ROM / LONDON (IT BOLTWISE) – Griechenland will am 8. September in Rom ein Abkommen mit Italien über den Kauf zweier italienischer FREMM-Fregatten unterzeichnen. Die Schiffe der Bergmini-Klasse sollen vor allem für die U-Boot-Jagd, die Luftabwehr sowie für die Zielbekämpfung auf See und an Land ausgelegt sein. Die erste Übergabe ist für das erste Halbjahr 2028, die zweite für das erste Halbjahr 2029 vorgesehen. Zusätzlich soll sich das Land an Wartung und Anpassung über griechische Werften beteiligen.

Griechenlands Marine modernisiert sich mit einem klaren Schwerpunkt auf die Fähigkeit, Bedrohungen aus der Luft, aus dem Unterwasser und vom Land gleichzeitig zu adressieren. Am 8. September soll in Rom ein Abkommen mit Italien über den Kauf von zwei italienischen FREMM-Fregatten unterzeichnet werden, wie der griechische Generalstab mitteilt. Konkret handelt es sich um Schiffe der sogenannten Bergmini-Klasse, die für U-Boot-Jagd, Luftabwehr sowie Zielbekämpfung auf See und an Land vorgesehen sind. Der Zeitpunkt ist politisch und operativ relevant, weil Griechenland damit die eigene Flottenplanung aus einem laufenden Modernisierungsprogramm heraus weiter verdichtet.
Technisch betrachtet ist bei FREMM-Konzepten vor allem die Kombination aus Sensorik, Waffenintegration und Plattformstabilität entscheidend. Für die U-Boot-Jagd bedeutet das in der Praxis nicht nur den Einsatz von Sonar- und Zielerfassungsfunktionen, sondern auch eine Infrastruktur an Bord, die mehrere Bekämpfungsmodi unterstützt. Bei der Luftabwehr und der Zielbekämpfung kommen wiederum Interoperabilität und Waffenmanagement ins Spiel, also die Frage, wie schnell und zuverlässig Zielinformationen verarbeitet und in Abwehrhandlungen übersetzt werden. Für die griechische Seite spielt zudem die Anpassung an eigene operative Abläufe eine Rolle, denn laut Mitteilungen soll es auch eine Beteiligung griechischer Werften an Wartung und Anpassung der Schiffe geben.
Der Zeitplan zeigt, dass Athen die Beschaffung als Prozess und nicht als einmalige Anschaffung versteht. Die erste Fregatte soll im ersten Halbjahr 2028, die zweite im ersten Halbjahr 2029 an die griechische Marine übergeben werden. Das ist ein Baustein in einem Programm, in dessen Rahmen bis 2030 insgesamt mehr als 25 Milliarden Euro in die Modernisierung der Streitkräfte fließen sollen. In den vergangenen Jahren hat Griechenland bereits vier französische FDI-Fregatten bestellt und plant zudem, die vier Fregatten der MEKO-Klasse zu modernisieren. Dadurch entsteht nicht nur zusätzliche Kapazität, sondern auch ein breiterer Mix aus Plattformen, der für die Marineorganisation gleichzeitig Chancen und Integrationsaufwand bedeutet.
Parallel zur Schiffsflotte verstärkt Griechenland nach Angaben aus der Quelle auch den Luft- und Rakettenschutz. Zu den jüngsten Vorhaben zählt der Kauf des mehrschichtigen Systems „Schild des Achilles“. Vorgesehen sind demnach unter anderem israelische Systeme von Rafael und Israel Aerospace Industries sowie zusätzliche Drohnen und Aufklärungstechnik. Damit verschiebt sich das Gefechtsbild in Richtung vernetzter Abwehr, bei der Radar- und Aufklärungssignale, Entscheidungsketten und Abfang- bzw. Bekämpfungswirkung möglichst eng verzahnt werden müssen. Für die Marine heißt das: Eine Fregatte ist nicht isoliert „das Ziel“, sondern Teil einer Kette, in der Sensoren und Effektoren zusammenwirken.
Auch der Markt- und Branchenkontext lässt sich aus der Kombination ableiten: Griechenland verfolgt eine Beschaffungsstrategie, die auf mehreren Herkunftsländern basiert, statt sich auf einen einzigen Partner festzulegen. Der Vereinbarung mit Italien wird zudem die Option zugeschrieben, künftig weitere FREMM-Fregatten erwerben zu können. Das ist strategisch bedeutsam, weil es den Verhandlungsspielraum für Folgeplattformen offenhält, falls sich Fähigkeiten im Betrieb bewähren oder sich technischer Weiterentwicklungsbedarf ergibt. Gleichzeitig muss die griechische Seite sicherstellen, dass unterschiedliche Plattformlinien – von französischen bis zu italienischen Systemfamilien – langfristig im Betrieb zusammenpassen, etwa bei Wartungszyklen, Ersatzteillogistik und Software-Updates.
Für Unternehmen in der Verteidigungs- und Zulieferindustrie eröffnet der angekündigte Weg vor allem einen längerfristigen Bedarf an Instandhaltung, Integration und technischer Anpassung. Wenn griechische Werften an Wartung und Anpassung der FREMM-Schiffe beteiligt werden sollen, entsteht ein realer Auslastungshebel über die reine Beschaffungsphase hinaus. Gerade die Mischung aus Schiffbau, Systemintegration und Instandhaltungsengineering ist in solchen Programmen häufig der Engpass, weil Schnittstellen zwischen Plattform, Sensorik und Waffensystemen über Jahre hinweg stabil gehalten werden müssen. Indirekt steigert Griechenlands Ausbau damit auch die Bedeutung von Engineering-Kompetenzen rund um Test, Diagnose und Upgrades, während die Marine Schritt für Schritt von einem Modernisierungssoll in einen betriebsfähigen Flottenzustand überführt wird.
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