Matthias Klein-Lassek, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor, formuliert dazu: „Die Transformation von DEW21 ist weit mehr als ein wirtschaftlicher Erfolg. Sie gelingt nur mit engagierten Mitarbeitenden, modernen Arbeitsweisen und dem Mut, neue Wege zu gehen. Digitalisierung, Qualifizierung und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz helfen uns dabei, Prozesse effizienter zu gestalten und die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens nachhaltig zu stärken“.
In der Gesamtwirkung ergibt sich damit ein Bild, das für kommunale Energieversorger typisch und zugleich anspruchsvoll ist: Finanzieller Erfolg wird mit operativer Umsetzung verknüpft, und die technische Modernisierung läuft parallel zu einem stärker kundenorientierten Servicekonzept. Dr. Gerhard Holtmeier, Vorsitzender der DEW21-Geschäftsführung, bringt die Richtung auf den Punkt: „Wir haben die Herausforderungen der vergangenen Jahre erfolgreich bewältigt und unsere wirtschaftliche Stabilität zurückgewonnen. Unser Fokus liegt dabei klar auf Dortmund und der Region. Hier wollen wir weiterwachsen, Verantwortung übernehmen und die Energiezukunft aktiv mitgestalten“. Für die nächsten Quartale wird entscheidend sein, wie gut sich die beschriebenen Projekte – vom Wärmenetz über Abwasserwärme bis zu KI-Anwendungsfällen – in den Regelbetrieb integrieren lassen, ohne dass Kosten- und Sicherheitsanforderungen aus dem Takt geraten. Wenn DEW21 den beschriebenen Kurs hält, könnte die Kombination aus regionaler Kundenlogik, Fernwärme-Infrastruktur und KI-gestützter Prozessarbeit genau die Art von operativer Verlässlichkeit liefern, die für Skalierung in einem komplexen Energiewende-Umfeld nötig ist.
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