LONDON (IT BOLTWISE) – Star Copper treibt in der Nordosterweiterung von Star Main sieben Diamantbohrlöcher mit insgesamt 2.489 Metern nieder. Ziel ist, ob das Porphyr-ähnliche System um das historische Loch S-025 mit 0,42 % Kupfer und 0,198 g/t Gold weiterreicht als bisher angenommen. Die ersten geologischen Protokolle deuten bereits auf Kalialteration, Quarz-Sulfid-Erzgänge und Chalkopyrit bis in mehr als 300 Meter Tiefe. Parallel fließen Ergebnisse aus 3D-IP- und MT-Vermessungen ins Geomodell ein, um Anschlussziele der laufenden 15.000-Meter-Kampagne zu priorisieren.

Star Copper setzt im Projekt Star Main im Golden Triangle auf einen klassischen „Step-out“-Ansatz: Die Gesellschaft erweitert den Nordostkorridor, um die Geometrie und Ausdehnung des bisher durch Bohrungen belegten Kupfer-Gold-Systems besser einzugrenzen. Im aktuellen Programm bringt das Unternehmen sieben Diamantbohrlöcher mit zusammen 2.489 Metern nieder. Damit soll überprüft werden, ob das System, das das historische Bohrloch S-025 mit 269 Metern Länge und 0,42 % Kupfer sowie 0,198 g/t Gold geliefert hat, über die zuvor definierten Grenzen hinausreichend mineralisiert ist. Solche Erweiterungsbohrungen sind in Porphyr-Lagerstätten besonders wichtig, weil die relevanten Strukturen oft nicht entlang einer einzigen Geraden verlaufen, sondern in Korridoren und möglichen „Trends“ variieren.
Geologisch zeichnet sich der Korridor bereits in den ersten Protokollen ab: Kalialteration, Quarz-Sulfid-Erzgänge und Chalkopyrit wurden aus der Oberfläche bis in mehr als 300 Meter Tiefe dokumentiert. Für die Einordnung ist das nicht nur eine Bestätigung „irgendwelcher“ Kupferanzeichen, sondern eher die Verschneidung mehrerer typisch porphyrischer Signaturen. Gerade die Kombination aus Alteration (hier kalibasierte Prozesse) und mineralisierten Gängen ist häufig ein Indikator dafür, dass die Bohrungen in das richtige Systemfenster treffen. Gleichzeitig bleibt die Aussagekraft an diesem Punkt provisorisch, weil erst die Laboranalytik über die tatsächliche Metallverteilung und die durchschnittlichen Gehalte entscheidet.
Als Richtschnur dienen die historischen Referenzlöcher S-025 und S-054A aus dem Vorjahr. S-054A lieferte 183 Meter mit 0,28 % Kupferäquivalent ab 26 Metern, inklusive 45 Metern mit 0,47 % Kupferäquivalent ab 137 Metern. Diese Details sind relevant, weil sie das Profil der Mineralisierung widerspiegeln: Es gibt sowohl Abschnitte, die „breit“ und damit raumgreifend wirken, als auch Längenintervalle, die deutlich höhere Gehalte tragen. Die neuen Bohrlöcher S-063 bis S-069 erhöhen die Bohrdichte an genau diesen Punkten und sollen zusätzliche Schnitte in lateraler sowie vertikaler Richtung liefern. Damit adressiert das Programm zwei Engpässe, die in der Praxis häufig auftreten: Erstens fehlt ohne ausreichende Nachbarschaftsdaten die seitliche Auflösung, zweitens bleibt ohne geeignete Tiefenabdeckung unklar, wie weit die mineralisierte Einheit in die Tiefe verfolgt werden kann.
Besonders aussagekräftig sind in diesem Zusammenhang die Bohrungen S-067 und S-069, obwohl beide vom gleichen Standort aus getrieben werden: Sie folgen unterschiedlichen Orientierungen und liefern damit Hinweise auf die Geometrie der mineralisierten Zonen. S-067 erreichte mit 482 Metern die größte Tiefe des Programms und durchteufte bis unter 300 Meter alteriertes und mineralisiertes Gestein. Solche „Orientation“-Bohrungen funktionieren im Grunde wie zusätzliche Querschnitts- und Längsschnitte über dasselbe Zielvolumen; sie helfen dem Geomodell, die Neigung und den Verlauf der Zielstruktur realistischer abzubilden. Dass die Ergebnisse der 3D-IP- und MT-Vermessungen derzeit ins Geomodell eingepflegt werden, ist dabei ein wichtiger technischer Schritt: IP (Induced Polarization) und MT (Magnetotellurik) können unterschiedliche physikalische Eigenschaften des Untergrunds abbilden, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die nächsten Bohrungen nicht nur geologisch „plausibel“, sondern auch geophysikalisch abgestützt sind.
Auf der Modellebene spricht das Unternehmen von mehreren sich abzeichnenden Zentren. Der CEO Darryl Jones stellt dabei in den Vordergrund, dass die Nordosterweiterung das Modell um eine oberflächennahe hypogene Mineralisierung ergänzen könnte. Entscheidend ist die Logik der regionalen Verknüpfung: Neben den Mineralisierungen, die bereits bei Star East, Star North und Copper Creek angetroffen wurden, soll alles zusammen auf ein großes Porphyrsystem mit mehreren Zentren hindeuten. In der Zielplanung bedeutet das: Das Unternehmen kann Bohrungen nicht nur als „eine Linie“ betrachten, sondern als potenzielle Cluster von Teilzielen. Genau diese Strategie soll die laufende 15.000-Meter-Kampagne effizienter machen, indem Anschlussziele priorisiert werden, statt breiter zu streuen.
Mit Spannung dürfte vor allem der Übergang von der Geologie und Geophysik zur Ressourcendarstellung erwartet werden. Sobald die Laborergebnisse vorliegen, will Star Copper die Bohrdichte weiter erhöhen und zusätzlich tiefere Ziele westlich und unterhalb des aktuellen Modells testen. Ziel bleibt eine erste Ressourcenschätzung, die das Potenzial des Projekts als bedeutenden Kupfer-Gold-Distrikt im Golden Triangle quantifizieren soll. Für Investoren und die Projektentwicklung ist das mehr als ein formaler Meilenstein: Eine belastbare Ressourcenschätzung hängt stark davon ab, wie gut die Bohrdaten die Geometrie der mineralisierten Zonen abdecken. Die Kombination aus Step-out-Programm, orientierungsvariierenden Bohrungen und der Einbindung geophysikalischer Messungen in ein Geomodell ist daher ein durchdachter Weg, um Unsicherheiten zu reduzieren und die nächsten Bohrphasen auf nachweisbarere Targets auszurichten.
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