KIELCE / LONDON (IT BOLTWISE) – Hanwha stellt auf der MSPO in Kielce ein mobiles 50-kW-Lasersystem auf einem gepanzerten Radfahrzeug vor. Das System basiert auf dem seit 2024 eingesetzten Cheongwang-Laser und soll schnelle Drohnenziele verfolgen können. Laut Unternehmensangaben liegt die Kostenbasis pro Laser-Schuss bei etwa 2.000 Korean Won, was das Konzept besonders wirtschaftlich machen soll. Für die Serienfertigung peilt Hanwha das Jahresende 2027 an.

Hanwha entwickelt 50-kW-Laser auf gepanzertem Fahrzeug gegen Drohnen
Hanwha entwickelt 50-kW-Laser auf gepanzertem Fahrzeug gegen Drohnen (Foto: IT BOLTWISE)
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In der Diskussion um wirksame Gegenmaßnahmen gegen Drohnen verschiebt Hanwha das Gewicht spürbar weg von rein stationären Lösungen hin zu mobilen Lasersystemen. Beim MSPO-Branchentreffen in Kielce in Polen präsentiert das Unternehmen ein gepanzertes Fahrzeug, das mit einem 50-kW-Laser ausgestattet werden soll. Damit adressiert Hanwha genau den Engpass, den viele Streitkräfte auf der NATO-Ostflanke sehen: Drohnenerkennung und -bekämpfung müssen nicht nur funktionieren, sondern auch schnell verlegbar sein, wenn Bedrohungslagen sich kurzfristig ändern.

Technisch knüpft das Konzept an den Cheongwang-Laser an, den die südkoreanischen Streitkräfte seit 2024 an strategisch wichtigen Standorten einsetzen. Hanwha nennt dabei eine „leistungsstärkere“ Version im mobilen Ableger, ohne die genaue Leistungs- und Strahlparameter-Feinabstufung offenzulegen. Für die Praxis ist die Plattform entscheidend: Der Laser sitzt nicht einfach „auf einem Anhänger“, sondern wird auf einem gepanzerten Fahrgestell integriert, das auch im Gelände arbeiten soll. Das Unternehmen verwendet dafür den Tigon als acht-/radgetriebenen Transporter (Acht-Rad-Antrieb), um die Kombination aus Schutz, Mobilität und Einsatzbereitschaft herzustellen.

Ein zentraler Wert des Cheongwang-Ansatzes ist aus Unternehmenssicht die Kostenstruktur pro Wirkeinheit. Hanwha macht geltend, dass jeder Laser-Schuss rund 2.000 Korean Won kostet; umgerechnet entspricht das laut Quelle etwa 1,5 US-Dollar. Gerade bei wiederholten Angriffswellen durch unbemannte Systeme kann dieser Mechanismus den Unterschied zwischen einer „einmaligen“ Abwehr und einer skalierbaren Verteidigung ausmachen. Denn anders als bei vielen klassischen Abfanglösungen sind die Stückkosten der Zielbekämpfung beim Laser im Kern an Energie- und Betriebsaufwand gekoppelt, während die „munitionelle“ Komponente vergleichsweise klein ausfällt.

Auch die Rolle des Trackings wird damit zum Kernbestandteil der Systemarchitektur. Auf die Anforderungen von Streitkräften, die einen mobilen Laser zur Bekämpfung schnell bewegter Ziele suchen, reagiert Hanwha mit einer Integration auf eine rollende Plattform, sodass der Sensor-/Feuerleitverbund nicht ortsgebunden bleibt. In dieser Logik geht es weniger um den reinen Laser als um die Gesamtkette: Zielerfassung, Verfolgung, Bahnvorhersage und präzise Ausrichtung müssen für Drohnenprofile funktionieren, die häufig in kurzen Intervallen auftreten und zudem in der Bewegung variieren.

Für den Markt stellt die Ankündigung vor allem die Frage nach Timing und Industriefähigkeit: Hanwha sagt, man habe bereits ein Prototypsystem entwickelt und wolle die Serienproduktion bis Ende 2027 starten. Parallel dazu wird das Exportpotenzial angesprochen; Vertreter sprechen von laufenden Gesprächen mit mehreren Ländern in Europa, Asien und dem Nahen Osten. In dieser Phase wirkt das Konzept wie ein „Paketzuschnitt“ für unterschiedliche Beschaffungslogiken: Wer heute vor allem schnelle, kosteneffiziente Gegenmaßnahmen sucht, kann ein relatives Standardfahrzeug als Träger nutzen und die Laser-Komponente als modularen Bestandteil der Beschaffung betrachten.

Der Nutzen für Betreiber liegt damit nicht nur in der Reaktionsfähigkeit, sondern auch in der Planbarkeit der Einsatzkosten. Gerade in Umfeldern, in denen viele kleine Luftziele gleichzeitig oder in Sequenzen auftauchen, steigt die Bedeutung von Lösungen, die ohne prohibitiven Munitionsverbrauch auskommen. Gleichzeitig bleibt die operative Integration eine Hürde: Ein mobiles Laser-System verlangt robuste Stromversorgungskonzepte, belastbare thermische Auslegung und eine zuverlässige Sensorik, die auch unter realen Wetterbedingungen stabil bleibt. Ob sich die Leistungsfähigkeit in der Serienauslegung exakt so reproduzieren lässt wie in der Prototyp-Phase, wird sich spätestens mit den ersten Lieferungen zeigen.

Für die weitere Entwicklung der Drohnenabwehr ist der Schritt von Hanwha außerdem ein Indikator dafür, wie die Branche technische Pfade zusammenführt: Hochenergie-Laser werden zunehmend nicht mehr als Labor- oder Einzelanlage gedacht, sondern als integrierter Bestandteil einer mobilen Abwehrlandschaft. Mit Blick auf die Wettbewerbsseite dürfte der Markt besonders die Kombination aus Wirkkosten, Mobilität und Skalierbarkeit gegeneinander abwägen. Wenn Hanwha die Serienproduktion wie geplant bis Ende 2027 startet, bekommt die Beschaffung auf der NATO-Ostflanke ein konkreteres Vergleichsangebot entlang eines deutlich quantifizierbaren Kostenpunkts pro Schuss.


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